Category Tipps & Tricks für die Buchproduktion

Es war einmal Bettina Unghulescu, die Teilzeit-Autorin: Selbstverlegter Schnee von gestern

Von Bettina Unghulescu – zuerst veröffentlicht am 20. Juni 2014

Ha! Bücher verkaufen – lächerlich … eine der einfachsten Übungen!

So dachte ich zu Beginn der letzten Glosse. Als ich noch nicht wusste, was sich hinter der freundlichen Einladung meiner Verlegerin zum Verlagspraktikum verbarg. Wir erinnern uns: In mir toben zwei Persönlichkeiten. Eine davon hat sich eingehend mit den Strukturen der Buchbranche beschäftigt, und zwar so lange, dass sie darüber grau und erfahren wurde. Ob sie auch klug geworden ist, weiß ich nicht, dazu äußert sich mein Alter Ego Verlegerin nicht.

Die andere Persönlichkeit – das bin ich, die Autorin, habe die Ehre. Und ich weiß, was ich will: Geld verdienen mit dem, was meinem Gehirn entspringt, und mit meinen Elaboraten die Welt verbessern. So hätte ich mich jedenfalls geäußert, wenn man mich vor dem Betreten des cirque de littérature gefragt hätte. Aber das mit den Worten ist in der Branche so eine Sache …

Wie dem auch sei: Es geht um richtige, echte Bücher zum Anfassen, auf Papier, mit Inhalt. Die Dinger kennt man ja. Guttenberg hat die inflationäre Verbreitungsmethode des Buchdrucks erfunden, und knapp 550 Jahre später hat ein weiterer Guttenberg etwas kopiert, das ihn letztlich das Staatsamt kostete … Aber um dieses Verfahren des Kopierens soll es hier nur hintergründig gehen, denn jetzt steht erst mal der Kontakt mit dem Handel an.

Handel – das Wort ist Musik in meinen Ohren! Ich erbat mir von meiner Verlegerin eine ISBN, die sie mir kommentarlos überließ, kümmerte mich um Layout und Cover selbst, weil sie dafür Geld verlangt hätte, erhielt nach ein paar Wochen voller Blut, Schweiß und Tränen per Post einen Stapel Bücher und rüstete mich für den Weg in die Stadt. Anvisiertes Ziel: der Buchhandel.

„Das lohnt sich nicht“, hatte meine Verlegerin noch gemeint. „Die Bücher können Sie in ein paar Wochen wieder abholen“, schob sie hinterher. „Verlassen Sie sich lieber auf Ihre handverlesenen Fans, die kaufen garantiert etwas.“ Doch ich knurrte nur: „Moppelkotze“, und griff nach dem Bügel meines Rollkoffers. Meine Verlegerin winkte noch einmal und schob dann ab zu dem, was sie Klavier nennt. Sie mache lieber richtige Musik, nicht nur Wörter, die so klingen als ob, statt sich die Hacken abzulaufen, was wohl auch eine Erklärung für die miesen Umsätze ist …

Ich fasse mich kurz. In den ersten Buchladen kam ich gar nicht erst hinein. „Wir empfangen keinen Vertreterverkehr mehr“, sagte die bebrillte Buchhändlerin streng. „Das Sortiment wird seit mehreren Jahren zentral bestimmt.“ – „Wo bleibt denn da die Vielfalt?“, rutschte es mir heraus. Doch die Buchhändlerin zuckte nur mit den Schultern. „Die Einkaufsabteilung hat die Sortimentsgestaltung in der Hand, weshalb wir jährlich in zahlreichen Städten weitere Filialen eröffnen. Sooo falsch können unsere Chefeinkäufer also nicht liegen.“ Man kann nicht alles haben, dachte ich und zog weiter. Schließlich gibt es in unserer schönen Universitätsstadt nicht nur eine Buchhandlung.

In die nächste wurde ich zwar noch hineingelassen. Als ich aber meine Bücher auspackte, wanderten die Augenbrauen der Buchhändlerin bedenklich nach oben. „Das Genre ‚Familiengeschichten’ ist schon sehr ausgelastet, um nicht zu sagen: überlaufen“, meinte sie bedauernd. „Haben Sie noch etwas anderes im Angebot?“

Hatte ich nicht. Ergeben packte ich also wieder alles ein, rammte ein Eselsohr in ein Exemplar und zog weiter. Im dritten Geschäft konnte ich die wiederum weibliche Verkäuferin immerhin dazu bewegen, wenigstens ein Buch in die Hand zu nehmen. Sie blätterte – und legte es wieder hin. „Das sieht ganz nach Eigenverlag aus. So etwas verkaufen wir seit BoD nicht mehr.“ Jetzt zog ich die Augenbrauen hoch, was ihr ein Lächeln entlockte. „Ach, das wissen Sie nicht? Nun, vor ein paar Jahren eröffnete die Druckerei BoD Autoren die Möglichkeit, ihre Bücher selbst mit ISBN herauszugeben. Andere sogenannte Print-on-Demand-Anbieter zogen nach. Das hatte eine Schwemme von Büchern zur Folge, die zu 90 Prozent Schrott waren.“ Tatsächlich. Das habe ich nicht gewusst. Und wahrscheinlich mit meinen Autorenfreunden die gleichen Ideen wieder ausgegraben, die schon vor Jahren nicht von Erfolg gekrönt gewesen waren? Ach, du gegelter Guttenberg!

Sie fuhr fort: „Nachdem immer mehr empörte Kunden Bücher zurückbrachten, weil sie sich um ihr Geld betrogen sahen, prüften wir genauer und stellten fest: selbstverlegt ist nicht unbedingt besser. Denn ein paar Dinge sollte man beim Büchermachen schlichtweg berücksichtigen.“ Sie riet mir zu einem Nachmittag in einer Buchbinderei, um etwas über Typographie, Bindung, Papierqualität, Layout und so weiter zu erfahren. Außerdem gäbe es ein Studienfach „Buchwissenschaften“, in dem man das sogar wissenschaftlich untersuchen könne.

Ich schlich davon. An der nächsten Buchhandlung „im Brennpunkt der City“ huschte ich so schnell es ging vorbei. Und irgendwann stand ich in der kleinen Dorfbuchhandlung, den Tränen nahe, und schob wortlos ein intaktes Exemplar meines Buches über die Ladentheke. Frau L., die Buchhändlerin meines Vertrauens, lächelte milde. „Ach, das ist doch alles nicht so schlimm“, meinte sie, „dann verkaufen Sie eben Ihre Bücher bei mir! Zehn kriege ich auf jeden Fall los!“

„Nur?“, fragte ich entsetzt. „Aber ich habe noch 190 zu Hause!“

“Hm“, machte sie und kramte ein wenig herum. „Dann haben Sie hoffentlich einen weitläufigen Freundeskreis?“

An diesem Nachmittag setzte sie mir haarklein auseinander, was sie sich als Buchhändlerin unter einem Buch vorstellt. Es waren vier anstrengende Stunden, in denen ich ansatzweise etwas über die hohe Kunst des Büchermachens erfuhr. Frau L. legte so viel Geduld wie möglich an den Tag und erzählte etwas über die „raumgreifenden Veränderungen des Buchhandels“, die das E-Book über sie gebracht hätte. Trotzdem würde sie sich keine E-Books in die Regale stellen, „weil das erstens nicht geht und zweitens meine Kunden nichts mit elektronischen Büchern anfangen können.“ Sie rechnet mit einer zweigleisigen Entwicklung – Bücher würde es immer geben. „Und es wird auch immer Leute geben, die den Verlagen nicht vertrauen und es lieber selbst probieren, von denen wiederum etliche scheitern und nur ein paar Glückspilze tatsächlich die Rosinen abbekommen.“ So Frau L. zum Thema „ungewollt kopiert“.

Kurz nach Ladenschluss wankte ich wieder auf die Straße, in der Tasche nur noch das Eselsohrexemplar und einen Lieferschein für die zehn Kommissionsexemplare. Ich solle es bei den kleinen Buchhandlungen in der Region probieren, meinte Frau L., denn die kleineren Händler wären im Gegensatz zu den Buchhandelsketten noch offen für Experimente und erfrischend „reaktionär gegen den Einheitsbrei der Giganten“. Überhaupt sei die Branche eine eingefahrene Kiste, in die man nur mit einer Auslieferung hineinkäme; das sei eine Firma, die Buchhandlungen zu günstigen Konditionen beliefert, Logistik und Buchhaltung bis zum Inkasso stemme und deshalb von den Buchhandlungen bevorzugt würde, statt alles einzeln mit den Verlagen abzurechnen. Tja. Das ist es, was meiner Verlegerin fehlt. „Weil keine Buchhandlung mit ihr zu experimentieren bereit ist und sich eine Verlagsauslieferung für sie deshalb nicht rechnet“, brummte ich.

„Ach, freuen Sie sich doch, dass wenigstens Sie an sie glaubt“, meinte Frau L., winkte zum Abschied und schloss endgültig ab. Danke fürs Gespräch …

Den Rest der Woche zog ich durch ganz Franken und putzte Klinken. Ich habe fast 150 Bücher unterbringen können – auf Kommission, und die muss ich irgendwann auch alle abrechnen. Vielleicht werden noch Bücher nachbestellt, die ich in Eigenregie verschicken werde. Und damit auch wirklich alles unter die Leute kommt, habe ich ein Gespräch mit einem Lokalredakteur organisiert. Weiterhin blogge ich jetzt noch mehr, schreibe zusätzliche Artikel für kleinere und größere Publikationen, organisiere gerade eine Lesung mit anderen Autoren und bin mit meinem Buch so viel unterwegs, dass meine Familie schon skeptisch schaut, wenn ich sage: „Das geht ganz schnell.“ Letztlich kann ich froh sein, wenn ich die Unkosten wieder einnehme.

Übrigens habe ich demnächst wieder einen Termin mit meiner Verlegerin. Sie fragte, ob ich für mein nächstes Buch schon eine Idee hätte und will sich mit mir über Inhalte unterhalten. Ach ja, das habe ich ja ganz vergessen, in einem Buch sollen ja nicht nur Buchstaben vorkommen, sondern auch eine Botschaft … Und ich sollte mich nicht scheuen, mein Werk in den Bereich „Unterhaltungsliteratur“ einzuordnen. Lachen sei ja sooo gesund und waaahnsinnig therapeutisch. Sie wäre mir auch gerne wieder behilflich, was die operativen Strukturen anginge. Ob sie dann für mich die Bücher zu Fuß in den Buchhandlungen verteilt …?

Aber das erfahrt ihr in der nächsten Glosse mit dem Titel „Nackenbeißer versus Weltliteratur – warum eine Autorin manchmal tun muss, was eine Autorin tun muss“.

Es war einmal Bettina Unghulescu, die Teilzeit-Autorin: Saisonstart

Von Bettina Unghulescu – zuerst veröffentlicht am 16. Juni 2014

Teilzeitautorin neben der Verlagsarbeit, wie stellt sich meine Verlegerin das vor?! Aber gut, sie wird schon wissen, warum sie mir das zumutet. Ab jetzt gibt es also Erfahrungsberichte aus der „literarischen Vorhölle“ von Seiten der Schreibenden. Ob ich aufgrund meines eigenen Lektorates auch mal sauer werde, wenn ich mich zu einer anderen Formulierung überreden möchte? Werde ich mir dann ausführliche E-Mails schreiben und versuchen, mich anzurufen? Und wird die Verlegerin in mir dann einfach nicht ans Telefon gehen? Vielleicht sollte ich mich auf meinem Facebook-Account selbst loben / beschimpfen / für verrückt erklären und aus der Freundesliste streichen. Aber ich glaube, das ist der Verlegerin alles piepegal – Hauptsache, ich liefere gute Texte und mache uns beide reich und zufrieden. – Na dann! 🙂

Und schon geht es los mit der Frage: Warum ist eigentlich die letzte Abrechnung so bescheiden? Was hat diese Verlegerin während der lesefreudigen Sommermonate gemacht, dass die Verkaufszahlen im Bodensatz der Erfolglosigkeit herumdümpeln?! „Urlaub habe ich gemacht“, sagt sie. „Den hatte ich mir schließlich auch verdient.“ Ich dagegen ärgere mich. Wie kann es sein, dass die sonst so konsumfreudigen Käufer ausgerechnet im letzten Quartal keinen Finger krumm gemacht haben und NICHTS besitzen wollten außer – ihrer Ruhe?! Wobei ich da ja auch nicht gerade – öhm … *hüstel*

Okay, aber mal Frust & Eitelkeit beiseite. Die neue Buchsaison hat begonnen! Und weil man das so schön in Frankfurt feiern kann, werde ich mir am Ort des Geschehens meine zukünftigen Leser live und in Farbe anschauen. Wie jedes Jahr. In der Hoffnung, dass jemand zwischen den rund 267 Neuveröffentlichungen in Deutschland pro Tag (!) mein Werk als Bestseller erkennt und zugreift. Leider jeder wohl nur einmal … Vorab studiere ich die Zahlen des Börsenvereins. Ganze 17 % vom Gesamtgeschäft entfallen auf E-Books, der Umsatzrückgang im Sortimentsgeschäft beträgt 3 %, überhaupt sieht es ganz seltsam in der Branche aus … Halt! Muss mich das als AUTORIN interessieren? Nun ja. Wir sind hier unter uns und euch kann ich es ja sagen: Ich hege einen dicken, fetten Groll gegen mein Alter Ego. Da habe ich mich wochenlang intellektuell verausgabt. Habe geschrieben, bis die Finger krumm und die Familie vergrätzt war. Habe mir so viele pointierte Wendungen aus dem Hirn geschleudert, bis ich aufgrund der humoristischen Überreizung schon gar nicht mehr lachen konnte. Ich habe mich sogar – aber das bleibt bitte unser Geheimnis! – in diversen Facebook-Gruppen herumgetrieben, statt zu schreiben. Ja! Auch ich habe mich an dieser Datensammelmaschine aktiv beteiligt und mit anderen Autoren versucht, eine Vermarktungs-Richtlinie für „Selfpublisher“ zu formulieren. Das lief ganz transparent unter meinem richtigen Namen. Und ich muss zugeben, es war auch ein bisschen Verlags-Bashing dabei. Aber es ist auch fies, wenn man weiß, wie es geht und dieses Ziege von Verlegerin macht es einfach nicht … Das war quasi Notwehr.

Und dann … habe ich in Eigenregie ein E-Book veröffentlicht. Etwas, das bei den elektronischen Ausgaben ja fast schon zum guten Ton gehört, zumal die Buchbranche ja so was von überhaupt nicht auf E-Books zu reagieren scheint. Nicht mal die Buchhändlerin meines Vertrauens hat E-Books in den Regalen stehen, weil „das sind ja keine richtigen Büchern“. Die werden sich noch wundern! Selbstveröffentlichung ist in und chic und bringt richtig fett Kohle. Das kann man überall nachlesen! Die Zeit der Papierdiktatur ist vorbei, jetzt kann jeder jederzeit alles, was er will, in den Äther blasen und reich, berühmt und sorglos werden. Ist das nicht herrlich?!

Zunächst wuchsen meine Umsätze beeindruckend gut, Kindle sei Dank. Dann trat die erste „Sättigung“ ein. Meine Werbung, die ich natürlich mit der Werbung anderer freier Autoren koordinierte – das ist ja keine Hexerei, ein wenig nachgedacht und fertig ist der Lack – habe ich flugs angepasst und … kam in die anderen Shops mangels Gewerbeschein nicht hinein. Amazonien ist eins, Apfel- und andere Lesestückanbieter etwas anderes. Was blieb mir also übrig, als meinen Bucherfolg dergestalt zu ruinieren, indem ich mein elektronisches Erfolgsbuch – ja, ich konnte mindestens zweimal von dem Ertrag essen gehen! – in die Hand nahm und meiner Verlegerin anvertraute … Seitdem verschimmelt es bei iTunes, Kobo, Weltbild und wie sie alle heißen. Was läuft da schief bei meinem verlegenden Alter Ego? Seitdem blogge ich wie wild und verfasse das eine oder andere Aufbruchspamphlet für Mitstreiter. Nieder mit den Verlagen, es lebe der unabhängige E-Book-Autor!

Mein Alter Ego, die Wunderwaldverlags-Chefin, hat dafür nur ein müdes Lächeln übrig und brummelt Sachen wie „alles schon mal dagewesen“, „Zielgruppenausschöpfung“, oder „Marktsättigung“, ich sollte weiterschreiben und mit dem nächsten Roman weitere Interessenten auf mich aufmerksam machen. Und – das muss man sich mal reinziehen – sie glaubt trotz meiner Beteuerungen nicht, dass ich mit meinem selbstverlegten Buch gleich den Brüller gelandet hätte. Na ja, damit hat sie ja auch ein bisschen Recht. Aber das würde ich ihr gegenüber niemals zugeben!

Ich hätte noch weitere Ideen für Familiengeschichten auf Lager, aber die kommen schon in der Vorbereitung nicht so richtig beim Publikum an. Ich muss mir etwas anderes einfallen lassen. Auf jeden Fall werde ich aber die Printrechte der nächsten Werke um jeden Preis für mich behalten, alles bei Create Space anbieten – BoD war gestern! – und den Buchhandel damit eigenhändig versorgen. Wäre ja gelacht, wenn ich meine Bücher nicht besser verkaufen könnte als meine Verlegerin!

Ja, und was bei diesem Besuch herausgekommen ist, erfahrt ihr in der nächsten Glosse mit dem Titel „Selbstverlegter Schnee von gestern“ …

Mehr von der Autorin unter portbunghulescu.wordpress.com

Es war einmal eine Teilzeitautorin – aaargh …

Von Bettina Unghulescu – zuerst veröffentlicht am 13. Juni 2014

Auf Geheiß meiner Verlegerin – ihr wisst schon, meine andere Persönlichkeit – tippe ich schon seit letzter Woche “Erfahrungsberichte” aus dem Leben einer Autorin. Mit dem Ergebnis:

a) Mir tun die Finger weh.

b) Meine Laune wird immer schlechter.

c) Wenn ich an meine Verlegerin denke …

Irgendwie geht ein Persönlichkeitentausch nie ohne Konsequenzen ab. Ich könnte mich als der nächste Gollum bewerben: Wir mögen sie … NAAAAIN, wir HASSEN SIIIIIE! Also die Verlegerin, meine ich. Schon lustig, wie man plötzlich die Meinung über sich selbst ändern kann. Aber was ist das auch für eine faule Henne, die ein Nest baut und keine Eier hineinlegt! – Na ja, und darüber schreibe ich gerade eine nicht enden wollende Glossen. Wie gut, dass es Kapitelüberschriften gibt …

So. Und weil mein Alter Ego findet, dass ich für heute genug Müll über ihr ausgekippt habe, werde ich jetzt den Nachmittag mit dem kernigen Satz beschließen: Ich liebe euch alle! Aber erst morgen wieder.

Mehr von der Autorin unter portbunghulescu.wordpress.com

 

Tipps & Tricks für Autoren: Nimm dich selbst nicht so ernst

Zuerst veröffentlicht am 13.05.2016

Du hast „ein Buch“ geschrieben? Das heißt, du hast einen Stift in die Hand genommen und hintereinander weg, quasi im Eifer des Gefechts, mit rasender Genialität und zündenden Ideen zwei Wörter aneinandergeklebt – in etwa so?

Herzlich Willkommen im Olymp!

Mal Scherz beiseite. Wenn wir es als durchschnittliche Mitteleuropäer mit Personalausweis, fester Bleibe, Arbeit und Aussicht auf ein Feierabendbier schaffen, 1000 unschuldige Blätter vollzuschreiben, dann ist das natürlich erst mal ein Fleißkärtchen wert. Aber ob da auf dem Papierstoß etwas Sinnvolles zusammengekommen ist, tja, das steht im wahrsten Sinne des Wortes auf einem anderen Blatt! Und deshalb ist die Aussage „Ich habe ein Buch geschrieben“ mit Vorsicht zu genießen. Zumal diese Tätigkeit hin und wieder zu einem, gelinde gesagt, geschwollenen Selbstbewusstsein führt.

Denn es gibt wichtigere Dinge, als den Günter Grass der Zukunft zu mimen. Schöneres, als sich mit anderen über den Gehalt des Wortes „Elbe“ zu streiten oder darüber Befindlichkeiten zu entwickeln, dass jemand anders aufgrund einer „besseren Verkaufsstrategie“ scheinbar mehr Bücher verkauft. Was machen wir denn, wenn wir schreiben? Bestenfalls eine nette Geschichte erzählen, die der Welt im Großen und Ganzen nichts bringt außer ein bisschen warme Luft, während irgendwo auf der Welt jemand für solche freien Worte verfolgt wird. Oder gefoltert. Oder getötet.

Natürlich hat man manchmal auch etwas zu sagen – und das sollte man auch tun und danach sein Leben in aller Ruhe weiterleben. Denn wir sind nicht mehr als Staub im Wind (Kansas), und nur an die wenigsten Menschen erinnert man sich nach 100 Jahren noch, ohne sich am Kopf zu kratzen und zu fragen: „Was hat der jetzt noch mal genau gemacht?“

Mit diesem Gedanken geht man doch gleich viel entspannter an die Schreibsache heran, oder? Also nicht vergessen: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch kein Literatursüppchen.

Fingerknochen voraus: Schlimme Schreibvergangenheit einer Lektorin Teil 2 :-D

Endlich wieder ein ! Ich hatte schon befürchtet, dass ich im 4. Band zum Literaturprofi mutiert bin: Deshalb klopfte ihr Herz mit ihrem Fingerknöchel im Takt (an die Tür), bevor sie die Klinke hinunterdrückte und eintrat.

08.06.18, 14.00 Uhr

 

 

 

Noch mehr schlimme Schreibvergangenheit gibt es hier: Schlimme Schreibvergangenheit mit Pizza

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