„Schreib doch mal was richtig Spannendes“, hörte ich nach dem Roman Schweig still, dessen Plot manchen Lesern zu offensichtlich gestrickt war. Ja, ich gebe zu, ich hatte meinen Schwerpunkt auf die Machbarkeit gelegt, da ich als Autorin vorher noch nichts mit dem Krimi-Genre zu tun hatte, nicht mal theoretisch. Klar, von Agatha Christie hatte ich ein paar Bücher gelesen. Den Tatort schaute ich mir schon seit einer Weile regelmäßig an, weil es sich so ergeben hatte. Aber sonst war mir das Morden auf dem Papier eher fremd. Außerdem konnte ich mir vor der Arbeit an Schweig still nicht recht vorstellen, wie das mit dem Krimi-Plotten überhaupt funktionieren soll, wenn man konsequent auf das bereits festgelegte Ende hinarbeitet.

Also lautete die Devise für Im Rausch: Mach’s ein bisschen verzwickter. Und bitte nicht ganz so unentschieden, ob eine eher depressive oder doch abgedrehte Grundstimmung im Roman vorherrschen soll!

Da die Kommissarin Hanna Lundqvist mit ihrer Biestigkeit nicht besonders gut ankam (mir gefiel sie vor allem wegen ihrer unübersehbaren Tendenzen zum Ekelpaket), ich aber auch keinen weiteren ar…glatten Charakter à la Gunnar Nyberg einflechten wollte, entschied ich mich für das unfreiwillige Duo Olofsson & Modersson. Aleksander Olofsson ist, wie Tuva auch, bereits aus Schweig still bekannt. In welcher Rolle, darf man gern dort nachlesen. Und da ich Gefallen am Recyceln der Figuren fand, bekam der Kleiderkurier aus dem ersten Roman endlich die Gelegenheit, in seinem Job als Hauptkommissar zu agieren. Schließlich hat er schon in Schweig still eine immens wichtige Verbindung zu Nelli, womit wir wieder bei der Vorgeschichte von Stina Bergström-Larssons Tochter sind.

Und was ist mit Modersson? Ursprünglich sollte diese Figur ein in Stakkato-Sätzen sprechendes Mitglied des schwedischen Nachrichtenkorps werden, das sich Stück für Stück selbst demontiert. Aber das erschien mir dann doch zu klamaukig, zumal damit auch zu viel Wirbel in die Handlung gekommen wäre. Tuva reichte mir als überdrehte Protagonistin. Außerdem ist es nicht neu, die „Verteidiger von Recht und Ordnung“ wie Deppen dastehen zu lassen. Und Modersson ist kein Depp. Definitiv nicht! Auch wenn … nein. Lest selbst!

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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