Under Pressure: Wie ich Schweden lieben lernte

Joe Brauns Begräbnis. Rache macht glücklich

Von Barry Langdon-Lassagne - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29256942
Von Barry Langdon-Lassagne - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29256942

Werkstattbericht zum Schweden-Krimi „Schweig still“, Ullstein Midnight

Mit der Zeit wurde ich aufgrund des fehlenden Veröffentlichungsdrucks gelassener beim Schreiben und schob den einen oder anderen „Werbetag“ ein, an dem ich hemmungslos herumsurfte und Follower einsammelte. (Ja, das muss auch sein.) Von dem angesetzten Monat, den ich für das Schreiben des Krimis brauchen wollte – nur ein Monat?! – benötigte ich wegen der „Entspannungs-Unterbrechungen“ die 1,5-fache Menge.

Und wie komme ich bitte schön auf diese unglaublich kurzen sechs Wochen Schreibzeit?

Nun. Bereits vor Jahren hatte ich das Lit.Limbus-Projekt initiiert. Eigentlich sah es so aus, dass ein Autor anhand eines vorhandenen Exposés in 48 Stunden einen kompletten 100-Seiter runterschreibt und nebenbei Statusmeldungen via Internet verbreitet: Jetzt isser tot oder Mist, ich hab den Faden verloren oder Verdammte Kacke, wann bin ich endlich fertig?

Diese 48 Stunden berechneten sich natürlich abzüglich Essens-, Arbeits- und Schlafenszeiten. Und der Clou war, dass die Leser live bei der Entstehung dabei waren und einen Tag nach Abschluss das E-Book kaufen oder die Print-Ausgabe bestellen konnten. Ich wollte Werbung und Schreibphase so effizient wie möglich verquicken. Nach diesem Prinzip ist z. B. der Roman „Tante Theas Tod“ entstanden. Gern hätte ich mit damals noch „meinen“ Autoren eine Lit.Limbus-Session eingelegt, aber es scheiterte leider an den unterschiedlichen Arbeitszeiten und Wochenendplänen – na, vielleicht ergibt sich ja doch noch was.

Tatsächlich ist aber auch diese Schnellschreib-Methode ein Krampf. Trotz Vorlage hat man nämlich irgendwann nicht mehr genug Grütze, um fantastische Satzkonstrukte aufs Papier zu schleudern. Der Rücken tut einem weh, der Hunger treibt einen in die Küche, dann hat die liebe Familie „nur eine klitzekleine Frage“ … Man müsste sich komplett abschotten und noch disziplinierter sein, als man beim Schreiben sowieso schon ist.

Und selbst wenn man einen Roman erfolgreich abschließt, fällt man spätestens bei den nächsten Romanen à la Lit.Limbus in ein Kreativitätsloch, weil man sich regelrecht leerschreibt. So ging es mir bei den Folgeromanen „Chess Crack“ – gips derzeit nicht – „Showdown im Schafstall“ und „Land unter“.

Deshalb ließ ich mir für meine Verhältnisse so viel Zeit. (Trotzdem war ich froh, als ich den Kram vom Tisch hatte …)

Schweig still von Mikaela Sandberg, ISBN 9783958190894 3,99 €, 200 Seiten

http://midnight.ullstein.de/ebook/schweig-still/


Beitragsbild von Barry Langdon-Lassagne – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29256942

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