Der Niederrhein-Krimi, der nach Schweden umzog und wieder zurückkam. Werkstattbericht Nr. 7

Es begab sich aber im Frühjahr 2018, dass ich eine E-Mail von einer Leserin erhielt. Sie war ganz angetan von TOD AM NIEDERRHEIN und hätte sich danach noch SCHWEIG STILL und IM RAUSCH gegönnt. Und sei restlos enttäuscht. „Das ging ja gar nicht!“ In diesem Fall handelte es sich jedoch nicht um eine(n) notorische(n) Nörgler(in), sondern die Leserin begründete detailliert, was ihr nicht gefallen hatte. Das war alles nachvollziehbar, denn SCHWEIG STILL war mein erster Versuch, ob ich überhaupt öffentlichkeitstauglich schreiben kann. IM RAUSCH brauchte ich, um mich auszutoben und zu testen, was geht und was man besser lassen sollte. (Fazit: Rumänien ist immer noch nicht an der Stelle, an der ich es gern auf der Beliebtheitsskala sehen würde, aber gut, ich kann warten.) DER STILLE RUF DES TODES war meine persönliche Auszeit, die der Leserin jedoch im Gegensatz zu den beiden ersten Schweden-Krimis ganz gut gefallen hatte.

Dass der erste Niederrhein-Krimi stilistisch und inhaltlich ruhiger, ein bissl anspruchsvoller und deshalb anscheinend besser lesbar wurde, liegt m. E. daran, dass ich bis dahin auch mehr Schreiberfahrung in Sachen „Öffentlichkeitstauglichkeit“ sammeln konnte. So lang ich den Wunderwaldverlag hatte, ist nicht mal halb so viel Feedback zu den Texten angekommen wie zu den vier bisher erschienenen Büchern! Das heißt zwar nicht automatisch, dass ich wegen einer Lesermeinung einen kompletten Roman umschreibe, aber wertvoll sind diese Meldungen auf jeden Fall.

Gut denn, die Leserin und ich wechselten ein paar E-Mails und gingen dann wieder unserer Wege. Sie betonte ausdrücklich, dass sie auch den nächsten Krimi lesen würde, „egal ob aus Ystad, Malmö oder aus Wesel“, weil sie wissen will, wie sich mein Schreibstil entwickelt. Ich war ganz froh darüber, denn die Schweden-Version brauchte nur noch ein Cover und …

Tja.

Und dann ging es los.