Wie ich’s gern hätte! Wenn ich Autoren ins tiefste Gerundium wünsche, weil sie nicht zwischen Kaulquappenperfekt und Captain Future VI unterscheiden können

Zuerst veröffentlicht am 04.11.2015

Am meisten stinkt mir – und dafür werde ich wahrscheinlich wieder mit entrüsteten E-Mails bombardiert – dass Autoren sich beschweren, wenn ich Anmerkungen zu Grammatik und all dem anderen ungeliebten Kram habe, die letztlich zu meiner Absage führen. (Anm.: Als ich den Text verfasst habe, gab es mein Wunderwaldverlägchen noch.) Damit das klar ist: Ich habe die deutsche Grammatik nicht erfunden. Ich habe früher in der Schule genauso unter schlechten Noten gelitten und jeden ins tiefste Gerundium gewünscht, der versucht hat, mir den Unterschied zwischen Kaulquappenperfekt und Captain Future VI beizubringen. Richtig kapiert habe ich es mit dem Wachstum der ersten grauen Haare (das ging bei mir Mitte 20 los). Und ich behaupte, dass jemand, der sich nach der Regelschulzeit nicht mit derlei Studien foltert, genauso lang braucht wie ich, bis er hinter den Reichtum und die Möglichkeiten dieser fitzeligen Regelungen kommt. Manchmal dauert es einfach ein bisschen länger!

Dass jemand ein Lektorat nicht zu schätzen weiß – na ja, die Welt ist nun mal undankbar, während ich trotzdem eine Runde Spaß hatte. Dass aber aus lauter Trotz genau diese Texte bei Kleinverlagen erscheinen und die gleichen Fehler in den Texten stehen bleiben, ui, das ist arg. Klar, es ist eine Sache der Eitelkeit, dass man sein Machwerk veröffentlichen kann und jeder, der das in die Hand nehmen will, ist erst mal ein (Verleger-)Gott. Aber wenn die Rezis auf Amazon & Co. genau die gleichen Punkte bemängeln, ist der Spaß für den Autor vorbei. Dann hätte er oder sie sich den Weg über den anderen, vermeintlich besseren Verlag sparen können.

Will sagen: Autoren, die sich einerseits aufgrund belegbarer Mängel angegriffen fühlen und sich andererseits blind auf Verleger verlassen, weil sie Honig um den Mund geschmiert bekommen, sind selbst Schuld. Die Watsche kommt spätestens vom Leser (und Leser sind in der Hinsicht gna-den-los …). Denn unter den Kleinverleger-Kollegen sind viele, die keine Verlagsausbildung haben, sondern als Selbstverleger gestartet sind (wie ich), oder die sich dachten: Mei, das versuch ich jetzt einfach mal (wie ich). Es ist viel Learning by doing dabei, und mit der Zeit entwickelt man sich auch als Verleger oder sollte es zumindest tun. Quereinsteiger-Verleger werden meist besser, wenn die Autoren anspruchsvoller sind. Quereinsteiger-Verleger müssen sich trotzdem nicht alles gefallen lassen.

Deshalb meine Bitte an die Autoren: Wenn der Verleger oder der Lektor eurem Text kritisch gegenüber steht, seid nicht beleidigt. Prüft, ob er evtl. Recht hat (was wehtun kann, wenn es so ist, aber mei, man lernt halt ein Leben lang dazu) und überlegt, ob sich eine Überarbeitung wirklich lohnt. Wenn euch ein anderer Verleger lieber ist – auch gut! Aber ihr gebt die Verantwortung wie das Urheberrecht für eure Texte nicht ab, egal wie vehement ihr bei Fehlern hinterher auf den Verleger oder den Lektor zeigt.

Tipps & Tricks für Autoren: Nimm dich selbst nicht so ernst

Zuerst veröffentlicht am 13.05.2016

Du hast „ein Buch“ geschrieben? Das heißt, du hast einen Stift in die Hand genommen und hintereinander weg, quasi im Eifer des Gefechts, mit rasender Genialität und zündenden Ideen zwei Wörter aneinandergeklebt – in etwa so?

Herzlich Willkommen im Olymp!

Mal Scherz beiseite. Wenn wir es als durchschnittliche Mitteleuropäer mit Personalausweis, fester Bleibe, Arbeit und Aussicht auf ein Feierabendbier schaffen, 1000 unschuldige Blätter vollzuschreiben, dann ist das natürlich erst mal ein Fleißkärtchen wert. Aber ob da auf dem Papierstoß etwas Sinnvolles zusammengekommen ist, tja, das steht im wahrsten Sinne des Wortes auf einem anderen Blatt! Und deshalb ist die Aussage „Ich habe ein Buch geschrieben“ mit Vorsicht zu genießen. Zumal diese Tätigkeit hin und wieder zu einem, gelinde gesagt, geschwollenen Selbstbewusstsein führt.

Denn es gibt wichtigere Dinge, als den Günter Grass der Zukunft zu mimen. Schöneres, als sich mit anderen über den Gehalt des Wortes „Elbe“ zu streiten oder darüber Befindlichkeiten zu entwickeln, dass jemand anders aufgrund einer „besseren Verkaufsstrategie“ scheinbar mehr Bücher verkauft. Was machen wir denn, wenn wir schreiben? Bestenfalls eine nette Geschichte erzählen, die der Welt im Großen und Ganzen nichts bringt außer ein bisschen warme Luft, während irgendwo auf der Welt jemand für solche freien Worte verfolgt wird. Oder gefoltert. Oder getötet.

Natürlich hat man manchmal auch etwas zu sagen – und das sollte man auch tun und danach sein Leben in aller Ruhe weiterleben. Denn wir sind nicht mehr als Staub im Wind (Kansas), und nur an die wenigsten Menschen erinnert man sich nach 100 Jahren noch, ohne sich am Kopf zu kratzen und zu fragen: „Was hat der jetzt noch mal genau gemacht?“

Mit diesem Gedanken geht man doch gleich viel entspannter an die Schreibsache heran, oder? Also nicht vergessen: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch kein Literatursüppchen.

Tipps & Tricks für Autoren: Verlagssuche

Zuerst veröffentlicht am 07.06.2016

Wenn man sich mit dem Gedanken wohler fühlt, sein Buch bei einem Verlag unterzubringen, gibt es ein paar Dinge, die man als Autor beachten sollte.

Nr. 1: Die Verlagssuche braucht Zeit. Es ist zwar rekordverdächtig, gleich beim ersten Versuch einen Verlag zu finden, aber unwahrscheinlich. Dein Buch hast du ja auch nicht in einer Nacht geschrieben.

Nr. 2: Auch wenn die erste Antwort ein halbes Jahr – oder länger – auf sich warten lässt: Bleib ruhig!

Nr. 3: Der Vertrag liegt vor dir und es juckt dich in den Fingern, sofort zu unterschreiben? STOPP! Nimm dir Zeit. Lies den Vertrag in aller Ruhe. Schlaf drüber. Lies ihn noch mal und sprich mit deinem besten Freund, deiner besten Freundin, deinen Geschwistern, mit wem auch immer, aber tu es! So ein Vertragstext kann einen ganz schön verwirren. Schreib deine Fragen auf und ruf im Verlag an – nur dort kann man deine Fragen beantworten. Wenn du aufgelegt hast, legst du den Vertrag erst mal weg – und schläfst noch eine Nacht drüber. Und wenn es am nächsten Morgen absolut keine neuen Fragen mehr gibt – dann ist der Vertrag vielleicht wirklich reif für eine Unterschrift.

Nr. 4: Du hast unterschrieben und bekommst plötzlich Zweifel? Durchatmen, Telefonnummer raussuchen und den Lektor anrufen. Sprich an, was dich nachdenklich macht. Ich habe als Verlegerin keinen Vertrag nachträglich ändern müssen, denn in fast allen Fällen gingen die Befürchtungen des Autors auf die Aufregung zurück. Es ist einfach verdammt spannend, ein Buchprojekt durchzuziehen, auch für Lektoren und Verleger. Sollte es Gründe geben, die sich nicht ausräumen lassen, ist es zwar nicht immer einfach, einen Vertrag nachträglich zu ändern, aber man sollte sich, wenn es gar nicht anders geht, nicht davor scheuen. Kommunikation gehört zum guten Ton und ist das A & O, wie in jeder anderen Lebenslage auch.

Nr. 5: Dein Buchprojekt wurde vor Monaten abgeschlossen, aber das Buch ist immer noch nicht erschienen? Frag deinen Lektor. Der Verlag plant die Veröffentlichungen mit einem Auge auf dem Geldbeutel, und das kann zu Verzögerungen führen. Lass dir erklären, woran es liegt, dass dein Buch nicht auf den Markt kommt. Sollte man diese Sache nicht zur beiderseitigen Zufriedenheit klären können, schau im Vertrag nach, was man in dem Fall machen könnte.

Nr. 6: Dein Buch ist erschienen, der Verkauf lief ganz gut – und dann wird es Zeit für das nächste Buchprojekt. Wie fandest du die Zusammenarbeit mit deinem Verleger? Wenn du es noch nicht getan hast, dann hol es jetzt nach und gib deinem Lektor ein kurzes Feedback, denn auch Verlage können sich nur verbessern, wenn sie wissen, wo es hakt.

Nr. 7: Und nicht vergessen – immer schön ruhig bleiben 🙂

Tipps & Tricks für Autoren: Bloggen

Zuerst veröffentlicht am 06.06.2016

Das Internet ist eine riesige Spielwiese, die jeder betreten kann, der einen PC und einen Internetzugang hat. Umso schwieriger ist es, auf sich aufmerksam zu machen. Ein Blog kann helfen, sich und sein Buch ins Rampenlicht zu rücken.

Dein Buch Out: Den Blog mit sämtlichen Vorder-, Hinter- und Seitenansichten des Buches zukleistern und an allen Stellen vermerken, wie außerordentlich genial dein Buch doch ist. In: Ein Bild vom Umschlag ist schon mal nicht schlecht, 72 dpi, 300 x 150 px sollte ausreichen, dazu eine kurze Inhaltsangabe und ein Hinweis, in welchen Formaten es dein Buch wo zu kaufen gibt.

Kollegentitel Out: Kollegenhäme ist ein ganz unfeiner Zug, besonders wenn der eigene Internetauftritt nicht besonders professionell daherkommt. In: Kollegentitel vor- und evtl. eine konstruktive Rezension dazuzustellen. So finden sich leichter Multiplikatoren, denn die Freunde des Freundes der Cousine des Uronkels … suchen schon mal nach dem Produkt der Verwandtschaft.

Du schreibst Rezensionen Out: Das Buch eines anderen Autors in Grund und Boden stampfen. Kritik kann töten, böse Worte ziehen im schlimmsten Fall Gleiches nach sich. In: Wenn du gar nichts gutes an dem Buch finden, solltest du es vielleicht nicht rezensieren. Bleib andernfalls objektiv und mache dem ggf. unbekannten Autor konstruktive Vorschläge!

Jemand rezensiert dein Buch Out: Auf eine schlechte Rezension pampig reagieren. Nicht mal die Bestseller haben ungeteilten Zuspruch! Jeder darf seine Meinung vertreten. Niemals zurückmeckern! In: Auch wenn’s schwerfällt: höflich bleiben und überlegen, ob der Rezensent Recht hat. In jedem Fall solltest du deinen Verlag darauf hinweisen oder, wenn du Selbstverleger bist, die Kritikpunkte beim nächsten Projekt im Auge behalten, vielleicht die Anmerkungen zum Anlass nehmen, eine Neuauflage herauszugeben, was aber nur in Extremfällen nötig ist. Hin und wieder haben Rezensenten Recht – manchmal haben sie aber auch nur einen schlechten Tag erwischt.

Vielfalt Out: Sich immer über die gleichen Themen auslassen. In: Um das Interesse auf einem gleichbleibenden Level zu halten, solltest du 3-5 Themen regelmäßig „bebloggen“, auch wenn sie auf den ersten Blick nichts mit dem Buch zu tun haben. Mach diese Themen zu deinen Themen, diskutiere mit anderen darüber, dann bleibst du interessant und dein Buch auch.

Ganz wichtig: Locker bleiben! Out: Gestelzte Literaturessays, mit denen dein Leserkreis nichts anfangen kann, weil er nicht die richtige Zielgruppe für deine Ergüsse ist. In: Bleib auf dem Boden der Tatsachen. Wenn du keine gedrechselten Sätze hervorbringen kannst, probier es mit ganz normalem Hochdeutsch. Zwischendurch ein witziges Bild einfügen (Quelle angeben!!!), Sprüche posten, auf andere Seiten verweisen. Es tut deinen Lesern gut, die Abwechslung zu entdecken, und dir auch!

Tipps & Tricks für Autoren: Klick- und Verkaufszahlen steigern

Zuerst veröffentlicht am 29.05.2016

Ich habe ja echt viel probiert in den letzten Jahren: Rezis schreiben, Bücher von Kollegen einfach mal empfehlen, auf Messen an allen möglichen und unmöglichen Ständen meine Titel einstellen (nach Rücksprache mit dem Standbetreiter natürlich) und – und – und. Doch ich musste ein paar Jahre warten, bis das Networking und die Effizienz der Geheimdienste so weit gediehen waren, dass es sich tatsächlich lohnt, sich im Netz zu bewegen.

Wie lockt man denn jetzt Besucher an? Weil ich es weiß und nett bin – und das sicher nicht der Stein der Weisen ist, den ich damit präsentiere – verrate ich es euch:

  • Im Dezember 2013 und vor der DSGVO vom 25.05.2018 habe ich diesen Blog erstellt und alles hierher “umgezogen”, was ich bisher über den und zum Verlag geblogt habe und was mir wichtig erschien, denn es gibt neben den staatlichen Stellen anscheinend genug Privatleser, die gern in der Vergangenheit stöbern. Die Zugriffszahlen haben sich seitdem mehr als verdoppelt. (Nein, die Statistik zeigt jetzt nicht 2 statt 1 Besucher!!!).
  • Ich habe eigene Wettbewerbe ausgeschrieben (für Anthologien, Buchverlosungen, Ratespiele) und diese über eine kurze Zeitspanne (max. 1 Woche) beworben. Das war für regelmäßige Besucher etwas nervig, aber sie sind mir treu geblieben. Merci! Als Autor kannst du regelmäßig ein paar deiner Bücher verlosen.
  • Die sozialen Netzwerke habe ich natürlich auch gleich mit allem bestückt, was ich hier rauslasse. Und obwohl es mitunter ein wenig monoton war, haben sich immer mehr Besucher hier eingefunden.
  • Je seltsamer die Posttitel, desto öfter werden sie aufgerufen. Derzeit (Mai 2016) ist die “Lederhose” der Renner (nein, jetzt gibt’s ausnahmsweise mal keinen Link).

Das alles könnte man für Peanuts halten, aber das ist es dann doch nicht. Denn unabhängig von den Verkaufsphasen, die es in der Verlagsbranche gibt, haben sich auch die Verkaufszahlen mit den Blogposts, ihrer Vielfalt und dem ganzen Drumherum-Rebloggen nach oben entwickelt. (Diese Erkenntnis sollten alle Selfpublisher, die nicht wissen, worüber sie bloggen sollen, mit in die Sommerpause nehmen.) Es ist nach wie vor wichtig, Kontakt mit den Lesern zu haben (und den halte ich, wie gesagt) und ehrlich zu bleiben, auch wenn einem mal etwas nicht passt. Und vor allem sollte man mit Kritik umgehen können.

Man könnte auch fragen: Welches Buch geht besser, das über das liebe Kind oder das über die Rotzgöre, der ständig neuer Mist einfällt und deren Schabernack trotzdem immer gut ausgeht? Es wird wohl Letzteres sein.

Schönes Wochenende!

Tipps & Tricks für Autoren: Formatierungen

Dein Buch ist fertig! Und dann hörst du, dass deine Leser dein Buch reihenweise auf Seite 20 zuklappen und beiseite legen. Was ist da schiefgelaufen?

Nr. 1: Die Schriftart, die sog. Fonts. Schnörkelschrift kommt auf Einladungskarten gut, aber im Fließtext kann sie auf die Dauer anstrengend werden. Am besten suchst du dir eine Serifenschrift aus, die nicht allzu viele Schörkel aufweist, aber auch nicht zu wenige, denn sonst wirkt sie wie leblose „Maschinenschrift“.

Nr. 2: Die Formatierungen. Hast du viel Fettes, Kursives oder Unterstrichenes im Text? Nicht gut, weil solche „Auszeichnungen“ es dem Auge erschweren, dem Schriftbild zu folgen. Je weniger Sonderformatierungen im Belletristiktext, umso besser. Lass den Text für sich sprechen!

Nr. 3: Viel Text auf einer Seite. Warum willst du so viele Buchstaben wie möglich auf eine Seite quetschen? Gib ihnen den Raum, den sie benötigen! Eine engzeilig bedruckte Seite liest sich nicht gut und verursacht unter Umständen sogar Kopfschmerzen. Stell die Zeilenschaltung um, verändere die Laufweite zwischen den Buchstaben, druck eine Seite aus und schau dir das Ergebnis an. Zeige diese Seite einem anderen Testleser. Erst wenn du das Gefühl hast, dass alles passt, wende die Formatierungen auf den ganzen Text an.

Nr. 4: Lückentext 1. Deine Seite sieht aus wie eine Kraterlandschaft, weil du viele Absätze eingebaut hast? Überlege, ob du nicht einige davon wieder zusammenführen kannst, denn ein Satz muss nicht unbedingt mit einem Absatz enden. Zudem kannst du mit weniger Absätzen Platz sparen, und der Text liest sich auch noch angenehmer. Stelle auch keine größeren Abstände zwischen den Absätzen ein, denn sonst kommt der Text „wie in Schinkenstreifen geschnitten“ daher.

Lückentext 2. Finden sich in den Zeilen zwischen den Wörtern große Lücken, wende die automatische Silbentrennung an oder bessere von Hand nach, denn auch diese „Löcher“ stören beim Lesen.

Nr. 5: Kopf- und Fußzeilen, Fußnoten und andere Zugaben. Alles, was nichts mit der Seitenzahl zu tun hat, lenkt vom Lesen ab. Bei Sachbüchern, Zeitschriften oder Heftromanen werden Fuß- und Kopfzeile genutzt – nicht jedoch in belletristischen Drucksachen, außer es gibt einen vernünftigen Grund dafür! Fußnoten werden in wissenschaftlicher Literatur eingesetzt. Solltest du in deinem Roman eine oder mehrere Anmerkungen planen, kannst du auf ein Glossar im Anhang zurückgreifen.

Nr. 6: Hurenkinder und Schusterjungen. Das sind keine bedauernswerten Waisen, sondern einzelne Zeilen zu Beginn bzw. am Ende einer Seite. Bisher hat mir noch jeder Setzer solche Seiten zurückgeschickt – vermeide sie also.

Tipps fürs Selbstlektorat: Bindestriche und Wiederholungen

Es sind die Kleinigkeiten, die einen guten Text ausmachen. Damit eure Texte künftig auch positiv auffallen, habe ich ein paar Punkte zusammengestellt:

Bindestriche & Co. – Abriss

Es gibt nicht nur zwei Arten von Strichen, jedoch gehe ich hier nur auf die am häufigsten verwendeten ein.

Verbundene Wörter werden mit dem Bindestrich OHNE Leerzeichen verbunden. Richtig ist „Online-Zugang“.
Vor und hinter einem Gedankenstrich wird je ein Leerzeichen gesetzt. Normalerweise ersetzt das Rechtschreibprogramm ihn von selbst, wenn es erkennt, dass Leerzeichen gesetzt wurden.

Man sollte darauf achten, dass nicht zu viele Striche verwendet werden. Ein Setzer bemängelt die so entstehenden „Löcher“ im Text. Das ist nicht ganz so trivial, denn anhand des Layouts entscheidet der Leser, ob er einen Text schwierig oder „leicht zu verdauen“ findet. Faustregel: Je weniger das Auge abgelenkt oder durch zusätzliche Formatierungen irritiert wird, desto leichter liest sich ein Text. Welche anderen Strichregelungen es noch gibt, möge der geneigte Leser im Duden nachschlagen.

Wiederholungen
Derer gab es viele. Mir ist klar, dass man gerade bei Hilfsverben in den verschiedenen Zeitformen höllisch aufpassen muss, keine Monotonie in den Text zu bringen, was ein Thema für sich ist. Jedoch hilft es, nach dem Schreiben alle Wiederholungen eines Wortes farbig zu markieren. Anhand dieser Markierungen kann man entscheiden, ob man zu viel von einem Wort im Text hat.
Spitzenreiter ist das Wort „und“, weshalb ich gern von Unditis spreche. Kommas, Punkte, Schachtelsätze u.dgl. bieten Abhilfe.

Mehr dazu, wie man richtig gute Bücher macht, gibt’s hier:  Tipps & Tipps für die Buchproduktion

Vom Verlag zum Self-Publisher: So läuft’s inzwischen

Im April habe ich, wie ihr wisst, meinen Wunderwaldverlag abgemeldet, um als Self-Publisherin weiterzumachen. Als Erstes hatte ich ein paar Tage Spaß mit dem Abmelden der Titel im VLB, bevor ich sie auf andere Vertriebsplattformen schaufelte. Es hatte schon was, für die Richtigkeit der Daten bei nur einem einzigen Distributor verantwortlich zu sein und zu wissen, dass am Ende des Jahres keine Rechnung über ISBN-Lizenzgebühren in meinem Briefkasten landet. Genauso angenehm ist es übrigens, nicht ständig im VLB überprüfen zu müssen, ob ein Datenbank-Update vielleicht doch wieder alle Lieferstati durcheinander gewirbelt hat oder … Aber das ist ja nun Gott sei dank vorbei 🙂

Die reine Datenumstellung ging auch relativ flott von der Hand. Auch der neue Blog, auf dem ihr mich gerade besucht, war innerhalb weniger Tage aus dem Boden gestampft.

Ja, und dann begann das Warten: Mit der Abmeldung der Titel aus dem VLB wurden auch die bereits vergebenen ISBN ungültig. Wer z.B. die 9783940582706 für den Titel Wiener Blut eingab, fand darunter nichts mehr. Denn mit den Neueinstellungen wurden auch neue ISBN vergeben, die wieder gaaanz weit unten im Ranking auftauchten, da alle neu eingestellten Titel quasi wie Neuveröffentlichungen behandelt wurden. Und wer schon mal etwas veröffentlicht hat, weiß, wie viel Energie nötig ist, um eine Neuveröffentlichung so bekannt zu machen, bis sie sich in einem erwähnenswerten Bereich der “Verkaufcharts” tummelt.

Dazu kam, dass meine Pseudos Alicia Mirowna und Bettina Unghulescu zwar nicht unbekannt sind, aber noch nie etwas ohne Verlag veröffentlicht hatten. Und so warb ich mal hier, bloggte mal da, wies auf den einen oder anderen Titel hin und veröffentlichte die letzten drei Ballerina-High-Bände Nikija, Esmeralda und – demnächst – Cinderella.

Gut zwei Monate später nimmt das Geschäft mit den Ballettromanen wieder Fahrt auf. Vielleicht hätte die eine oder andere Aktion die Verkaufszahlen rascher wieder nach vorn gebracht, aber gut! Ich wollte ja weg vom Statistikwahnsinn, der den Verlagsalltag bestimmt hatte. Stattdessen habe ich viel gelesen, ein bisschen gebloggt, mich umgeschaut, was man als Self-Publisher wissen sollte. Und überhaupt kann ich der Schreiberei jetzt wieder viel mehr Positives abgewinnen.

Allgemeines Fazit:

  1. Es ist immer noch aufregend, Bücher zu konzipieren und zu schreiben, was ich auch schon wieder tue, aber diesmal wird es wohl kein Ballettroman.
  2. Als Self-Publisher lebt es sich, was den Zettelkram angeht, wirklich sehr entspannt.
  3. Das Image der Self-Publisher hat sich zu Recht zum Positiven verändert, denn das Autorenbewusstsein für Qualität wächst.
  4. Wer sich mit Unterhaltungsliteratur befasst, sollte verinnerlichen, dass Statistiken nicht alles sind.

Ja, dann werde ich mal weitertippen.

Tipps fürs Selbstlektorat: Zeiten, indirekte Rede & Präpositionen

Es sind die Kleinigkeiten, die einen guten Text ausmachen. Damit eure Texte künftig auch positiv auffallen, habe ich ein paar Punkte zusammengestellt:

Die Zeiten
Egal mit welcher Zeitform man einen Text beginnt, man sollte sie durchhalten. Zur Hervorhebung besondere Szenen kann man wechseln, sollte jedoch wieder in die ursprüngliche Form zurückkehren.
Rückgriffe in die weitere Vergangenheit können mittels Perfekt oder Plusquamperfekt eingeleitet werden, um den Leser in diese Phase der Geschichte mitzunehmen. Um „Hattitis“ zu vermeiden (hatte / hatten) kann man sich bis zum Ende dieses Rückgriffs des Präteritums bedienen, um das Ende erneut im Perfekt bzw. Plusquamperfekt abzuschließen. Generell kommt es jedoch darauf an, was der Autor damit beim Leser erreichen will und wie die Ausgangssituation aussieht.

Direkte versus indirekte Rede
Ein Dialog lebt von wörtlicher Rede. (Ich höre vereinzeltes Kichern, weil das scheinbar klar wie Kloßbrühe ist.) Fakt ist jedoch, dass viele Autoren – und damit meine ich alle Texte, die ich in den letzten 8 Jahren gesehen habe –, sich der indirekten Rede bedienen, wenn sie einen Dialog abkürzen wollen, ohne ggf. wichtige Informationen zu unterschlagen.
Das ist m.E. jedoch nicht der richtige Ansatz. Meist sind viele Infos bei näherer Betrachtung nicht so wichtig oder könnten in anderer Form an anderer Stelle eingebracht werden. Man muss als Autor auch den Mut haben, einen Dialog zu kürzen und sich auf das Wesentliche zu beschränken, was mit treffenden Worten in direkter Rede erzielt wird. Das führt mitunter dazu, dass man stundenlang an einem Dialog feilt. Aber dafür ist man ja Autor geworden oder will es vielleicht sogar zum Schriftsteller bringen.
Also: Indirekte Rede als Dialogersatz ist zwar nicht immer, aber in etlichen Fällen Mist. Der Mut zum Kürzen hilft dabei.
Wenn die indirekte Rede nicht zu vermeiden ist, sollte man darauf achten, sie nicht mit dem Konjunktiv, der Möglichkeitsform zu verwechseln.

Präpositionen
Hier eine Zusammenfassung zu bringen, ist schwierig. Präposition sind die kleinen Wörtchen in, mit, auf, unter, zwischen, neben, oben, durch etc. Hier kann man Fehler vermeiden, indem man sich die Bewegung bzw. die örtliche Auswirkung vorstellt, die mit der jeweiligen Präposition verbunden ist.

Mehr dazu, wie man richtig gute Bücher macht, gibt’s hier:  Tipps & Tipps für die Buchproduktion

Nimm dir doch Zeit! Die Kunst der Formulierung

Wie ich’s gern hätte!

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Ich habe bei der Umformulierung dieser Szene auf die Uhr geschaut und bin mit allen Revisionen auf genau 8 Minuten 39 Sekunden gekommen. Das ist auf den ersten Blick eine Menge Holz für so wenig Handlung. Aber es geht bei guten Texten nicht darum, so viele Seiten wie möglich mit Humpf zu füllen, auch wenn uns das die Bestsellerindustrie weismachen möchte. Das ist Massenliteratur, die versucht, so viele Leute wie möglich anzusprechen. Wer schreibt, sollte sich jedoch die Lust am Formulieren nicht aufgrund des falschen Verständnisses der Schreiberei, ja, der Literatur verderben lassen. Literatur ist dazu da, den Leser zu erbauen (auch „erbaulich“, bitte nachschlagen, wer das Wort nicht kennt) und andere Perspektiven darzustellen. Literatur ist wie alle Formen der Kunst bestens dazu geeignet, die Meta-Ebene anzusprechen und neue Bilder, noch mehr Kunst & Kultur zu schaffen. Dafür sollte man sich schlichtweg Zeit nehmen, sich dabei im besten Fall selbst erforschen, die eigenen (Un-)Tiefen ausloten, whatever. Ich finde es interessant, wenn jemand 600 Seiten bis zum Schluss mit einer Geschichte zu füllen weiß, kenne aber auch die Hintergründe dieser Bestrebungen: Dicke Bücher verkaufen sich besser, und man kann für sie einen höheren Preis verlangen. Dass es immer wieder Leerlauf gibt oder auch zusätzliche Handlungen aufgepfropft werden, ist diesem Masse-statt-Klasse-Umstand geschuldet. Leider!

Und jetzt noch mal zurück zum Anfang dieses Posts: Wenn ich die o. g. Texte lese, die sich bemühen, Stile erfolgreicher „Bestseller“-Autoren zu kopieren und Schulaufsätze, getarnt als dürre Handlungsbeschreibungen, verschicken, dann frage ich mich, ob es dem Autor wirklich um Literatur oder den schnellen Euro à la J.K. Rowling geht. (Es ist wie mit Erfindungen: Der Erste, der sich eine goldene Nase verdient, findet ganz schnell Nachahmer, weshalb man sein Werk schützen sollte, falls man damit finanzielle Absichten verfolgt.) Mein Verständnis von Literatur ist jedoch, dass man dem Text anmerkt, dass sich jemand Zeit genommen hat, dass jemand sein Herzblut nicht nur auf der Handlungsebene niedergeschrieben, sondern bestenfalls in jedem Wort auf der Meta-Ebene verankert hat. Dass man, wenn man einen fremden Text liest, die Freude am Umgang mit Worten spüren kann, statt nur lieblos eine Hülse an die andere zu reihen, dass sich jemand um Vielfalt in der Wortwahl, um Bedeutungstiefe, um das Zeigen seiner Belesenheit, der echten „inneren Bilder vor dem inneren Auge“ bemüht und damit vielleicht sogar eine Saite in mir zum schwingen bringt. Das ist eine Art der Ehrlichkeit, von der Literatur im Hobbybereich eine große Portion vertragen kann.

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