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Rote Ohren für die erste Liebe

Spagat_CambreWerkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 14.05.2013, 20.46 Uhr

Stell dir vor, im zweiten Durchgang sieht die Meuterei in der Turnhalle schon wieder ganz anders aus. Die „Sabotage“ ist abgeschlossen, bewegen wir uns doch zielstrebig auf die nächste glatte Stelle zu: Wie war das doch gleich mit der ersten großen Liebe, diesem Moment, wenn einen fast der Schlag trifft? Wenn die Pheromone nach erfolgreicher hormoneller Umstellung plötzlich durch die Luft segeln und man wegen einer anderen Person nicht mehr geradeaus laufen kann? Tja. Das wird wieder so ein Ding, denn die Protagonisten sind alle um die 12 Jahre alt. Eigentlich kein Alter, und eigentlich ist in dem Alter alles noch sehr, sehr unschuldig. Aber wie formulieren, ohne dass der Eindruck entsteht, es wird eine FSK-12-Version von „Eis am Stiel“?

Erinnern wir uns mal zurück: Ich bin damals übers Erröten über beide Löffel nicht hinausgekommen. Das Objekt meiner aufkeimenden Begierde saß in der Schule genau vor mir und brauchte sich nur umzudrehen, um mir über den Rand seiner Brille tief in die Augen zu schauen. So weit, so schön für ihn, denn der betreffende Junge tat es oft und freute sich wahrscheinlich heftig. Damals war ich „verknallt“ – und das ist auch bei der Hauptperson in der besagten Szene der Fall, die passenderweise auch noch männlich ist. Na dann, auf zum Ritt auf dem Blocksberg. Mal sehen, ob der Protagonist oder ich hinterher die roteren Ohren hat.

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Gemeinheit raus, Substanz rein

Pfeil_und_BogenWerkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 14.05.2013, 18.28 Uhr

Puuuh … Das war jetzt fast ein wenig hart: Gemeinheit herausnehmen und dafür mehr Substanz in die Situation bringen, ohne dass nur noch gejohlt und gegrölt wird. Und trotzdem habe ich das Gefühl, immer noch nicht anarchisch genug beschrieben zu haben, wie die Jungen die Tanz AG sabotieren. Und die Mädchen natürlich auch.

Außerdem fürchte ich ein bisschen, dass die abrupten Szenenwechsel nicht so richtig bei den jungen Lesern ankommen. Ist es heute nicht eher „literarische Mode“, Situationen zu Tode zu beschreiben, bis auch der Letzte weiß, wo genau welche Figur steht? Aber ich habe keine Lust, die Spannung mit überstrapazierten Beschreibungen kaputtzumachen. Na ja, warten wir das erste Lektorat ab, vielleicht ist meine Lektorin ja ganz anderer Meinung.

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Komplizierte Konstellationen

SchneidersitzWerkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 14.05.2013, 15.20 Uhr

Beim wiederholten Lesen der letzten Szenen frage ich mich, ob mir mein Zielpublikum diese Konstellation abnimmt. Ich beschreibe die Jugendlichen, als ob ich entweder noch nie jung gewesen wäre oder schlichtweg vergessen hätte, was damals wichtig war. So viel zum Thema: Ich schreibe einen Jugendroman! Also noch mal von vorne:

  1. Ist es nicht zu klischeehaft, die Jungen eine Tanzstunde sprengen zu lassen? Wäre es nicht viel interessanter, mal die Mädchen pöbeln zu lassen, auch wenn es sich um Ballett handelt?
  2. Egal, wann die Jungen darauf einsteigen, sollte man nicht darauf achten, das Verhältnis Lehrer – Schüler noch mehr zu überspitzen? Immerhin prallen hier zwei relativ freie Parteien aufeinander: Die eine muss nicht bewerten, die andere weiß es und kann alles tun, um den Unterricht zu sabotieren. Das schlimmste Sanktion wäre, dass die Folgestunde nicht stattfindet. Dann haben die Schüler wie immer nach der sechsten Stunde Schulschluss – und das war es. Kein blauer Brief, keine Verhöre durch Eltern / Lehrer / wen auch immer. Und wenn man schon
  3. einen Konkurrenten einschleust – immerhin ist ein ausgebildeter Tänzer idR nicht nur besser trainiert, sondern schlichtweg interessanter für Mädchen als pubertierende Jungen – dann ist die Gefahr, dass man plötzlich als Schüler „uncool“ wird, viel größer. Das gilt es zu verhindern. *seufz * Okay, also wieder zurück auf START und beim Würfeln auf die Sechs hoffen.

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Klassenpunk

Sprung_FaustWerkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 10.05.2013, 19.26 Uhr

Soweit zu meiner Selbstbeherrschung: Es hat richtig Spaß gemacht, die Jugendlichen aufbegehren zu lassen. Ob ich damit etwas nachgeholt habe? – Jedenfalls ist mir der Einstieg doch nicht so schwer gefallen wie erwartet. Zur Entspannung ziehe ich mich jetzt mit einer Protagonistin in den Jugendclub zurück, wo es einen Praktikanten namens Patrick gibt, den alle nur „Patrikant“ nennen. Warum nicht auch ein bisschen mit Namen spielen?

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Wie wird man wieder jung?!

Koerbchen02Werkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 10.05.2013, 16.30 Uhr

Der Frühstückstisch ist gegessen, die Ballett AG hat bereits stattgefunden. Aber wissen Sie, wie schwierig es ist, als Erwachsener noch mal in die Jugendrolle zu schlüpfen? Zum ersten Mal habe ich mich richtig vertrocknet gefühlt und das nicht nur, weil ich keine Ahnung von der aktuellen Jugendsprache habe. Zum Beispiel geht mir der andauernde Gebrauch der modernen Medien via Telefon bzw. Handy und oder Tablet oder Laptop nicht richtig ein. Ich muss meine Figuren total verkabeln bzw. total verWLANen, damit sie authentisch wirken. Und das beim Tanz!

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Melisande stellt sich vor

Round_House_KickWerkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 10.05.2013, 15.00 Uhr

Also. Es gibt da eine Jugendliche, die, weil sie „ganzheitlich“ denkende Eltern hat, Melisande heißt und auf den ersten Blick ziemlich frei erzogen wird. Alles, was „restriktiv“ ist, ist schädlich und wird somit abgeblockt. Melisande sieht das auch so. Bis eines Tages eine AG in ihrer Schule beginnt, die sich ausgerechnet mit klassischem Tanz beschäftigt. Was passiert, wenn man einer 6. Klasse die Grundlagen des klassischen Tanzes vermitteln will? Es wird albern. Und Melisande … aber lest selbst! Vorher machen wir einen Abstecher an den Frühstückstisch. Dort erfährt man, was die Eltern von Ballett halten – nämlich nicht viel, weil es zu, der Leser ahnt es schon, „restriktiv“ ist.

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Schön verpackt

Werkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 10.05.2013, 14.32 Uhr

Die Verpackung muss stimmen! Ich verwendete bisher ein Pseudonym, das nicht ganz zum Thema „Ballett“ passt, auch wenn der Name aus einem Land östlich von Deutschland stammt. So „osteuropäisiert“ sind wir Leser dann doch (noch) nicht. Allerdings fand meine Tochter gleich meinen ersten Vorschlag blöd: Silvia Noethen klinge nach „nölen“, also herummaulen. Sie fände etwas ausländisch Klingendes besser, aber auch mit Jeanett Ballet war sie nicht zufrieden, und mit Annett Holtfort-Barre war sie überhaupt nicht einverstanden, denn barre heißt die Stange, an der man seine exercices absolviert. Die Kombination „Inge Borg“ brachte uns eher zum Lachen und wurde durch ein „ch“ auch nicht verbessert: „Inge Borch“. Wie wir von hier auf „Gustav Ganz Anders“ kamen, weiß ich nicht mehr genau. Jedenfalls sollte es ein Name sein, der untrennbar mit der Geschichte verbunden ist. Bis uns der einfällt, schreibe ich aber lieber an der Geschichte weiter. Den Albtraum haben wir ja schon hinter uns.

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Re-Start

Ab 7. Oktober 2013 als E-Book erhältlich

Aller Anfang ist schwer, musste die Autorin Alicia Mirowna erkennen, und legt deshalb den Rückwärtsgang ein für den Neustart:

Werkstattbericht Rebellion, Tatzeit: 10.05.2013, 14.00 Uhr

Re-Start: Einen Roman zu schreiben, ist schön und gut. Aber letztlich macht es auch die Verpackung. Und warum muss es ausgerechnet der elfunddrölfzigste Ballettroman sein?

Eigentlich wollte ich meiner Tochter „nur“ ein Buch aus der Stadt mitbringen, und da sie für ihr Leben gern zur Ballettstunde geht, nahm ich das erste mit, das mir einigermaßen akzeptabel erschien – rosa sind sie meist sowieso, und bestimmt punktete es mit dem Inhalt.

Aber bereits nach den ersten zehn Seiten war das Gesicht meiner Tochter so lang, dass ich das Buch selbst unter die Lupe nahm. Der Autor hatte durchweg auf den Autokraten gesetzt und ließ seine Figuren nur gelegentlich zu Wort kommen – undenkbar, wenn man berücksichtigt, wie viel zehnjährige Mädchen den ganzen Tag schnattern! Zweiter Kritikpunkt: Es stand zwar „Ballett“ auf dem Umschlag und er war auch entsprechend aufgemacht. Aber im Grunde ging es um ein Internat, in dem zusätzliche Ballettstunden angeboten werden. Da wurde ein bisschen getanzt und ein wenig gezickt, dann gab es ab dem ersten Tag für alle Mädchen Spitzenschuhe, und als auch der erste Kuss mit den Jungen durchgehechelt war, erschien plötzlich ein kompletter Pferdestall nebst Reitlehrer und Turniersiegen auf der Bildfläche. Rein theoretisch hätten die Mädchen also auch Astronautinnen oder Lehrerinnen werden können, wobei man in dem Fall wahrscheinlich die Menge der Klischees variiert hätte, die genauso gnadenlos durchgedroschen wurden.

Kurz: Das Buch enthielt alles, wovon Mädchen heute angeblich träumen – nur keine echte Ballettgeschichte. Aber was ist Ballett überhaupt?

Ich habe es eine Weile in einer Erwachsenengruppe probiert. Ballett ist in erster Linie schweißtreibend, muskelfordernd und mitunter frustrierend, wenn eine Figur, die auf der Bühne so leicht aussieht, partout nicht gelingen will, weil man die Beine nicht hochkriegt, weil man wie ein Kartoffelsack herumhängt. Ballett ist aber auch eine Disziplinierungsmethode, die man sich selbst auferlegt, weil man schlanker werden will, zumindest am Anfang. Mit der Zeit wird daraus das Verlangen zu tanzen – richtig zu tanzen, auch wenn man kippelt und stolpert, umfällt oder die Schultern immer wieder bis zu den Ohren hochzieht. Warum findet man das nicht auch in der Literatur?

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, einen Jugendroman zu schreiben, der sich näher an das Ballett heranwagt, als man es gemeinhin kennt, ohne das Leben, das neben dem Ballett existiert, aus den Augen zu lassen – und ohne vor lauter Angst vor der Tiefe des Themas das Ballett zu vergessen. Ich weiß nicht, ob die Gratwanderung zwischen dem Film „Black Swan“ und dem „Ballettinternat“ gelingt, aber das sehen wir dann ja.

Werkstattbericht Rebellion: Aller Anfang ist schwer

38_DF01_Rebellion_140So sieht das offizielle Cover zum neuen Lit.Limbus-Roman aus – Rebellion auf der ganzen Linie: Das Logo hat Urlaub, bis auf Schwarz und Weiß haben sich die Farben vorerst verabschiedet. Natürlich steht hinter diesem Cover eine Menge Text, und weil die Leserschaft mehr und mehr Interesse an Werkstattberichten zeigt, enthalte ich euch die Entstehungsgeschichte dieses Romans natürlich nicht vor.

Im Mai 2013 setzte sich die Autorin Alicia Mirowna an den Schreibtisch und wollte eigentlich loslegen. Dass dabei nicht alles glatt geht, zeigt der erste Eintrag:

10.05.2013, 13.15 Uhr: Start! Kann man einen Traum in einer halben Stunde zwischen Kartoffelschälen und Sauceanrühren beschreiben? Notgedrungen ging es, und mir stehen immer noch die Haare zu Berge, wenn ich ihn lese. Dieser Albtraum muss noch mal lektoriert werden.

Na ja, wenn man schon mit einem Albtraum anfängt … ? Mehr Werkstattberichte demnächst auf diesem Blog!

Showdown: Schmerzensmann

Ach, diese Männer. Wenn man ihnen nicht dreimal täglich sagt, dass sie auch mal den Supermann spielen müssen … Aber seien wir mal nicht so ungerecht. Robert sitzt immer noch fern des Landes und kann eigentlich nicht viel gegen den Umstand machen, dass Babett jetzt ganz allein dasteht und sich dankbar an jede starke Schulter schmiegt, die sich ihr bietet

Das passierte im ersten Teil

… ACHTUNG, ROMANTIK-WARNUNG! Trotzdem kann ich euch beruhigen, der Showdown gerät nicht zur Schnulze, da ist noch Franziska vor. Außerdem haben die Kinder sich jetzt eingeschaltet. Annika, Lukas und Ansgar greifen beherzt ein, bis Theas Schwestern sich wieder ins Geschehen einbringen werden. Die sind ja auch noch da.

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