Zwerge und Koboldfürsten: Wie man Kobolde tauft #Daliborka

Manchmal muss es schon beim Sprechen wehtun. Weil der Koboldfürst in meiner allerersten Steampunk-Saga nicht allein bleiben sollte, habe ich bei Twitter um Namensvorschläge gebeten. Mit dem, was dann kam, könnte man bereits ein Dorf in der Größe von Alterlangen ausstatten:

Brasskritz, Schrachkrerch und Krircpratz, die schrecklichen Drei
Frichzka, die Gefräßige
Hr’Chnagh’Chrtz, der von Halsschmerzen Gebeutelte
Ganapkhnap, der Erdnussliebhaber
Die Beamten Zchtonk (Stempelgeräusch), Pnokk und H’Fochmula
Heizikotz von den Stadtwerken
Frau Gnörtchkrchtsia

Lmpfdrck, der Blutdruck messende Kobold
Chem-Athom, Security-Boss
Der unausstehliche, nie zufriedene Mpf
Olonono, der Weinerliche Ono
Drxbrz Der Struwwelpeter
Ambrsimx, der Künstler

Chreeptöz, der ewig Erkältete
Witzriplirz, der Spaßmacher
Kreezkana
Krucht
Arzktrin

Im Rausch: Und dann kam Malmö

Ich habe einen Schwedisch-Sprachkurs besucht. Habe alle Wallander-Folgen gesehen, die ich in der Mediathek der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender gefunden habe, sowohl die schwedischen (düster …) als auch die britischen (DRAMA!!!). Ich habe Werke weiterer skandinavischer Krimiautoren gelesen. Bin schließlich beim Schriftsteller Arnaldur Indriđason in Island gelandet und kann inzwischen einen (unordentlichen) isländischen von einem (geplanten) norwegischen Literaturmord unterscheiden. Aber Schweden und ich, das wird wahrscheinlich eine Arbeitsbeziehung bleiben. Ja, okay, man kann auch seine Arbeit lieben, und ich merke mit jedem Roman mehr, wie ausbaufähig diese Liebe ist. Aber ich taste mich nach wie vor ran.

So auch an Malmö.

Malmö ist einer der Anknüpfungspunkte aus Schweig still, den ich anlegte, als ich noch nicht wusste, wohin die Krimi-Reise geht. Malmö liegt in Südschweden, das bei den Deutschen sehr beliebt ist (hallo Zielgruppe!).

Und Malmö ist – und jetzt kommt das Wichtigste – eine Stadt, von der aus man ganz bequem nach Mitteleuropa und von dort weiter in alle Ecken der Welt reisen kann. Zum Beispiel in mein Lieblingsland, das wiederum nicht so beliebt ist bei den Lesern, weil es (noch) zu viele Vorbehalte dagegen gibt. Deshalb nehme ich euch via Fähre alle mit nach … na? Erratet ihr es? Und breche damit ganz nebenbei ein weiteres und vor allem saublödes Klischee, das an diesem meinem wahren Lieblingsland klebt wie etwas Ekelhaftes, das ihr euch spontan selbst ausdenken könnt.

Und deshalb bleibe ich Schweden treu 🙂

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
Zur Leseprobe
Mikaela Sandberg bei Midnight Ullstein

Zur Printausgabe bei Amazon

Im Rausch: Und du bist sicher, dass das alles spurlos an dir vorbeigegangen ist?

Nein, das ist es natürlich nicht. Ich habe z.B. sehr ausführliche Recherchen zum Thema Amphetamine („Speed“) betrieben, weil es in diesem Roman u.a. um diese Droge geht. Die Details stehen mir nach wie vor lebhaft vor Augen. Ich habe eine Weile ernsthaft darüber nachgedacht, realistische Szenen mit Blut, Erbrechen, Ohnmacht, schließlich Spritzen und dem Aufwachen an Orten einzubauen, von denen man sich lieber fernhält.

Aber wem hilft es, wenn ich etwas „paradox glorifiziere“, das man nicht glorifizieren sollte? Hätte ich es außerdem geschafft, David in diesen Szenen ebenfalls ohne den erhobenen Zeigefinger agieren zu lassen? Und wo wäre Tuva dann gelandet?

Dazu kam, dass ich aufgrund einiger Ereignisse Abstand zu allem, was irgendwie nach Problemen aussah, brauchte. Ich wollte keinen offensichtlichen Drogen-Krimi schreiben. Also schrieb ich einen Road-Krimi über Drogen, in dem es um den Trip auf Asphalt und nicht den auf Chemie geht. Das hat mir gut getan und mir die Kraft gegeben, den dritten Roman zu verfassen, der für mich persönlich wichtiger ist als Im Rausch.

Nevertheless: Ich bin froh, dass ich Im Rausch so hinbekommen habe, wie er euch nun vorliegt. Und es hat mich befreit. Deshalb viel Spaß beim Lesen!

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
Zur Leseprobe
Mikaela Sandberg bei Midnight Ullstein

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Rezept für Udos Leberwurst-Trüffel. Tod am Niederrhein @midnightebooks

  • Eine Packung Pumpernickel oder Schwarzbrot zerkrümeln.
  • Eine große, fette, klebrige Leberwurst zur Kugeln in der Größe von kleinen Aprikosen formen.
  • Die Leberwurstkugel durch die Brotkrümel rollen.
  • Die Kugeln eine Weile kaltstellen.
  • Als Beilage zu einem ausufernden Trinkgelage geeignet.

Ich weiß leider nicht mehr, woher ich das Rezept habe. Hinweise bitte an lektorat@textflash.de

E-Book, 200 Seiten, ISBN 978-3-95819-141-9, 3,99 €
Taschenbuch, 200 Seiten, ISBN 978-3-95819-930-9, 12 €
http://midnight.ullstein.de/ebook/tod-am-niederrhein/

Briefe aus dem Sturm: Drei Fragen an June


Wem würdest du gern einen Brief schreiben und warum?
Einem echten Zeitreisenden … Einen Brief in die Vergangenheit schreiben und weit aus der Zukunft bekommen (Plotbunny, yay!)

Von wem würdest du gern einen Brief bekommen und warum?
Columbus. Weil ich aus Autorensicht wissen möchte, wie es sich anfühlt, tagelang auf See zu sein und dann – endlich –Land zu entdecken. Außerdem interessiert mich seine Persönlichkeit generell. Wie er das alles eingefädelt hat, welche Schwierigkeiten es vor der Entdeckungsreise gab etc.

Welchen historischen Brief hättest du vor dem Versand am liebsten überarbeitet?
Die Liebesbriefe von Mozart. Seine derbe, lüsterne Ausdrucksweise geht mir gegen den Strich. Und SissisGedichte.

M. Kindermann, W. Tillenburg (Hrsg.): Briefe aus dem Sturm. Anthologie, Juni 2018, als Print und E-Book erhältlich.

Briefe aus dem Sturm: Drei Fragen an @Lesekult

Von wem würdest du gern einen Brief bekommen und warum?
Ich würde gerne von meinem Traumverlag einen Brief bekommen mit der Nachricht, dass eines meiner Manuskripte fürdas Verlagsprogramm ausgewählt wurde. Denn auch wenn es heute im SP-Bereich viele Möglichkeiten gibt, wäre eine Verlagsveröffentlichung eine Riesenchance, allein schon wegen der Kosten. Und natürlichhaben Verlage eine ganz andere Reichweite. Zudem müssen sich Verlag und SP ja nicht ausschließen.

Wem würdest du gern einen Brief schreiben und warum?
Da gibt es viele Leute aus dem Bekanntenkreis oder auch berühmte Vorbilder. Bei den meisten denke ich aber, denenkönnte ich ja theoretisch schreiben. Daher fiele meine Wahl auf Peter Steele, der ja leider schon verstorben ist. Ich hätte ihm gerne in einem Brief mitgeteilt, wie sehr mich seine Musik inspiriert hat.

Welchen historischen Brief hättest du vor dem Versand am liebsten überarbeitet?
Schwierige Frage! Da gibt es sicher einige. Ändern würde ich bspw. Hitlers Brief,der mitunter den Grundstein für die Mordmethode der Vergasung legte, um ebendies zu verhindern:
BERLIN, DEN 1.Sept.1939. Reichsleiter Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnissenamentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, dass nach menschlichen Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann. (Signed, A. Hitler) Quelle:http://www.lettersofnote.com/2009/11/life-unworthy-of-life.html …

M. Kindermann, W. Tillenburg (Hrsg.): Briefe aus dem Sturm. Anthologie, Juni 2018, als Print und E-Book erhältlich.

Wundervolle 4-Sterne-Rezi zu "Der stille Ruf des Todes" und ein paar Antworten zu den Fragen der Rezensentin

Danke, danke, danke für diese Rezi!
https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R25LUPQSVKUTRI/ref=cm_cr_dp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B079G1PBZT
Ein paar Sätze zu diesen Passagen:
Was mich ein wenig gestört hat: Manchmal kam ich mir vor, als würde ich in einem Vortrag über Anorexie sitzen, insbesondere wenn die etwas hysterisch anmutende Polizistin über das Thema referierte. Das hat mich leider immer wieder aus dem Lesefluss gerissen.
Das sollte natürlich nicht so sein. Was hättest du dir gewünscht?
Für mich waren diese Passagen eine Erholung, denn da konnte ich einfach mal was schreiben, ohne zu tief ins Thema vordringen zu müssen. Selbst die Fakten sind manchmal kaum zu ertragen, besonders, wenn es um einen nahen Angehörigen geht. Vielleicht hilft dir diese Erklärung, zu verstehen, warum es stellenweise etwas trocken geraten ist.
Die hysterische Polizistin ist selbst auch an einer Essstörung erkrankt. Ihr Zustand ist nicht akut, aber das Thema nimmt sie natürlich mit. Die “Hysterie” oder die, hm, sagen wir: Empfindsamkeit habe ich bei vielen Betroffenen und deren Angehörigen gespürt. Das Thema versetzt die Beteiligten in einen ununterbrochenen Ausnahmezustand. Um es mal dramatisch auszudrücken: Der Körper kämpft mit den letzten Kraftreserven ums Überleben, während der Kopf sterben will. Wenn man diesen Schwebezustand übersteht, dann bleibt immer noch die Erinnerung an diesen, hm, ja, Todeskampf. Es dauert sehr lang, bis man sowohl als Betroffener als auch als Angehöriger gelernt hat, damit umzugehen und nicht wieder in diesen Ausnahmezustand zurückzufallen.
Auch fand ich persönlich das Ende etwas abrupt und hätte mich über ein klein wenig mehr Information gefreut.
Ich hatte keine Kraft mehr 🙂 Deshalb habe ich den Roman an dieser Stelle (vorerst) enden lassen. Dazu kommt, dass es eigentlich bei dieser Erkrankung kein Happy End gibt. Wenn man sie übersteht, dann können gravierende körperliche Schäden zurückbleiben. Osteoporose, Nierenschäden, Gehirnschrumpfung mit damit einhergehenden (lebenslangen) psychischen Beeinträchtigungen sind möglich, um nur einige zu nennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene trotz “Heilung” früher stirbt, ist hoch. Und leider muss ich an dieser Stelle auch die (lebenslange) Stigmatisierung durch das Umfeld und teilweise sogar die behandelnde Instanz erwähnen, mit der sich Genesene und Angehörige konfrontiert sehen. Gerade bei diesem letzten Punkt ist es schwierig, passende Worte zu finden, ohne ins Klischee abzurutschen.
Ein weiterer Punkt, warum der Roman an dieser Stelle endet: Der Heilungsprozess geht jetzt erst richtig los. Körperlich mag es von außen betrachtet schnell gehen. Der Betroffene nimmt zu und sieht wieder “gesund” aus. Was man nicht sieht, sind z.B. die Herz-Kreislauf-Probleme oder die unerträglichen, z.T. psychosomatischen Schmerzen, die der Genesende ertragen muss. Die schlaflosen Nächte, weil die Psyche nicht mitspielt oder für “Gesunde” normale Situationen als Bedrohung in Träumen verarbeitet. Die Veränderungen in dem sozialen Gefüge, in dem sich der Betroffene aufhält, sind immens, mitunter wird dieses Gefüge zerstört und muss neu aufgebaut werden, wenn es überhaupt geht. Das sind nur einige wenige Punkte, für die mindestens weitere 200 Seiten nötig wären. Aber soweit war ich noch nicht.
Angenommen, ich würde eine Fortsetzung schreiben, was wünscht du dir, liebe Rezensentin?

Im Rausch: Das Übel mit den Pseudonymen

Weil es nach wie vor zutrifft, wiederhole ich hier den Post Warum noch ein Pseudonym?, der bereits am 25.09.2016 erschien. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Michaela Stadelmann ist ein Name, den man sich eigentlich ganz leicht merken kann. Nach nunmehr 42 Jahren auf dieser Erde bin ich jedoch zu der Überzeugung gekommen, dass nur ich mir meinen Namen richtig merke. Ich habe deshalb ein paar Namensunfälle aufgeschrieben, die mich neben der Überzeugung, dass ein Roman sich mit dem passenden Namen besser vermarkten lässt, zu meinen Pseudonymen Bettina Unghulescu und Alicia Mirowna brachten:

Anfangs war es der „Wurzel-Spleen“: Wo komme ich her bzw. meine Familie, was kann man mit diesem Wissen anfangen etc. Verstärkt wurde das Ganze durch die Tatsache, dass sich meine Gesprächspartner im besten Fall an Manuela erinnern, aber nie an Michaela. (Im Standesamt wurde ich sogar zur Andrea … Aber nie zum Horst.) Warum ist das so? Es gibt doch sogar einen Schlager, der „Michaela“ heißt. Sollte ich mich bei Bata Ilic beschweren, dass er mir ungewollt das Leben so schwer macht? – Auf den Ersatznamen Bettina fiel die Wahl eher zufällig. Er klingt ganz nett und ist für Leute, die nicht Michaela heißen, gut zu merken. Und bei Unghulescu handelt es sich um die romanisierte Form meines Mädchennamens. Wer mag, kann sich auf einer Übersetzungsdatenbank informieren, von welchem Namen sich diese rumänische Form ableitet. – So verfasste ich meine ersten Romane unter diesem sehr schönen, aber für viele Leser unaussprechlichen Pseudonym, weshalb ich es schnell wieder zu den Akten legte.

Für die Ballettromane musste was Schmissiges her, am besten was Russisches. Ganz ohne Wodka entstand so Alicia Mirowna, mein osteuropäisches Alter Ego, das zweimal sieben Ballettromane verfasste. Alicia wurde wahrscheinlich wegen des thematischen Konditionierung Russland – Ballett von den Lesern so gut angenommen.

Und nun zum Schweden-Krimi, der unter meinem richtigen Namen erscheinen sollte: Mi-cha-e-la-Sta-del-mann. Das sind sieben Silben, bei denen man viel falsch machen kann. Nicht nur, dass Michaela anscheinend nicht memorierbar ist, nein, mir sind im Laufe der Jahre die wunderlichsten Namensvariationen angedichtet worden, beliebig erweiterbar mit frei wählbarem Vornamen: Stadlmann, Stapelmann, Staglmann, Steckelmann, Steckelen, Stättlmann, Stadler, Stattler, Städtler, Steckler usw. usf. Hey! Hört auf damit! Oder wollt ihr mich etwa alle heiraten?! Und wenn es jetzt schon so schlimm ist, wie wird mein Roman dann in den Buchhandlungen geschweige denn im Internet gefunden?!

Jedenfalls musste etwas her, das sich der neugierige Krimi-Leser merken kann, am besten ein Name, der nicht zwingend dazu führte, dass der Roman irgendwann im Querformat gedruckt werden musste.

Und in diesem Post erfahrt ihr, dass man auch mit den Initialen Schindluder treiben kann: Die Initialen bleiben und was man alles daraus machen kann.

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Mikaela Sandberg bei Midnight Ullstein

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Im Rausch: Von Pseudonymen und Arbeitstiteln

Bereits in den Werkstattberichten zu Schweig still habe ich mich darüber ausgelassen, dass mein amtlicher Name oft und gern, öhm, kreativ verändert wird. Zum Glück ist das bei meinem Schweden-Pseudonym Mikaela Sandberg nicht mehr der Fall. (Schwierigkeiten gibt es dagegen bei meinem Usernamen Textflash, weil er wie der Figurenname Modersson nicht preisgibt, welches Geschlecht das Wesen an der Tastatur hat. Aber das Leben als Autorin ist sowieso ein Buch mit sieben Siegeln, wieso sollte es dann für die Leser leichter sein?) Ich denke zwar immer wieder darüber nach, mir einen weiteren Schwung Pseudonyme für alle Fälle zuzulegen, damit ich nicht den Rest meines Lebens Krimis schreiben muss (wobei: warum eigentlich nicht?), aber hey. Jetzt chille ich erst mal mein Leben und widme mich den Arbeitstiteln.

Ja, ich habe ein Händchen für sperrige Romantitel. Hätte ich z.B. für den Wechsel der Titel meiner Ballettromanserien Geld bekommen, müsste ich inzwischen wohl nicht mehr gegen Pecunia arbeiten. (Hab ich aber nicht. Euer Glück.)

Deshalb war ich auch sofort einverstanden, als die Ullstein-Lektorin den Arbeitstitel Speed infrage stellte und mir Im Rausch vorschlug. Speed wird anscheinend immer noch mit dem gleichnamigen Kinofilm mit Sandra Bullock und Keanu Reeves assoziiert, und wer bin ich, dass ich mich auf einen Skandal mit Hollywood einlas… Nun, es wäre vielleicht werbewirksam, aber mein Sparstrumpf steht dauerhaft unter Artenschutz. Und Im Rausch befinden sich meine Figuren nun mal.

P.S.: Habe ich euch eigentlich verraten, dass ich Schweig still wegen der darin vorkommenden Anspielung auf die Ballettoper ursprünglich Eurydikes Tochter genannt hatte? Nein? Gut, dann wisst ihr es jetzt.

P.P.S.: Ja klar gibt es auch schon einen Namen für den 3. Schweden-Krimi, der derzeit noch auf Eis liegt. Und es handelt sich, weil ich es endlich begriffen habe, um einen Zwei-Wort-Titel.

Im Rausch  von Mikaela Sandberg. ca. 230 Seiten, ISBN 978-3-95819-122-8, 3,99 €
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Briefe aus dem Sturm: Drei Fragen an Wiebke Tillenburg

Wem würdest du gerne einen Brief schreiben und warum?
Meiner (einst) besten Freundin. Auch wenn ich nach zehn Jahren nicht die Erwartung habe, dass die alte Freundschaft wieder hergestellt oder zurückgezaubert werden kann, aber ein Briefwäre das richtige Mittel, sie erneut anzusprechen. Einfach nur um zu sagen, wie es mir geht und was ich so mit dem Leben anstelle. Natürlich ist es heutzutage eine Lüge, zu behaupten, dass man gar keinen Kontaktmehr hat und nicht wüsste, was der oder die andere so macht. Aber es ist bedeutsamer, in einem Brief davon zu lesen, anstatt es über fünf Ecken zu hören oder schlichtweg einen Namen zu googlen und auf einnützliches Ergebnis zu hoffen. Ein Brief ist etwas Besonderes, das man nur besonderen Menschen gewährt und viel intimer und oft ausführlicher als eine Nachricht über WhatsApp, deshalb würde ich ihrgerne einen Brief schreiben. (Und weil wir beide immer ziemliche Handschrift-Freaks waren.)

Von wem würdest du gerne einen Brief bekommen und warum?
Von meinem Jugendschwarm. Ich habe mir damals sehr viel Mühe gegeben, einen Liebesbrief zu schreiben und noch viel mehr Überwindung hat es mich gekostet, ihn dann auch tatsächlichzu überreichen. Eine Antwort habe ich nie erhalten, das finde ich angesichts meines Einsatzes mehr als unverschämt. Ímmerhin ist dafür damals mein liebstes Diddl-Blatt draufgegangen.

Welchen historischen Brief hättest du vor dem Versand am liebsten überarbeitet?
Es ist schwer, einen historischen Brief zu finden. Ich habe zwar bestimmte Ereignisse, Personen und Aussagen im Kopf, bin mir aber nicht immer sicher, in welchem Zusammenhang diese gefallensind und ob sie tatsächlich in einem Brief standen. Weiterhin gehe ich nicht davon aus, dass das Überarbeiten einer einzigen Botschaft nachhaltige Veränderung nach sich zieht. Zumindest nicht, wenn man an gesellschaftlicheEntwicklungen denkt.
Ich habe also eine Weile vor mich hingegrübelt und bin auf ein zugegebenermaßen plattes und offensichtliches Beispiel gestoßen. Ein Zitat von Friedrich, dem Großen.Er hat in Preußen eine Reihe von Reformen durchgesetzt, was man später als aufgeklärten Absolutismus bezeichnete. In einem Schreiben verwendete er das berühmte Zitat „Jeder soll nach seiner Façonselig werden“. Gerne wird ihm nachgesagt, er lege hier den Grundstein zur Religionsfreiheit in Preußen, ABER diese Aussage bezog sich in erster Linie auf Christen. Juden wurden weiterhin aufgrund ihrer Religion diskriminiert.

M. Kindermann, W. Tillenburg (Hrsg.): Briefe aus dem Sturm. Anthologie, Juni 2018, als Print und E-Book erhältlich.

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