Zuerst veröffentlicht am 07.05.2016

Es sind die Kleinigkeiten, die einen guten Text ausmachen. Damit eure Texte künftig auch positiv auffallen, habe ich ein paar Punkte zusammengestellt:

Pleonasmen / Tautologien
Mehrfaches Auftreten eines Bedeutungsmerkmals in einem Ausdruck oder kurz und bündig: zweimal das gleiche sagen. Diese Dopplungen fallen meist beim Korrekturlesen auf und klingen blöderweise oft logisch und besonders treffend. Deshalb hier ein paar Beispiele aus meinen Sätzen, die die Welt nicht braucht:
kurze Shorts
bodenlange Kleider, die bis auf die Erde reichen
alter Greis
gebogene Krummsäbel
weißer Schimmel
entzündete Eiterwunden
helles Licht
helles Sirren; wenn es dumpf sirrt, nennt man es „brummen“
junges Mädchen
lauter Knall, gern auch in der Variante „lauter Krach“
gedrehte Pirouetten (sorry, Alicia 😉

Frug – er fragte: Alte Formen
Klar darf man die verwenden! Ich freue mich, wenn der Bäcker das Brot buk. Aber es muss in die Zeit des Romans passen. Wenn eine moderne Figur die alten Formen in einem Gegenwartstext verwendet, wirkt sie deplatziert oder es steckt eine Absicht dahinter.

Auslassungspunkte
Zwischen Wort und Auslassungspunkten muss ein Leerschritt stehen: Na ja … ich hätte gerne …
Wenn Teile eines Wortes ausgelassen werden, wird KEIN Leerschritt gelassen: Also, ich hätte gerne einen von den gro…
Viele Autoren argumentieren, dass sie mit Auslassungspunkten die Nachdenklichkeit der Figur ausdrücken wollen. Es ist jedoch zu kurz gegriffen, in einem Roman, einer Kurzgeschichte o.ä. die Stimmung nur anhand der Satzzeichen darzulegen. Anders ist es bei einem Drehbuch, wo der Regisseur bzw. der Drehbuchautor nur den nackten Dialog haben, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen.
Bei Lesern ist der Effekt übrigens der Gleiche. Sie lesen die Pünktchen, empfinden es mitunter aber als Bevormundung ihres Kopfkinos.
Wenn ein Autor es nicht mit Worten schafft, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen, sollte er sich eingehend mit den Formulierungen beschäftigen, denn Satzzeichen werden ihn nicht retten.