Tipps & Tricks für Autoren: Formatierungen

Dein Buch ist fertig! Und dann hörst du, dass deine Leser dein Buch reihenweise auf Seite 20 zuklappen und beiseite legen. Was ist da schiefgelaufen?

Nr. 1: Die Schriftart, die sog. Fonts. Schnörkelschrift kommt auf Einladungskarten gut, aber im Fließtext kann sie auf die Dauer anstrengend werden. Am besten suchst du dir eine Serifenschrift aus, die nicht allzu viele Schörkel aufweist, aber auch nicht zu wenige, denn sonst wirkt sie wie leblose „Maschinenschrift“.

Nr. 2: Die Formatierungen. Hast du viel Fettes, Kursives oder Unterstrichenes im Text? Nicht gut, weil solche „Auszeichnungen“ es dem Auge erschweren, dem Schriftbild zu folgen. Je weniger Sonderformatierungen im Belletristiktext, umso besser. Lass den Text für sich sprechen!

Nr. 3: Viel Text auf einer Seite. Warum willst du so viele Buchstaben wie möglich auf eine Seite quetschen? Gib ihnen den Raum, den sie benötigen! Eine engzeilig bedruckte Seite liest sich nicht gut und verursacht unter Umständen sogar Kopfschmerzen. Stell die Zeilenschaltung um, verändere die Laufweite zwischen den Buchstaben, druck eine Seite aus und schau dir das Ergebnis an. Zeige diese Seite einem anderen Testleser. Erst wenn du das Gefühl hast, dass alles passt, wende die Formatierungen auf den ganzen Text an.

Nr. 4: Lückentext 1. Deine Seite sieht aus wie eine Kraterlandschaft, weil du viele Absätze eingebaut hast? Überlege, ob du nicht einige davon wieder zusammenführen kannst, denn ein Satz muss nicht unbedingt mit einem Absatz enden. Zudem kannst du mit weniger Absätzen Platz sparen, und der Text liest sich auch noch angenehmer. Stelle auch keine größeren Abstände zwischen den Absätzen ein, denn sonst kommt der Text „wie in Schinkenstreifen geschnitten“ daher.

Lückentext 2. Finden sich in den Zeilen zwischen den Wörtern große Lücken, wende die automatische Silbentrennung an oder bessere von Hand nach, denn auch diese „Löcher“ stören beim Lesen.

Nr. 5: Kopf- und Fußzeilen, Fußnoten und andere Zugaben. Alles, was nichts mit der Seitenzahl zu tun hat, lenkt vom Lesen ab. Bei Sachbüchern, Zeitschriften oder Heftromanen werden Fuß- und Kopfzeile genutzt – nicht jedoch in belletristischen Drucksachen, außer es gibt einen vernünftigen Grund dafür! Fußnoten werden in wissenschaftlicher Literatur eingesetzt. Solltest du in deinem Roman eine oder mehrere Anmerkungen planen, kannst du auf ein Glossar im Anhang zurückgreifen.

Nr. 6: Hurenkinder und Schusterjungen. Das sind keine bedauernswerten Waisen, sondern einzelne Zeilen zu Beginn bzw. am Ende einer Seite. Bisher hat mir noch jeder Setzer solche Seiten zurückgeschickt – vermeide sie also.