Tipps & Tricks für Autoren: Nimm dich selbst nicht so ernst

Zuerst veröffentlicht am 13.05.2016

Du hast „ein Buch“ geschrieben? Das heißt, du hast einen Stift in die Hand genommen und hintereinander weg, quasi im Eifer des Gefechts, mit rasender Genialität und zündenden Ideen zwei Wörter aneinandergeklebt – in etwa so?

Herzlich Willkommen im Olymp!

Mal Scherz beiseite. Wenn wir es als durchschnittliche Mitteleuropäer mit Personalausweis, fester Bleibe, Arbeit und Aussicht auf ein Feierabendbier schaffen, 1000 unschuldige Blätter vollzuschreiben, dann ist das natürlich erst mal ein Fleißkärtchen wert. Aber ob da auf dem Papierstoß etwas Sinnvolles zusammengekommen ist, tja, das steht im wahrsten Sinne des Wortes auf einem anderen Blatt! Und deshalb ist die Aussage „Ich habe ein Buch geschrieben“ mit Vorsicht zu genießen. Zumal diese Tätigkeit hin und wieder zu einem, gelinde gesagt, geschwollenen Selbstbewusstsein führt.

Denn es gibt wichtigere Dinge, als den Günter Grass der Zukunft zu mimen. Schöneres, als sich mit anderen über den Gehalt des Wortes „Elbe“ zu streiten oder darüber Befindlichkeiten zu entwickeln, dass jemand anders aufgrund einer „besseren Verkaufsstrategie“ scheinbar mehr Bücher verkauft. Was machen wir denn, wenn wir schreiben? Bestenfalls eine nette Geschichte erzählen, die der Welt im Großen und Ganzen nichts bringt außer ein bisschen warme Luft, während irgendwo auf der Welt jemand für solche freien Worte verfolgt wird. Oder gefoltert. Oder getötet.

Natürlich hat man manchmal auch etwas zu sagen – und das sollte man auch tun und danach sein Leben in aller Ruhe weiterleben. Denn wir sind nicht mehr als Staub im Wind (Kansas), und nur an die wenigsten Menschen erinnert man sich nach 100 Jahren noch, ohne sich am Kopf zu kratzen und zu fragen: „Was hat der jetzt noch mal genau gemacht?“

Mit diesem Gedanken geht man doch gleich viel entspannter an die Schreibsache heran, oder? Also nicht vergessen: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch kein Literatursüppchen.