B. Unghulescu: Tränensuppe

Joe Brauns Begräbnis. Rache macht glücklich

Als die Kleine die Küche betrat und schaute, was sie Gutes zu essen bekommen würde, entdeckte sie den Brief neben dem alten Suppentellern. Mit einem Aufschrei sprang sie hinzu, riss den Umschlag auf und ihre Augen flogen über die Zeilen, die die Mutter geschickt hatte.

„Sie hat an meinen Geburtstag gedacht“, jubelte sie und tanzte durch die Küche, direkt in die Arme der Großmutter. „Schau, Mama hat geschrieben!“

„Und sie hat ein Bild geschickt“, sagte die Großmutter. Es war bei all der wilden Tanzerei auf den Boden geflattert.

„Mama“, flüsterte die Kleine une betrachtete das Bild sehnsüchtig. Es aufzuheben, wagte sie nicht, zu groß war die Gefahr, das Bild der Mutter zu zerstören. Da lächelte die geliebte Mutter ihr Kind an. Und daneben strahlten die Kinder des Doktors und der Frau Doktor, für die sie arbeitete und gutes Geld verdiente.

„Schau, der Christbaum“, flüsterte das Herzchen. „Die Kerzen und die Kugeln, und sieh nur – die herrlichen Kekse, die Mutter gebacken und daran aufgehängt hat. Wie hübsch das alles ist.“

„Ja“, sagte die Oma und drückte das Herzchen an sich. „Aber … sie sieht traurig aus.“

Da tropften Tränen aus den Augen des Herzchens. „Wie kann sie fröhlich sein“, weinte es, „die Kekse sind mit Schokolade überzogen, die Kerzen leuchten mit Strom und sie tragen ihre schönsten Gewänder!“

Und das Herzchen weinte, bis der Suppenteller so voll war, dass keine Ciorbă mehr hineinpasste …

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