Von Fewskulchor - eigenes Bild, CC-by-sa 3.0/de, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=4921542

Im Rausch: Das Übel mit den Pseudonymen

Weil es nach wie vor zutrifft, wiederhole ich hier den Post Warum noch ein Pseudonym?, der bereits am 25.09.2016 erschien. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Michaela Stadelmann ist ein Name, den man sich eigentlich ganz leicht merken kann. Nach nunmehr 42 Jahren auf dieser Erde bin ich jedoch zu der Überzeugung gekommen, dass nur ich mir meinen Namen richtig merke. Ich habe deshalb ein paar Namensunfälle aufgeschrieben, die mich neben der Überzeugung, dass ein Roman sich mit dem passenden Namen besser vermarkten lässt, zu meinen Pseudonymen Bettina Unghulescu und Alicia Mirowna brachten:

Anfangs war es der „Wurzel-Spleen“: Wo komme ich her bzw. meine Familie, was kann man mit diesem Wissen anfangen etc. Verstärkt wurde das Ganze durch die Tatsache, dass sich meine Gesprächspartner im besten Fall an Manuela erinnern, aber nie an Michaela. (Im Standesamt wurde ich sogar zur Andrea … Aber nie zum Horst.) Warum ist das so? Es gibt doch sogar einen Schlager, der „Michaela“ heißt. Sollte ich mich bei Bata Ilic beschweren, dass er mir ungewollt das Leben so schwer macht? – Auf den Ersatznamen Bettina fiel die Wahl eher zufällig. Er klingt ganz nett und ist für Leute, die nicht Michaela heißen, gut zu merken. Und bei Unghulescu handelt es sich um die romanisierte Form meines Mädchennamens. Wer mag, kann sich auf einer Übersetzungsdatenbank informieren, von welchem Namen sich diese rumänische Form ableitet. – So verfasste ich meine ersten Romane unter diesem sehr schönen, aber für viele Leser unaussprechlichen Pseudonym, weshalb ich es schnell wieder zu den Akten legte.

Für die Ballettromane musste was Schmissiges her, am besten was Russisches. Ganz ohne Wodka entstand so Alicia Mirowna, mein osteuropäisches Alter Ego, das zweimal sieben Ballettromane verfasste. Alicia wurde wahrscheinlich wegen des thematischen Konditionierung Russland – Ballett von den Lesern so gut angenommen.

Und nun zum Schweden-Krimi, der unter meinem richtigen Namen erscheinen sollte: Mi-cha-e-la-Sta-del-mann. Das sind sieben Silben, bei denen man viel falsch machen kann. Nicht nur, dass Michaela anscheinend nicht memorierbar ist, nein, mir sind im Laufe der Jahre die wunderlichsten Namensvariationen angedichtet worden, beliebig erweiterbar mit frei wählbarem Vornamen: Stadlmann, Stapelmann, Staglmann, Steckelmann, Steckelen, Stättlmann, Stadler, Stattler, Städtler, Steckler usw. usf. Hey! Hört auf damit! Oder wollt ihr mich etwa alle heiraten?! Und wenn es jetzt schon so schlimm ist, wie wird mein Roman dann in den Buchhandlungen geschweige denn im Internet gefunden?!

Jedenfalls musste etwas her, das sich der neugierige Krimi-Leser merken kann, am besten ein Name, der nicht zwingend dazu führte, dass der Roman irgendwann im Querformat gedruckt werden musste.

Und in diesem Post erfahrt ihr, dass man auch mit den Initialen Schindluder treiben kann: Die Initialen bleiben und was man alles daraus machen kann.

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Mikaela Sandberg bei Midnight Ullstein


Bildnachweis Fewskulchor – eigenes Bild, CC-by-sa 3.0/de, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=4921542

Im Rausch – Hand aufs Herz: Wie aufregend ist es noch, Bücher zu veröffentlichen?

„Am Tag der Zeugnisvergabe zum bayerischen Schuljahresabschluss erhielt der Göttergatte in der Arbeit einen Anruf von der völlig überdrehten Frau, die er geheiratet hatte. Der Dialog bestand hauptsächlich aus Lachen, Kichern, Kieksen, Jubeln und seinem beständigen Nachfragen: „Was? Ich habe dich nicht verstanden.“ s. auch Big Day! zur Veröffentlichung von Schweig still

Ganz ehrlich, ich sterbe nach wie vor tausend Tode vor Freude und Selbstzweifeln. Es gibt Dinge, an die gewöhnt man sich nicht, und die eigene Buchveröffentlichung gehört definitiv dazu. Hier sehe ich auch die Verbindung zu meinen Figuren: Den Rausch (Gruß an den Therapeuten) will man immer wieder erleben, unabhängig davon, ob man von den LeserInnen eiskalt abgebügelt wird oder richtig gute Verkaufszahlen einfährt. Isso! Deshalb mag ich die Arbeit als Autorin auch so sehr, sie ist schlichtweg gut für mein Ego. (War das jetzt auch ein Satz für den Therapeuten?)

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Bildnachweis Chris Wightman – originally posted to Flickr as all’s well that inks well, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6606107

Von Jean Le Tavernier - [1], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74516

Im Rausch: Behauptung widerlegt, dass es langweilig ist, Krimis zu schreiben!

Isses nämlich nicht. Habe ich einwandfrei beim 2. Roman festgestellt! Aber lest selbst, wieso ich das widerlegen wollte:

Krimi lesen – hui! Krimi schreiben – gähn …

Es ist etwas, hm, uninspirierend, einen Krimi zu konzipieren. Als ich das Exposé für „Schweig still“ fertiggestellt hatte, wollte ich es schon wieder löschen. Mir war schlichtweg das Interesse abhanden gekommen: Bei einem Abenteuerroman kann ich so viele Monster dazu erfinden, wie ich mag, denn am Ende wird ja alles gut und der Held schlägt sie alle. Grob zusammengefasst kann man zwischendurch sogar die Bewältigungsstrategien verändern, ohne dass der Plot großartig aus den Fugen gerät.

Aber ein klassischer Krimi … Der wird quasi von …

Hier geht’s weiter: https://textflash.wordpress.com/2016/09/09/krimi-lesen-hui-krimi-schreiben-gaehn-wie-ich-schweden-lieben-lernte/
Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Bildnachweis Jean Le Tavernier – [1], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74516

Im Rausch: Und dann kam Malmö

Ich habe einen Schwedisch-Sprachkurs besucht. Habe alle Wallander-Folgen gesehen, die ich in der Mediathek der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender gefunden habe, sowohl die schwedischen (düster …) als auch die britischen (DRAMA!!!). Ich habe Werke weiterer skandinavischer Krimiautoren gelesen. Bin schließlich beim Schriftsteller Arnaldur Indriđason in Island gelandet und kann inzwischen einen (unordentlichen) isländischen von einem (geplanten) norwegischen Literaturmord unterscheiden. Aber Schweden und ich, das wird wahrscheinlich eine Arbeitsbeziehung bleiben. Ja, okay, man kann auch seine Arbeit lieben, und ich merke mit jedem Roman mehr, wie ausbaufähig diese Liebe ist. Aber ich taste mich nach wie vor ran.

So auch an Malmö.

Malmö ist einer der Anknüpfungspunkte aus Schweig still, den ich anlegte, als ich noch nicht wusste, wohin die Krimi-Reise geht. Malmö liegt in Südschweden, das bei den Deutschen sehr beliebt ist (hallo Zielgruppe!).

Und Malmö ist – und jetzt kommt das Wichtigste – eine Stadt, von der aus man ganz bequem nach Mitteleuropa und von dort weiter in alle Ecken der Welt reisen kann. Zum Beispiel in mein Lieblingsland, das wiederum nicht so beliebt ist bei den Lesern, weil es (noch) zu viele Vorbehalte dagegen gibt. Deshalb nehme ich euch via Fähre alle mit nach … na? Erratet ihr es? Und breche damit ganz nebenbei ein weiteres und vor allem saublödes Klischee, das an diesem meinem wahren Lieblingsland klebt wie etwas Ekelhaftes, das ihr euch spontan selbst ausdenken könnt.

Und deshalb bleibe ich Schweden treu 🙂

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Mikaela Sandberg bei Midnight Ullstein


Bildnachweis Amada44 – Amada44 as adjusted by SergeWoodzing (Diskussion) 14:50, 17 May 2016 (UTC), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48844197

Von Andreas Tille - Eigenes Werk: http://fam-tille.de/sparetime.htmlImage with Information in EnglishBild mit Informationen auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=472074

Im Rausch: Inselbegabungen

Spätestens seit Rain Man mit Dustin Hoffman und Tom Cruise weiß ich,

  1. dass man niemals Joghurt und Orangensaftkonzentrat gemeinsam konsumieren sollte, wenn man nach dem hastigen Verzehr ins Kino gehen will,
  2. dass Inselbegabungen sexy sein können.

Gib mir eine Figur, die innerhalb weniger Stunden eine Sprache durch Zuhören lernt. (Das könnte ich auch gern.) Nenne sie David (weil David auch in der Urfassung, die in der Schublade gelandet ist, schon so hieß) und verpasse ihr eine Persönlichkeit, die noch undurchschaubarer ist als die der Protagonistin Tuva. Ich brauche solche Figuren, um die Dramatik in der Handlung abzufedern. Jemanden, der notfalls den Hofnarren macht und das Ruder herumreißt, ohne allzu offensichtlich als reitender Bote durch die Szene zu galoppieren. David ist so eine Figur, die den anderen ohne erhobenen Zeigefinger einen Dämpfer verpasst. Er ist neben Tuva mein Liebling, denn wenn David auftritt, kann ich aufatmen. Das ist seine eigentliche Inselbegabung, nicht die Fähigkeit, Sprachen aufzusaugen wie ein Schwamm!

Bereits während des Schreibens von Im Rausch hatte ich vor, David einen eigenen Roman zu verpassen, weil er mir ein wenig wie der brave #Soldat Schweijk erscheint. Er tut nur das, wozu er Lust hat und lernt verdammt schnell, wie er die anderen austricksen kann, ohne selbst zu Schaden zu kommen. Es gab mehrere Momente, in dem ich ihm statt Tom die Hauptrolle neben Tuva geben wollte, aber damit wäre der Text wieder zu stark ins Klischee gerutscht. Das kennt man schließlich: Der Depp ist der Held – nee, das wäre mir zu platt gewesen.

Auch deshalb ist **Achtung Spoiler** Roman Nr. 3 entstanden, der noch in der Schublade schlummert, in dem David jedoch … Nein, das verrate ich noch nicht. Aber dass David sich einen eigenen Roman verdient hat, dürft ihr jetzt schon gern wissen.

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Mikaela Sandberg bei Midnight Ullstein
 

2017@M. Stadelmann

Im Rausch: Die Wünsche der Follower

Was wären wir AutorInnen ohne die LeserInnen in den sozialen Netzwerken? Und was täte ich ohne meine #Follower? Ja, okay, das ist jetzt ein bisschen dick aufgetragen. Es sind nicht „meine“ Follower, sondern sie gehören nur sich selbst und sind autonom. Wenn ihnen etwas nicht gefällt, kann ich nix machen, auch wenn ich mich heulend im Keller verkrieche.

Trotzdem finde ich das direkte Feedback, dem man sich bei Twitter, Facebook, WordPress & Co. aussetzt, einfach nur genial. Shice-Ideen können „direkt vom Erzeuger“ quasi kurz nach der Schöpfung als solche erkannt werden, wenn man sie ungefiltert publiziert. (Jau, habe ich schon gemacht. Könnte ich zwar öfter tun, wenn ich mich traute. Aber die LeserInnen sind wie Jedis, die Macht ist mit ihnen. Immer.)

Umso lustiger finde ich die zufälligen „Unterhaltungen in 140 Zeichen“. So kam es, dass im Zwitscher-Gespräch mit @ridani und @freddyelting plötzlich der Auftrag an mich erging, mal „was mit Liebe“ zu machen. Und so finden sich im Roman Im Rausch zwei Kussszenen, die ich auf Bestellung für die beiden geschrieben habe und die außerdem richtig gut in den Plot passen.

Aber trotzdem schon mal sorry an alle, die den Roman noch lesen wollen: Ich kann nicht „normal“ mit Mondschein, Champagner und verliebtem Geflüster. Geht einfach nicht. Vielleicht in einem anderen Genre mit einem anderen Pseudonym. Aber bei Mikaela Sandberg ist definitiv zu viel Tante Thea drin.

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Im Rausch: Von Pseudonymen und Arbeitstiteln

Bereits in den Werkstattberichten zu Schweig still habe ich mich darüber ausgelassen, dass mein amtlicher Name oft und gern, öhm, kreativ verändert wird. Zum Glück ist das bei meinem Schweden-Pseudonym Mikaela Sandberg nicht mehr der Fall. (Schwierigkeiten gibt es dagegen bei meinem Usernamen Textflash, weil er wie der Figurenname Modersson nicht preisgibt, welches Geschlecht das Wesen an der Tastatur hat. Aber das Leben als Autorin ist sowieso ein Buch mit sieben Siegeln, wieso sollte es dann für die Leser leichter sein?) Ich denke zwar immer wieder darüber nach, mir einen weiteren Schwung Pseudonyme für alle Fälle zuzulegen, damit ich nicht den Rest meines Lebens Krimis schreiben muss (wobei: warum eigentlich nicht?), aber hey. Jetzt chille ich erst mal mein Leben und widme mich den Arbeitstiteln.

Ja, ich habe ein Händchen für sperrige Romantitel. Hätte ich z.B. für den Wechsel der Titel meiner Ballettromanserien Geld bekommen, müsste ich inzwischen wohl nicht mehr gegen Pecunia arbeiten. (Hab ich aber nicht. Euer Glück.)

Deshalb war ich auch sofort einverstanden, als die Ullstein-Lektorin den Arbeitstitel Speed infrage stellte und mir Im Rausch vorschlug. Speed wird anscheinend immer noch mit dem gleichnamigen Kinofilm mit Sandra Bullock und Keanu Reeves assoziiert, und wer bin ich, dass ich mich auf einen Skandal mit Hollywood einlas… Nun, es wäre vielleicht werbewirksam, aber mein Sparstrumpf steht dauerhaft unter Artenschutz. Und Im Rausch befinden sich meine Figuren nun mal.

P.S.: Habe ich euch eigentlich verraten, dass ich Schweig still wegen der darin vorkommenden Anspielung auf die Ballettoper ursprünglich Eurydikes Tochter genannt hatte? Nein? Gut, dann wisst ihr es jetzt.

P.P.S.: Ja klar gibt es auch schon einen Namen für den 3. Schweden-Krimi, der derzeit noch auf Eis liegt. Und es handelt sich, weil ich es endlich begriffen habe, um einen Zwei-Wort-Titel.

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Mikaela Sandberg bei Midnight Ullstein
 


Bildnachweis Levni – Bilkent University, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2731308

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