Ballerina High: Na, neidisch? Oder: Das Ass im Ärmel

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»Worum geht es eigentlich im siebten Band?«, fragte meine Jüngste, als ich schon über der Abschlussgala schwitzte. »Du hast ja schon alles verbraten.«

»Habe ich nicht«, murmelte ich.

»Hast du doch«, widersprach die Kurze. »Jade wird abgewatscht und jeder kann sich sofort denken, wer das mit dem Plakat verbrochen hat. Damit ist die Story gegessen, finito!« Ich liebe es, wenn meine Familie mich so beim Schreiben motiviert!

Meine Kurze nutzte mein Schweigen und ärgerte mich munter weiter, indem sie mir ausführlich darlegte, wie einfach es sei, bereits am Ende des sechsten Bandes auf den Täter zu schließen. Ich wollte ihre unfreiwillige Unterstützung in Sachen Spannung auf keinen Fall stören! Und so kristallisierte sich während ihres schadenfrohen Monologs ein Täter heraus, der das Potential zum Ass im Ärmel hatte; ich musste nur zwei Punkte konsequenter ausformulieren.

Als sie den siebten Band las, stellte sie fest, dass sie sich dank ihrer Unterstützung bis zum letzten Kapitel in Geduld zu üben hatte. Am Ende war sie neidisch, weil ich ihr doch noch ein Schnippchen geschlagen hatte. Tja, man muss eben gut abwägen, womit man einen Autor ärgert. Er kann alle Schandtaten jederzeit gegen einen verwenden …

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Ballerina High: Faith

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Und noch jemand sollte seinen Showdown bekommen: Faith. Niemand an der Youth Ballet High School rechnet mit ihr, am allerwenigsten Heather. Demnach musste noch was ganz Besonderes für Faith her, schließlich ist sie eine schillernde Persönlichkeit. Zur Debatte standen … Ach, nein, ich verrat’s nicht. Ein bisschen was müsst ihr auch selbst lesen!

E-Book, ab 13. Mai 2016 für 1,49 €

Ballerina High: Sams Rehabilitierung

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Im vorletzten Band geht es los mit der Auflösung der Rätsel. Das hat schon Enid Blyton in ihren Büchern ungefähr ab Textmitte so gemacht, und Millionen Kinder lieben sie heute noch dafür.

Und noch etwas beeindruckt mich an Enid Blytons Publikationen. Die bösen Erwachsenen sind durch und durch unbelehrbar, während die Kinder, die die fünf Freunde ärgern, immer die Chance bekommen, sich von einer besseren Seite zu zeigen. Der Leser bekommt Gründe für ihr Verhalten geliefert und kann sich plötzlich vorstellen, warum das Kind so böse oder zumindest anstrengend ist. So rehabilitiert Enid Blyton diese »kleinen Bösewichte« und vermittelt den Lesern die Hoffnung, dass doch noch alles gut wird.

Und da muss ich Sam natürlich auch eine Chance geben! Der arme Kerl ist vom Psychopath zur Schlüsselfigur geworden und darf sogar bei der Aufklärung von Christophers Fahrradunfall mithelfen. Der Gedanke kam mir, bevor ich den Part im ersten Band umgeschrieben habe, in dem Sam Connor vor Christophers Haus hockt, aber mir fehlte noch die Idee zur Umsetzung. Nach erfolgter Umschrift bekam seine Figur in Band 6 noch mal einen ganz neuen Drall. War ich davor noch wankelmütig gewesen, entschied ich nun endgültig, es so zu machen, dass er am Ende als der einzige Normale zwischen den ganzen Tanzschülern erscheint. Ist es mir gelungen?

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Ballerina High: Das Ende einer Männerfreundschaft

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Jade und Trisha haben sich wieder vertragen, sollten auch Christopher und Tylor eine Chance bekommen? – Nein! Wir sind ja nicht in Hollywood.

Aber Tylor und Trisha könnten doch …

*seufz * Nein, weil: zu einfach!

Die Verlegerin schlug vor, das Klischee der versagten Liebe mit der Kunst der Formulierung zu durchbrechen. (Aha!) Was zwischen Tylor und Christopher wortreich verläuft, ist bei Trisha und Tylor eine stumme Angelegenheit, während nebenbei sich noch zwei andere Figuren wieder vertragen: Elijah und Heather. Aber auch nur, weil mir Heather leid tat und auf den letzten Seiten von Band 5 plötzlich ihr Recht auf ein bisschen Glück einforderte. Bitte, soll sie haben! Bis zu einem gewissen Punkt war ich verhandlungsbereit, nur das letzte Stückchen … aber das erfahrt ihr noch früh genug.

E-Book, ab 13. Mai 2016 für 1,49 €

Ballerina High: Esmeralda, das Ballett

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Es gibt ein 1844 von Jules Perrot inszeniertes Ballett, in dem die berühmte Esmeralda-Variation vorkommt. Sie gehört bei Ballettwettbewerben zum standardmäßig abgeprüften Repertoire. Im Januar 2014 gönnte ich mir zuschauenderweise mit meinen Mädels einen Ballettwettbewerb mit zirka 20 Teilnehmerinnen. Die Esmeralda-Variation wurde an diesem Nachmittag sage und schreibe sechsmal aufgeführt, und tatsächlich errang eine der Esmeraldas den ersten Platz. Beim Schlusslektorat im Winter 2015 war dieser Punkt für mich das Hauptargument bei der Titelfindung: sechsmal Esmeralda, also kann Band 6 nur Esmeralda heißen!

»Im Dance Floor lässt du Yvonne und Lily aber auch schon die Esmeralda-Variation tanzen«, wandte die Verlegerin ein. Was kümmert mich das, dachte ich, aber sie fuhr schon gnadenlos fort: »Und was hat die Esmeralda außerdem mit Neid zu tun?«

Also hob ich mit wohlgesetzten Worten zu einer meiner gefürchteten psychologisierenden Erklärungen an, weil die bei der Verlegerin immer ziehen:

»Auf dem Heimweg von besagtem Ballettwettbewerb fragte ich mich, was wohl ein Ballettlehrer macht, wenn ihm die ständigen Variationswiederholungen zum Hals heraushängen, er aber aus diversen Gründen nicht ausbrechen kann. Er muss also irgendwie eine ziemlich hohe Toleranzschwelle aufweisen und unheimlich gut verzeihen können, dass ihm Veranstalter und Eleven derart auf den Nerven herumtrampeln. Somit breche ich das Klischee und mache nicht SexnCrime, sondern das Verzeihen zum Dreh- und Angelpunkt des Romans: Jade verzeiht Sam, weil er mit seiner Fotografiererei doch noch die Kurve kriegt. Trisha hat Christopher längst verziehen, dass er mit ihr Schluss gemacht hat. Aber natürlich gibt es auch Paare, die sich mit dem Verzeihen nicht so leicht tun, z.B. Jades Eltern oder Tylor und Christopher. Wäre ja sonst langweilig.«

»Aha«, meinte die Verlegerin bloß, ist dann aber selbst darauf gekommen, dass man auch Neid verzeihen können muss, von dem die ganze Serie nur so trieft. Vorsichtshalber schob ich nach, dass man das gleichnamige Ballett zum Glöckner von Notre-Dame heranziehen kann, in dem die Zigeunerin Esmeralda ihm seine Tätlichkeiten verzeiht, weil Quasimodo sie rettet, aber noch so viele unausgesprochene und beneidete Liebesbeziehung abgehandelt werden, dass ich mich frage, wieso sie das überhaupt anzweifelt und –

»Dann eben Esmeralda!«, brüllte die Verlegerin.

Na bitte, geht doch.

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Ballerina High: Esmeralda & der Roman

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Bei La Esmeralda handelt es sich um eine Inszenierung des Romans Der Glöckners von Notre-Dame des Schriftstellers Victor Hugo, der 1831 erschien. Im Original geht es im Großen und Ganzen um verschmähte Liebe und daraus resultierende Mordgelüste, und am Ende sind alle Sympathieträger tot – so einfach funktioniert Weltliteratur.

E-Book, ab 13. Mai 2016 für 1,49 €

Ballerina High – das übliche Namensspielchen: Esmeralda oder Cinderella?

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Trotz aller Wortklauberei habe ich jetzt, wo ich den Werkstattbericht schreibe, das Gefühl, dass mir irgendwie langweilig war. (Langeweile beim eigenen Text?! Ruft die Duden-Polizei!) Denn ich nahm mir wieder ein wenig Zeit für mein Lieblingsspiel: Nenn ich das Kind nun Esmeralda oder Cinderella? Verflixterweise passen nämlich beide Figuren sehr gut zur Todsünde Neid. Anfangs erschien mir Cinderella schlüssiger, weil: abendliche Abschlussgala, dann ein Überraschungsgast, der abhaut, und dann lauter Mädchen, die neidisch sind und die Erste sein wollen. Aber nach ungefähr der Hälfte war mir das nicht nur zu langweilig (ach was!), sondern mir wurde es auch ein bisschen zu viel mit dem ständigen Einhacken auf die schlechten Seiten des Menschen. Mein Gehirn brauchte eine Pause von Dantes Hölle, damit ich bei Band sieben noch mal ordentlich Gas geben konnte.

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Ballerina High: Ermüdungserscheinungen

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Was soll ich lang drumherum reden: Der sechste Band hat mich an meiner Schreibfähigkeit zweifeln lassen, echt jetzt! Es ging los mit grammatischen Einbrüchen wie der Verwechslung von Dativ und Akkusativ, zunehmender Kommaschwäche, wobei ich eher zu viele als zu wenige Kommas gesetzt habe, und ganz blöden Fehlern wie nähmlich. Da die Verlegerin die Texte quasi blutig auf dem Schreibtisch haben wollte, hat sie das alles natürlich gefunden. Aber selbst Schuld, wenn sie mir nicht mal Zeit für die automatische Rechtschreibhilfe lässt!

Aber auch inhaltlich hat es mich ganz schön geschlaucht. Natürlich habe ich auch diesen Band mit Exposé geschrieben. Aber da ich nach dem 5. Band mehrere Änderungen durchgeführt hatte – man erinnere sich an Samuel Connors Entschärfung – war ich an manchen Stellen schlichtweg nicht mehr sicher, ob das alles so noch passte. Ganz besonders der zeitliche Rahmen verwirrte mich zunehmend. Die ursprünglichen drei Handlungswochen waren definitiv einfacher zu handhaben gewesen. Aber die genehmigte Erweiterung um vier Bände ließ die Handlung plötzlich auf sechs Wochen wachsen. Und da fragt man sich irgendwann nicht nur sprichwörtlich, wo die Zeit geblieben ist.

Die vorsichtige Nachfrage bei befreundeten Kollegen ergab, dass ich mich mit meinen Ermüdungserscheinungen in guter Gesellschaft befinde. Irgendwann hat man seine eigenen Figuren satt und hofft, dass sie lieber heute als morgen zu Potte kommen und sterben / durchfallen / sich sonst wie in Luft auflösen, damit man endlich fertig ist. Aber es ist auch nicht ohne, jemanden einfach sterben zu lassen, ohne dass es dafür einen triftigen Grund gibt …

Vielleicht hatte ich deshalb während des Schreibens hinter jedem Satz eine inhaltliche oder wörtliche Wiederholung befürchtet und mit etwas verkrampften Gehirnwindungen nach alternativen Formulierungen gesucht. Es hat dem Schreibfluss nicht besonders gut getan, weil ich ständig Angst hatte, eintönig zu werden. Erst beim Selbstlektorat merkte ich, dass an den Stellen, die ich besonders sorgfältig formuliert und immer wieder überarbeitet hatte, mehr Wiederholungen und überflüssige Satzglieder als sonst zu finden waren. Am Ende blieben von 160 A5-Seiten nur noch 140 übrig. Das waren mal eine Menge Füllsel für den Kachelofen!

E-Book, ab 13. Mai 2016 für 1,49 €

Ballerina High Band 6: Esmeralda

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Die spannende Ballettserie von Alicia Mirowna

An der Youth Ballet High School liegen die Nerven blank: Tony Allistair, ehemaliger Broadway-Star, platzt in die letzten Proben vor der Abschlussgala. Er ist auf der Suche nach Kandidaten für sein neues Förderprogramm. Amanda, Trisha und Jade gehören zu den Glücklichen, die im kommenden Schuljahr daran teilnehmen werden und erregen damit heftigen Neid bei den anderen Eleven.
Derweil sucht Christopher das Gespräch mit Tylor, um sich mit ihm wieder zu vertragen, doch sein ehemaliger Freund hat eigene Vorstellungen von der Zukunft. Trisha dagegen ist Christopher gegenüber nicht mehr abgeneigt. Aber ist eine Beziehung mit ihm überhaupt möglich? Und was ist mit Tylor?
Heathers Rache an Elijah trägt erste Früchte. Reumütig kehrt er zu ihr zurück und hat neben Zoe auch endlich Faith vergessen. Heather ist so glücklich wie nie!
Tony Allistair ermutigt Jade, ihren eigenen Weg zu gehen. Doch dann hebt sich der Vorhang zur Abschlussgala und ihre neu gewonnene Selbstsicherheit zerfasert in der heißen Julinacht: Ein Unbekannter hat Jades jüngste Vergangenheit ans Licht gezerrt. Fliegt sie jetzt aus dem Förderprogramm?

Eine High School im Norden von Ohio, USA: Neid bestimmt in den letzten Tagen vor der Abschlussgala das Handeln der Eleven. Scheinfreundschaften zerbrechen, Wahrheiten werden als Lügen entlarvt. Über allem schwebt die Furcht, nach all den Jahren härtesten Trainings doch nicht zu den Besten zu gehören. In einer Kurzschlussreaktion werden gleich mehrere Schüler in den Abgrund gerissen und müssen sich fragen: Bin ich wirklich für das Leben als Tänzer gemacht?

E-Book, ab 13. Mai 2016 für 1,49 €

Ballerina High: Essstörung: Warum greift denn keiner ein? Teil 2

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Hier findet ihr Teil 1 des Blogposts

An dieser Stelle fiel meiner Testleserin noch etwas auf, worauf ich ein bisschen stolz bin: »Es gibt ganz viele Ballettromane mit hungersüchtigen Figuren, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendwo über die Innenwelt der Betroffenen geschrieben oder das Problem aufgelöst würde. Dort zählt nur das Klischee. Und bei dir ist das irgendwie anders – aber auch komplizierter.«

Es entspann sich eine Diskussion über Autorenvorgaben und Leserverhalten mit dem Ergebnis, dass sich die Testleserin mit dem unangetasteten Klischee besser fühlt, als wenn man sie an die Hand nimmt und die Lösung des Problems im Text erleben lässt. Trotzdem wäre es ihr definitiv nicht lieber, Jade mit der Essstörung allein zu lassen, auch wenn es »unbequem« sei, immer wieder darauf hingewiesen zu werden. Ulkig, oder?

Ich glaube, so ähnlich geht es auch den Betroffenen und ihren Familien. Man weiß, dass da ein übergreifendes Problem ist, das einen Teil der Gemeinschaft zerstört. Aber wenn man es behebt, müsste man sich damit arrangieren, dass man auch selbst irgendwie zu dieser Zerstörung beigetragen hat.

»Und was machst du jetzt mit Jade und ihren Eltern?«, lautete die Abschlussfrage der Testleserin.

Ich würde sagen, das sehen wir dann. Das heißt, ich weiß ja schon, was passiert: Ich verspreche euch, dass es bis zum letzten Band genauso schön zwiespältig weitergeht. Das bin ich euch schuldig!

E-Book ab 15. April 2016 für 1,49 €

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