Die Top Hen der schönsten Autokorrektur-Kracher Teil 2

46_Coppelia_im_Heu_Wunderwaldverlag_140Bettinas allerliebster Werkstattbericht zu ihrem allerersten Ballettroman Coppelia im Heu

Und hier kommt der zweite Teil des Roman-Blogposts Nr. 14 – Alicia hat noch nicht von ihrem Aberglauben gelassen, dass 13 Blogposts zum ersten gemeinsamen Ballett-Liebesroman ein böses Omen sein können. Hier geht’s zu Teil 1 – click! Meine humoristisch veranlagte Autokorrektur hat sich auch diesmal nicht lumpen lassen und ein paar überaus interessante Vorschläge unterbreitet:

  1. Achtung, noch ein Spoiler: Viele junge Musiker verdienen ihre ersten Sporen mit Volksmusik (nein, ich meine nicht volkstümliche Musik, das ist was anderes). Meist präsentieren sie ihr Können bei Trachtenmärschen – so auch Dominik, Berni und Norbert von „Enzian Blues“. Schon aus dem Grund würde ich so was nicht als Menschenverachtend bezeichnen, wie die Rechtschreibhilfe es tat, auch wenn es in der Realität manchmal so anmuten mag. Wer sich mit Volksmusik beschäftigt, kann keinen anderen Blödsinn machen – Punkt.
  2. Auch die Gegenüberstellung von Wirtsfrau und Wirtshaus finde ich übertrieben.
  3. Der Ort Tschagguns fand Eingang in den Roman und liegt dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und sich nicht etwa Totschlagens! Das möchte ich hiermit klargestellt haben.
  4. Noch mal was für Friseure: Eine Kahlrasur kann u.U. als Rasurfehler ausgelegt werden. Zum Beispiel von meiner Rechtschreibhilfe.
  5. Auch das Rüschenungeheuer ist eine Eigenkreation und wurde prompt als Schenkungssteuer ausgelegt. Sprich: Wenn ich mir weiterhin Worte ausdenke, muss ich das dem Finanzamt melden?!
  6. Der vorletzte Vorschlag ist nicht unbedingt jugendfrei. Trotzdem bringe ich ihn (fast) kommentarlos: Der Gendarmerieposten, eine Polizeistation, wurde zu Gendarmeierposten. Sorry!
  7. Und auch den letzten Eintrag auf dieser Liste will ich euch nicht vorenthalten, da er eine gewisse Abwertung beinhaltet und in unserer aufgeklärten, freien Welt so was wie einen Anachronismus darstellt. Die Kummerkastentante wurde zur Kammerkastentunte.

Wer mitgezäht hat, weiß jetzt, dass auch die Überschrift dieses Blogposts fehlerhaft ist, denn es ist keine Top Hen (Ten), sondern eine Top Fourheen (Fourteen).

Coppelia im Heu – E-Book, ca. 230 Seiten für 3,99 Cent auf zahlreichen E-Book-Plattformen!

Ballett & die Top Hen der schönsten Autokorrektur-Kracher Teil 2

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Und hier kommt der zweite Teil des Roman-Blogposts Nr. 14 – Alicia hat noch nicht von ihrem Aberglauben gelassen, dass 13 Blogposts zum ersten gemeinsamen Ballett-Liebesroman ein böses Omen sein können. Hier geht’s zu Teil 1 – click! Meine humoristisch veranlagte Autokorrektur hat sich auch diesmal nicht lumpen lassen und ein paar überaus interessante Vorschläge unterbreitet:

  1. Achtung, noch ein Spoiler: Viele junge Musiker verdienen ihre ersten Sporen mit Volksmusik (nein, ich meine nicht volkstümliche Musik, das ist was anderes). Meist präsentieren sie ihr Können bei Trachtenmärschen – so auch Dominik, Berni und Norbert von „Enzian Blues“. Schon aus dem Grund würde ich so was nicht als Menschenverachtend bezeichnen, wie die Rechtschreibhilfe es tat, auch wenn es in der Realität manchmal so anmuten mag. Wer sich mit Volksmusik beschäftigt, kann keinen anderen Blödsinn machen – Punkt.
  2. Auch die Gegenüberstellung von Wirtsfrau und Wirtshaus finde ich übertrieben.
  3. Der Ort Tschagguns fand Eingang in den Roman und liegt dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und sich nicht etwa Totschlagens! Das möchte ich hiermit klargestellt haben.
  4. Noch mal was für Friseure: Eine Kahlrasur kann u.U. als Rasurfehler ausgelegt werden. Zum Beispiel von meiner Rechtschreibhilfe.
  5. Auch das Rüschenungeheuer ist eine Eigenkreation und wurde prompt als Schenkungssteuer ausgelegt. Sprich: Wenn ich mir weiterhin Worte ausdenke, muss ich das dem Finanzamt melden?!
  6. Der vorletzte Vorschlag ist nicht unbedingt jugendfrei. Trotzdem bringe ich ihn (fast) kommentarlos: Der Gendarmerieposten, eine Polizeistation, wurde zu Gendarmeierposten. Sorry!
  7. Und auch den letzten Eintrag auf dieser Liste will ich euch nicht vorenthalten, da er eine gewisse Abwertung beinhaltet und in unserer aufgeklärten, freien Welt so was wie einen Anachronismus darstellt. Die Kummerkastentante wurde zur Kammerkastentunte.

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Ballett & warum es eine Schlange sein musste!

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Alicia und ich bezeichnen uns als „faunophil“, was, wenn wir Glück haben, tierlieb bedeutet. (Wenn nicht, hatten wir sehr lustige zehn Minuten.) Deshalb wollten wir unbedingt „was mit Tieren“ schreiben, die eine große Bedeutung für den Plot haben.
Wie ich schon im Post Warum Österreich fast so gut ist wie Rumänien geschrieben habe, wäre der Plot beinahe im australischen Outback gelandet, weil Alicia es so wollte. Sie liebt nämlich Koalabären. Dieses putzige, Eukalyptus verputzende Bärchen, das zu den Beuteltieren zählt, hätte den Anstoß zum Kuss zwischen Dominik und Sofia geben sollen – und hätte damit quasi das Ende des Romans eingeläutet, jedenfalls in der Ursprungsfassung. In diesem Stadium hieß Sofia auch noch Sophie, sprich: Soufi, und stammte aus Adelaide, und Dominik war ein frankokanadischer Musiker auf Selbstfindungskurs.
So, und dann landeten wir schließlich in Österreich. Dort gibt es keine Koalabären. Und die lassen sich bestimmt auch nicht in einer Scheune einsperren, ohne dass man sie bemerkt, wenn man mitten in der Nacht in diese Scheune einbricht. (Und wir fanden es grausam, so ein armes, putziges, von Blähungen geplagtes Bärchen mitten in der österreichischen Kälte frierend vom Balken hängen zu lassen.) Die Alternativen hießen Schnabeltier – daraus wurde Carsten, der Feuerwehrmann – Schnabeligel – der wurde wieder nach Australien geschickt – Kiwi – ein Zooausbrecher – und Kaninchen, weil es davon in Australien sehr viele gibt. Nun ja, ein Kiwi ist zwar lustig, aber uns fiel partout nicht ein, warum er sich in einer österreichischen Scheune verstecken sollte, zumal der nächste Zoo in Salzburg ein paar hundert Kilometer entfernt gewesen wäre. Kaninchen haben nichts Bedrohliches an sich. Und wir konnten uns auch nicht vorstellen, dass zwei Verliebte sich küssen, nur weil ihnen in der Dunkelheit ein Kaninchen über die Beine flitzt. („Hey, schau mal, ein Kuschelkaninchen – knutsch!“) Und abgedroschen ist das Karnickel als Fruchtbarkeitssymbol sowieso.
Vielleicht hätten wir noch ein Killerkaninchen eingebaut, wenn, ja, wenn uns nicht die Schlange eingefallen wäre. Ausgerechnet in einer katholischen Gegend mit Schlangen zu hantieren, mag auf den ersten Blick lautes Gähnen hervorrufen. Wenn ihr fertig gegähnt habt, lest, warum uns dieses Klischee mit der Schlange im Garten Eden nicht schreckte: Alle o.g. Tierchen werden mit kuscheln, flauschig, liebhaben assoziiert. Sie sind sozusagen die Katzen für Arme. Aber Katzen gibt es schon genug in der digitalen Welt der Bücher – also her mit den gefährlichen, ekeligen und trotzdem klugen Bestien, die uns arg fehlen würden, kümmerten sie sich nicht um das Ungeziefer, das die Ernte anknabbert und Krankheiten überträgt.
Also hier noch mal ganz offiziell der Spoiler für Unentschlossene: In diesem Liebes kommt eine waschechte Schlange der besonders gefährlichen Sorte vor. Und gäbe es sie nicht, wäre die Geschichte zwischen Dominik und Sofia ganz anders verlaufen.

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Ballett & die ständigen Unterbrechungen

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Ich erinnere mich finster, dass Alicia sich einmal über das Verständnis für ihr die Portokasse füllendes Hobby ihrer Familie ausgelassen hat. Es war wohl nicht so groß, wie man sich das allgemein vorstellt – und bei mir ist es ähnlich.
Kaum hat man sich hingesetzt, wird gefragt: Isses was eigenes oder für den Verlag? So lang ich „für den Verlag“ antworte, habe ich meine Ruhe. Als ich jedoch kurz nach dem Start des Alicia-Bettina-Projekts mit „was eigenes“, antwortete, war es vorbei. „Das sind ja sowieso nur Satzdrechseleien, die nix einbringen“, erwähnte ein Mitglied meiner Familie, das ich aus Datenschutzgründen n.n. bezeichne. Als ob Handwerk nicht schon immer goldenen Boden gehabt hätte! Und so haute ich, sobald ich allein war, wie eine Wilde in die Tasten, um so viel wie möglich runterzureißen, bevor meine Familie wieder hereinschneite. Irgendwann versuchte ich es mit Betrug und flog prompt auf. Ich behauptete frech, dass ich gerade einen Alicia-Text lektoriere, als das jüngste Familienmitglied über meine Schulter linste. Kurz darauf musste ich mir anhören, dass es nur einen Menschen auf der Welt gäbe, der solche Sätze produziert wie ich – und das war ich selbst. Vorbei war es mit der konzentrierten Textarbeit!
Nur das Abschlusslektorat haben mir meine Lieben gelassen. Wenn ich denke, wie viel Schweiß ich in die Entstehung des Romans gesteckt habe, was in keiner Weise gewürdigt wurde und immer noch nicht wird! Jedoch das Lektorat, das sich mit Mark und Pfennig bzw. Euro und Cent belegen lässt, ist in ihren Augen anscheinend legitim. Denn das lässt sich in einen Wochenendeinkauf, mehrere Riesenportionen Eis, ein paar elegante Boots oder einen Kinobesuch mit anschließendem Restaurantbesuch umtauschen. Deshalb bin ich heute, am 10. Dezember 2014, gespannt, was sie dazu sagen, dass mein Name auf dem frisch gelieferten Buch steht, gleich neben Alicias. Ob sie endlich einsehen, dass die Schreiberei auch gilt, wenn man seinen eigenen Hirngespinsten freien Lauf lässt?

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Ballett & warum Österreich fast so gut ist wie Rumänien

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Weil das ist nämlich so: Ich war ein wenig grantig, weil außer mir anscheinend niemand auf Plots abfährt, die in den Karpaten spielen. Das war schon beim ersten Romanprojekt so, das ich mit Alicia startete und kurz darauf wieder auf Eis legte, weil sie das Happening lieber in Großbritannien spielen lassen wollte. Das kam mir aber nach der liebevollen Gestaltung des Ortes, der mir vorschwebte, nicht in die Tüte. Bis Alicia meinte, ich solle doch nicht so „altfränkisch“ sein, also verbohrt und rückständig.
Na ja, eigentlich wurde ich noch einen Hauch trotziger, weil ich mir dachte: Jetzt erst recht! Und so kam es, dass „Coppelia im Heu“ in der Endfassung weder im britischen noch im australischen „Outback“ spielt, auch nicht in der französischen Camargue oder an der Mittel- oder Schwarzmeerküste. Ich weiß nicht mehr genau, wieso wir ausgerechnet in Österreich die Schnittmenge unserer Begierden fanden, aber da waren wir nun … mitten im nicht besonders dicht besiedelten Westen Österreichs. Tschak.
Letztlich wäre es egal gewesen, wo Sofia und Dominik sich zum ersten Mal begegnen, da es in der Nacht überall auf der Welt dunkel ist und Tiere, mit denen man nicht rechnet, ein Szenario immer unangenehm verändern können. Aber dann stellten Alicia und ich fest, dass wir am besten über Österreich Bescheid wissen und notfalls auch Infos aus erster Hand darüber bekommen können, was notfalls wiederum die Glaubwürdigkeit eines Plots steigert. Und deshalb sind wir in Vorarlberg geblieben. (Ein bisschen schade zwar, dass ich meinen Plot über Piatra Neamţ erst mal auf Eis legen musste, aber wer weiß, was der Verlegerin bis zum nächsten Romanprojekt noch einfällt.)

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Ballett & Zugfahren in Österreich

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Natürlich habe ich Alicia nicht die ganze Recherchearbeit überlassen. Die interessanten Teile, z.B. die landschaftliche Erkundung der Tatorte, habe ich mir vorbehalten, weil ich dachte, dass es sowieso am schnellsten geht. War natürlich nicht der Fall, wenngleich ich dabei etwas Interessantes über die österreichischen „Öffis“ herausgefunden habe: nämlich, dass es in der Alpenrepublik gar nicht so leicht ist, von A nach B zu kommen.

Wenn man z.B. von Sonntag, wo der Roman spielt, nach Bludenz will, von wo Sofia in die andere Hälfte der zivilisierten Welt zurückkehrt, dann kann das an einem Sonntag im September lässige 90 Minuten dauern. Nippes, denkt ihr, die in Deutschland auf dem Land wohnen, gell? Aber hier können wir wenigstens auf verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen, wenn eine ausfällt, weil die Gegend idR dichter bevölkert ist als im Westen Österreichs. Außerdem haben wir nicht so viele Wälder, Bergrücken oder Wiesen zwischen den einzelnen Wohnflecken herumstehen, auf denen die wenigen Häuser sprießen. Und gäbe es nicht in jedem Flecken ein Gasthaus mit Parkplatz, vor dem die Postbusse – das Pendant zu unseren Überlandbussen – starten, dann wäre es dort vielleicht immer noch so zappenduster.

Landschaftlich hat Vorarlberg durchaus seinen Reiz mit seinen grünen Matten und der Einsamkeit. Man darf dort nur nicht ohne Auto unterwegs sein, was ja Sofia gleich zu Beginn des Romans zum Verhängnis wird. Da sie mitten in einer Samstagnacht in Vorarlberg gestrandet ist und auch kein Postbus mehr fährt, muss sie sich ins Hubersche Auto setzen, dessen Besitzer, gelinde gesagt, angeheitert ist. Auf der anderen Seite hätte sie ohne diese Höllenfahrt niemals Dominik an der Bushaltestelle getroffen. Hätte man beizeiten dafür gesorgt, die Infrastruktur des Transportwesens zu verdichten, wäre sie vielleicht ganz entspannt nach Salzburg zurückgekehrt, hätte eine Eins-A-Karriere hingelegt – ja, und worüber hätte ich dann geschrieben? Darüber, dass eine erfolgreiche Ballerina und ein ziemlich reicher Musiker sie nie kennengelernt haben?

So aber hatte ich das Vergnügen, in wunderschönen Namen zu wühlen, angefangen bei Sonntag, Thüringen und Meiningen, was es bei uns in der BRD ja auch gibt, bis hin zu den diversen Spielorten wie Tschagguns – klingt wie eine kleine, in den Bergen vergessene Lokomotive, gell? – die geradezu musikalisch in den verwöhnten deutschen Ohren klingen.

Noch eine andere Sache möchte ich hier aber mal loswerden: Die Deutsche Bahn mag ja umständlich sein und uns manchen Streik bescheren. Aber wenn ich mir anschaue, wie das in Österreich funktioniert, frage ich mich, was wir überhaupt zu meckern haben, denn es geht tatsächlich noch einen Tacken umständlicher.

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Ballett & die Freude am Formulieren

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„Je länger die Sätze, umso glücklicher die Bettina.“ Diese Verlegerin-Aussage macht mich hin und wieder stutzig, besonders, wenn sie mit dem extradicken Rotstift an meinen Texten sitzt und ich nach Wochen einen knallroten Stapel Papier zurückbekomme. Ja, sie hat mir ein paar wirklich tolle Konstruktionen gestrichen, an denen ich teilweise mehrmals mehrere Minuten gesessen habe. Schnüff! Sie waren so ausgeklügelt formuliert, dass eigentlich jeder Depp sie verstanden hätte – aber das fällt ja nun dank der Intervention der allmächtigen Verlegerin aus.

Trotzdem sieht sie es ganz gern, wenn ich an Alicias Texten herumschraube und die in ihren Augen zu einfach geratenen Stellen „aufhübsche“, natürlich nicht nur mit Satzglied-Extensions. Vielleicht hat sie auch Angst, dass ich irgendwann Zeug schreibe, dass sie nicht mehr versteht? Wer weiß das schon! Jedenfalls war es nach der langen Trockenperiode in der Wüste der Blogposts eine richtige Wohltat, wieder in Formulierungen zu baden und damit herumzuspritzen, so oft und so intensiv es ging! Ich muss aber auch sagen, dass die Verlegerin die meisten Wurstsätze dringelassen hat. Vielleicht sind sie ihr auch nicht aufgefallen oder sie war froh, dass ihr in absehbarer Zeit ein Interimstext vorliegt … egal. Nach „Tante Thea“ tat es gut, die Füße in den Formulierungssumpf zu stecken.

Letztlich macht ja diese Freude die Kunst des Schreibens aus – man schreibt mit Hingabe und schwallt mitunter auch mit viel heißer Luft herum, so wie ich das gerade tue, weil ich die Folgeaufgabe bekommen habe, einen Werkstattbericht in mehreren Etappen zu verfassen, das kennt ihr ja schon. Dieser Text über den Text macht auch Spaß, aber nicht ganz so viel, weil ich ja schon weiß, worüber ich geschrieben habe und jetzt nur noch einen Sekundärtext dazu verfasse. Es könnte sein, dass mich das Klappern der Tastatur stärker als der Text in seinen Bann schlägt, weshalb meine Sätze schon wieder länger und die Finger schneller werden. Es könnte allerdings auch zutreffen, dass die Schwallerei dem Bedürfnis, die Finger zu bewegen, entgegenkommt und dabei quasi im Gehirnleerlauf einen Text auszuspucken, der später gepostet wird, während ich in diesem Moment das Klappern der Tastatur genieße. Fakt ist aber in jedem Fall, dass der Spaß am Satzzusammenzimmern nicht kleiner wird. Und das, so Alicia, merkt man meinem Roman auch an. Na dann!

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Ballett & wie doch noch ein Liebesroman daraus wurde

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Schritt 2 war schon schwieriger, auch als wir den Rahmen mit den verschiedenen Etappen quer durch Österreich hatten. Alicia und ich sind nämlich Fans der Metaebene. Wir wollen zwischen den Zeilen etwas rüberbringen, damit man nicht nur Zellulose kaut, während man gut unterhalten wird. Aber was ist für Sofia und Dominik wichtig?

„Sollen sie heiraten?“, überlegte Alicia. Ich war kategorisch dagegen. Das können sie außerhalb meines Romans gern tun, aber ich will nix damit zu tun haben – von zu viel Klischee bekomme ich Ausschlag.

„Sollen sie sich für immer trennen?“, hielt Alicia dagegen. Neee, das wollte ich auch nicht … so richtig. Immer wieder mal trennen ist ja okay, weshalb wir die beiden auch einmal von West nach Ost jagen. Über allem schwebte die Frage, was die beiden aufgeben müssen, wenn sie zusammenkommen: Sofia hätte ganz klassisch ihre Tanzkarriere sausen lassen können, um mit ihrem aufstrebenden Musiker das große Glück zu erleben – Schluss, Kuss, Hollywood. Oder er wäre mit ihr als Künstlerpärchen auf die Piste gegangen, und dann hätten sie sich singend und tanzend durch die Welt des einzig Schönen und Wahren geschlagen. Uaaargh …

Nein, ich wollte sie lieber beide auf dem Sprung wissen: Dominik mit seiner angeblich sicheren Zukunft und dem Manager Rippenspiegl, der ihn mit seiner Band reich und berühmt machen will, aber etwas gegen seine Privatkontakte und außerdem noch ideelle Schulden bei einem Spezi hat. Sofia, die zwar tanzen will und alle Freiheiten hat, aber finanziell auf keinen grünen Ast kommt – das ist die Mischung, aus der mein Roman sein sollte. Und dazu natürlich ein bisschen Liebe, damit der Leser nicht von den ideellen Diskussionen um Freiheit, Liebe und Kunst erdrückt wird. Und dann ist da ja noch der Alltag, der den Künstler hin und wieder daran hindert, Künstler zu sein, weil der Alltag eben auch die große Liebe beinhalten kann und deshalb auf witzige Abwege führt.

Was soll ich sagen? Der Verlegerin hat’s gefallen.

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Ballett & warum man manchmal eine Story komplett neu strukturieren muss …

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… weil einem plötzlich in den Sinn kommt, warum man die Story überhaupt schreibt.

Die Sache mit dem gemeinsamen Roman war eigentlich ganz locker gelaufen. Man schreibt mal schnell einen packenden Text mit ein bisschen Sex – ja, die Verlegerin hat explizit von Sex gesprochen –, und dann haut man das Ding raus. Bis zur Seite 50 war das auch so, jedenfalls bei mir.

Dann kam die Namensdiskussion mit Alicia. Damit wurden Dominik und Sofia richtiggehend personifiziert – welche Eigenschaften passen zu dem Namen, woher kommt er überhaupt, woran erinnert er mich – und ich hatte plötzlich das starke Bedürfnis, sie nicht einfach nur ins Heu zu jagen und dann ihres Weges gehen zu lassen, sondern ich wollte ihnen ein richtiges Abenteuer schenken. Eines, bei dem sie sich kennenlernen, aus den Augen verlieren, sich wiederfinden und dann kommt der Böse und … Tadaaa! Fertig ist der Liebesroman!

Tja. Die Verlegerin hat sich einen Ast gelacht, als ich ihr meine Bedenken vortrug, Dominik und Sofia mit maximal 50 Seiten abzufrühstücken, die übrigens schon fix und fertig auf ihrem Tisch lagen. „Eigentlich ist dieser Roman ja eine Verlegenheitslösung“, meinte sie, „weil zwei Romane erst später herauskommen. Aber zwei Wochen kann ich dir noch geben, wenn du unbedingt mehr draus machen willst.“ Zwei! Wochen! Für einen kompletten Roman!!!

Mal wieder war es Alicia, die mich rettete, indem sie sich ein paar Stunden am nächsten Tag nahm und mit mir eine ziemlich schräge Story aus dem Boden stampfte. Das heißt, so schräg war die Sache auch wieder nicht, eher schwülstig, aber es lag ja an mir, das ganze aufzupeppen. Ich war ehrlich gesagt ein wenig damit überfordert, auf die Schnelle noch die Hintergründe zusammenzuschustern, mit denen Sofia & Dominik ihre Umwelt zum Einsturz bringen. Also schlug Alicia vor, sich auf Momentaufnahmen zu beschränken und alles andere dem Leser zu überlassen, „mehr ist bei 200 Seiten einfach nicht drin!“ Womit sie Recht hatte. Das war Schritt 1.

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Ballett & Namensänderungen: Alicias Tic

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Eigentlich wollte Alicia diesen Post schreiben, weil sie für ihre gefürchteten Namensänderungen bekannt ist. Die Verlegerin meinte aber, dass ich als Leidtragende das besser ausdrücken könne. Nun denn!

Anfangs ließ ich aus einer Laune heraus Philipp und Sofia bei Nacht und Nebel durch Vorarlberg tappen. Dann meinte Alicia, die zwar nicht aktiv in den Text eingriff, dafür aber wie wild nebenher recherchierte, dass Philipp in dem Zusammenhang vielleicht nicht so gut wäre. Da gibt es nämlich eine Band, deren Frontmann auch Philipp hieße und die blöderweise auch im österreichischen Westen, also Vorarlberg, ansässig wäre – Verwechslungen wären vorprogrammiert. Ganz ehrlich, das wusste ich nicht! Auf die Gegend war ich vor längerer Zeit gestoßen, als ich für Alicia und ihren Roman „Wiener Blut“ recherchierte (wir ergänzen uns da immer ganz gut). Joey, der in Alicias Roman an allem Schuld ist, was Tibor und Sandra zustößt, sollte aus einer einsamen Ecke stammen, in der Stadt seinen Lebenstraum erfüllen, aber nicht unbedingt aus dem Burgenland nach Wien gekommen sein. Und in Vorarlberg gibt es so herzige Namen wie Sonntag, Thüringen, Tschagguns und so weiter. Ich mit meinem Faible für Lautmalerei wollte mir das natürlich nicht entgehen lassen. Und dann waren da noch die Öffis, zu denen ich später noch etwas schreiben werde.

Jedenfalls ging Philipp deshalb nicht, weshalb ich ihn zum Dominik machte, denn ein alter Name sollte es schon sein (und Dominik war mir wiederum von einer anderen Begebenheit in Erinnerung geblieben, deren Darlegung diesen Rahmen sprengen würde). Also Dominik und Sofia – nein. Alicia schlug Dominik und Vivian vor. Ja, da ging mir das Herz auf! Bis ich mich an eine Klassenkameradin erinnerte, mit der ich zudem nicht ganz angenehme Ereignisse verbinde. Wer bin ich, dass ich mir meinen von einer alten Widersacherin zunichte machen lasse, auch wenn ich mich nur ihres Namens bediene? In Ermangelung einer Alternative machte ich sie zur Viviane, und weil es gerade passte, aus Dominik einen Florian, um ihn zu verkallauern:

Endlich haben sich die Protagonisten vor dem Regen in einen Heuschober gerettet, da hat Sofia-Vivian-Viviane plötzlich Angst, von einem Floh gestochen zu werden. Dominik, jetzt Florian, denkt: „Der einzige Floh im Stroh, der sticht, bin ich!“ Die damit verknüpfte Assoziation, dass Florian am liebsten Sofias „Stecher“ wäre, fand Alicia allerdings zu derb. Florian als Name für Rosalies Mann – Rosalie ist Dominiks herrische Schwester – fand sie dagegen passend, weil der eher harmlos ist, und Florian klänge so „nett“ – na gut!

Die Flohangst ist geblieben, Viviane wurde wieder zur Sofia, Dominik blieb Dominik. Und ich hole mir erst mal Globuli gegen die leichte Dissoziationsstörung, die mich im Lauf dieser Diskussionen ereilte.

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