Vom Verlag zum Self-Publisher: So läuft’s inzwischen

Im April habe ich, wie ihr wisst, meinen Wunderwaldverlag abgemeldet, um als Self-Publisherin weiterzumachen. Als Erstes hatte ich ein paar Tage Spaß mit dem Abmelden der Titel im VLB, bevor ich sie auf andere Vertriebsplattformen schaufelte. Es hatte schon was, für die Richtigkeit der Daten bei nur einem einzigen Distributor verantwortlich zu sein und zu wissen, dass am Ende des Jahres keine Rechnung über ISBN-Lizenzgebühren in meinem Briefkasten landet. Genauso angenehm ist es übrigens, nicht ständig im VLB überprüfen zu müssen, ob ein Datenbank-Update vielleicht doch wieder alle Lieferstati durcheinander gewirbelt hat oder … Aber das ist ja nun Gott sei dank vorbei 🙂

Die reine Datenumstellung ging auch relativ flott von der Hand. Auch der neue Blog, auf dem ihr mich gerade besucht, war innerhalb weniger Tage aus dem Boden gestampft.

Ja, und dann begann das Warten: Mit der Abmeldung der Titel aus dem VLB wurden auch die bereits vergebenen ISBN ungültig. Wer z.B. die 9783940582706 für den Titel Wiener Blut eingab, fand darunter nichts mehr. Denn mit den Neueinstellungen wurden auch neue ISBN vergeben, die wieder gaaanz weit unten im Ranking auftauchten, da alle neu eingestellten Titel quasi wie Neuveröffentlichungen behandelt wurden. Und wer schon mal etwas veröffentlicht hat, weiß, wie viel Energie nötig ist, um eine Neuveröffentlichung so bekannt zu machen, bis sie sich in einem erwähnenswerten Bereich der “Verkaufcharts” tummelt.

Dazu kam, dass meine Pseudos Alicia Mirowna und Bettina Unghulescu zwar nicht unbekannt sind, aber noch nie etwas ohne Verlag veröffentlicht hatten. Und so warb ich mal hier, bloggte mal da, wies auf den einen oder anderen Titel hin und veröffentlichte die letzten drei Ballerina-High-Bände Nikija, Esmeralda und – demnächst – Cinderella.

Gut zwei Monate später nimmt das Geschäft mit den Ballettromanen wieder Fahrt auf. Vielleicht hätte die eine oder andere Aktion die Verkaufszahlen rascher wieder nach vorn gebracht, aber gut! Ich wollte ja weg vom Statistikwahnsinn, der den Verlagsalltag bestimmt hatte. Stattdessen habe ich viel gelesen, ein bisschen gebloggt, mich umgeschaut, was man als Self-Publisher wissen sollte. Und überhaupt kann ich der Schreiberei jetzt wieder viel mehr Positives abgewinnen.

Allgemeines Fazit:

  1. Es ist immer noch aufregend, Bücher zu konzipieren und zu schreiben, was ich auch schon wieder tue, aber diesmal wird es wohl kein Ballettroman.
  2. Als Self-Publisher lebt es sich, was den Zettelkram angeht, wirklich sehr entspannt.
  3. Das Image der Self-Publisher hat sich zu Recht zum Positiven verändert, denn das Autorenbewusstsein für Qualität wächst.
  4. Wer sich mit Unterhaltungsliteratur befasst, sollte verinnerlichen, dass Statistiken nicht alles sind.

Ja, dann werde ich mal weitertippen.