Warum jetzt noch Hausmeister*innen als Superhelden?

kindofballet

J-NATOR: Mobbing und Bullying

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Ganz einfach. Man sieht sie nicht. Aber wenn sie nicht da sind, fehlt etwas oder es geht etwas kaputt, und niemand außer ihnen kann es reparieren. Genau deshalb haben u.a. Hausmeister*innen mindestens eine Superkraft verdient. Hört man sich im „echten“ Leben um, stellt man fest, dass Hausmeister*innen Erfahrungen mitbringen, die man nie vermutet hätte. Das könnte bedeuten, dass sie Arzt oder Ärztin hätten werden können, aber ein Ereignis hat es vereitelt. Oder sie waren auf dem besten Weg zum Staranwalt oder zur Astronautin – und dann reichte ein dummer Zufall, und aus war’s.

Und jetzt also eine Hausmeisterin namens Rebecca in der Schule, in der sie selbst genug Mist für zwei Leben erlebt hat. Sie kann nicht nur Reparaturen ausführen und grimmig schauen, wenn die Jugendlichen über den frisch gebohnerten Boden schlappen. Sondern sie kennt auch das, was im zwischenmenschlichen Bereich während der Schulzeit geschieht. Garniert mit einer besonderen Gabe – oder von mir aus auch Superkraft – kann sie das, was man nicht sieht, vielleicht sogar reparieren. Zum Beispiel das Bullying, das in der Zeit, in der diese Geschichte spielt, noch als Hänseln oder Ärgern verharmlost wurde. Erst Mitte der 1990er entstand allmählich ein Bewusstsein, was mit den Drangsalierten passiert und welche psychischen Langzeitschäden dadurch entstehen können. Seitdem ist viel, aber noch lange nicht genug passiert.

Vielleicht braucht es ja mehr als nur einen Underdog, um zu reparieren, was kaputt gegangen ist.