Re-Start

Joe Brauns Begräbnis. Rache macht glücklich

Ab 7. Oktober 2013 als E-Book erhältlich

Aller Anfang ist schwer, musste die Autorin Alicia Mirowna erkennen, und legt deshalb den Rückwärtsgang ein für den Neustart:

Werkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 10.05.2013, 14.00 Uhr

Re-Start: Einen Roman zu schreiben, ist schön und gut. Aber letztlich macht es auch die Verpackung. Und warum muss es ausgerechnet der elfunddrölfzigste Ballettroman sein?

Eigentlich wollte ich meiner Tochter „nur“ ein Buch aus der Stadt mitbringen, und da sie für ihr Leben gern zur Ballettstunde geht, nahm ich das erste mit, das mir einigermaßen akzeptabel erschien – rosa sind sie meist sowieso, und bestimmt punktete es mit dem Inhalt.

Aber bereits nach den ersten zehn Seiten war das Gesicht meiner Tochter so lang, dass ich das Buch selbst unter die Lupe nahm. Der Autor hatte durchweg auf den Autokraten gesetzt und ließ seine Figuren nur gelegentlich zu Wort kommen – undenkbar, wenn man berücksichtigt, wie viel zehnjährige Mädchen den ganzen Tag schnattern! Zweiter Kritikpunkt: Es stand zwar „Ballett“ auf dem Umschlag und er war auch entsprechend aufgemacht. Aber im Grunde ging es um ein Internat, in dem zusätzliche Ballettstunden angeboten werden. Da wurde ein bisschen getanzt und ein wenig gezickt, dann gab es ab dem ersten Tag für alle Mädchen Spitzenschuhe, und als auch der erste Kuss mit den Jungen durchgehechelt war, erschien plötzlich ein kompletter Pferdestall nebst Reitlehrer und Turniersiegen auf der Bildfläche. Rein theoretisch hätten die Mädchen also auch Astronautinnen oder Lehrerinnen werden können, wobei man in dem Fall wahrscheinlich die Menge der Klischees variiert hätte, die genauso gnadenlos durchgedroschen wurden.

Kurz: Das Buch enthielt alles, wovon Mädchen heute angeblich träumen – nur keine echte Ballettgeschichte. Aber was ist Ballett überhaupt?

Ich habe es eine Weile in einer Erwachsenengruppe probiert. Ballett ist in erster Linie schweißtreibend, muskelfordernd und mitunter frustrierend, wenn eine Figur, die auf der Bühne so leicht aussieht, partout nicht gelingen will, weil man die Beine nicht hochkriegt, weil man wie ein Kartoffelsack herumhängt. Ballett ist aber auch eine Disziplinierungsmethode, die man sich selbst auferlegt, weil man schlanker werden will, zumindest am Anfang. Mit der Zeit wird daraus das Verlangen zu tanzen – richtig zu tanzen, auch wenn man kippelt und stolpert, umfällt oder die Schultern immer wieder bis zu den Ohren hochzieht. Warum findet man das nicht auch in der Literatur?

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, einen Jugendroman zu schreiben, der sich näher an das Ballett heranwagt, als man es gemeinhin kennt, ohne das Leben, das neben dem Ballett existiert, aus den Augen zu lassen – und ohne vor lauter Angst vor der Tiefe des Themas das Ballett zu vergessen. Ich weiß nicht, ob die Gratwanderung zwischen dem Film „Black Swan“ und dem „Ballettinternat“ gelingt, aber das sehen wir dann ja.

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