Es war einmal eine Teilzeit-Autorin: Der erste Auftritt in der Öffentlichkeit

Von Bettina Unghulescu – zuerst veröffentlicht am 5. Juni 2014

Ja, ich gebe zu, mein Alter Ego muss immer lächeln, wenn ein Autor erzählt: „Ich hab hier was geschrieben. Meine Verwandtschaft und meine Freunde fanden es ganz gut und da dachte ich, das kann man als Buch veröffentlichen.“ Da ich die Stelle der Teilzeit-Autorin bekleide, habe ich das jetzt selbst mal ausprobiert. Zum Besten gegeben habe ich die beiden Einstiegskapitel. Zuhörer waren die echte Tante Thea und ein n. n. bez. Kind aus meinem näheren Umfeld. Und was soll ich sagen? Ich wurde mit Lob & Gelächter überschüttet! Vor der Verwandtschaft funktionieren die Seitenhiebe, die die literarische Tante Thea auch hier wieder verteilt. Und das tut sooo gut … Werde also demnächst zu meiner Verlegerin gehen und sagen: „Meiner Verwandtschaft gefällt der Text, ich würde den gerne als Buch veröffentlichen!“ Mal sehen, was sie sagt.

Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Warum ist das eigentlich so, also dass Verwandtschaft nebst Freundeskreis grundsätzlich mit Begeisterung zu reagieren pflegen? Ganz objektiv betrachtet mag das so sein, weil sie den Autor bzw. die Autorin kennen und ungefähr abschätzen können, was kommt. Das ist jetzt völlig unromantisch, aber eine vielleicht gar nicht so abwegige Erklärung, die man mit der Trägheit des menschlichen Gehirns erklären könnte: Das kenn ich, das kann ich einordnen – also bin ich dem erst mal zugetan. Die Feinheiten gehen meist unter, weil man beim ersten Hinhören sowieso nicht alles mitbekommt. Denn – und jetzt kommt das große Aaaber – meist werden diese Texte vor den Lieben nur einmal vorgetragen. Isso. Denn wer setzt sich schon hin und lässt sich zweimal mit dem gleichen Schmu berieseln?

Und was passiert, wenn ein Zuhörer den Text ein zweites Mal in die Finger bekommt? Hab ich natürlich ausprobiert, und zwar mit einem anderen Text, genauer ‚Land unter’. Erst habe ich ihn nur vor dem engeren Kreis vorgelesen und später, als ich ihn endlich fertig hatte, den gleichen Personen zum Korrektorat überlassen (weil man alleine nie alles finden kann). Was passierte? Plötzlich hagelte es Kritik, und zwar nicht zu knapp. Leider oder vielleicht zum Glück hatten meine Kritiker recht. Ich korrigierte, überarbeitete usw. und las zum dritten Mal vor und ließ parallel lesen. Darauf folgten wieder Anmerkungen etc. Den letzten Schliff bekam der Text, als ich daraus ein Hörspiel mit ein paar Grundschülern machte, die noch ganz andere Ansichten einbrachten.

Fazit: Wenn man schlau ist, sucht man sich als Autor einen festen Leserstamm aus dem näheren Bezugskreis und quält diese Leser immer wieder mit dem gleichen Text, bis man entweder selbst die Nase voll oder das Gefühl hat, das er so bleiben kann. Und wappnet sich trotzdem dagegen, einen Tiefschlag zu erleiden, wenn ein(e) Verleger(in) eine völlig andere Meinung dazu hat. Das ist nämlich auch immer eine subjektive Geschichte.

Ach ja, eine Sache kam auch noch, die mich freut: Der Roman „Showdown auf der Schäferwiese“ wird von den zwei Probehörern derzeit wesentlich krasser empfunden als „Tante Theas Tod“, weil es weniger Atempausen gibt und die Bezüge zur Wirklichkeit zwar auch literarisch, aber noch direkter sind (keine Angst, ich habe gefragt, ob ich das darf). Auch dass ich „dramatische“ Situationen nicht gleich wieder auflöse, wurde positiv aufgenommen, wenn auch das erste Empfinden mit „unangenehmer“ benannt wurde. – Okay, dann kann ich ja jetzt so weitermachen und hoffe auf die harte, ehrliche Meinung meiner Hörerschaft, während ich mich den ersten Beifallstürmen hingebe, die ja sooo was von guttun … völlig egal, was die Verlegerin später dazu sagen wird

Mehr von der Autorin unter portbunghulescu.wordpress.com

Tipps & Tricks für Autoren: Verlagssuche

Zuerst veröffentlicht am 07.06.2016

Wenn man sich mit dem Gedanken wohler fühlt, sein Buch bei einem Verlag unterzubringen, gibt es ein paar Dinge, die man als Autor beachten sollte.

Nr. 1: Die Verlagssuche braucht Zeit. Es ist zwar rekordverdächtig, gleich beim ersten Versuch einen Verlag zu finden, aber unwahrscheinlich. Dein Buch hast du ja auch nicht in einer Nacht geschrieben.

Nr. 2: Auch wenn die erste Antwort ein halbes Jahr – oder länger – auf sich warten lässt: Bleib ruhig!

Nr. 3: Der Vertrag liegt vor dir und es juckt dich in den Fingern, sofort zu unterschreiben? STOPP! Nimm dir Zeit. Lies den Vertrag in aller Ruhe. Schlaf drüber. Lies ihn noch mal und sprich mit deinem besten Freund, deiner besten Freundin, deinen Geschwistern, mit wem auch immer, aber tu es! So ein Vertragstext kann einen ganz schön verwirren. Schreib deine Fragen auf und ruf im Verlag an – nur dort kann man deine Fragen beantworten. Wenn du aufgelegt hast, legst du den Vertrag erst mal weg – und schläfst noch eine Nacht drüber. Und wenn es am nächsten Morgen absolut keine neuen Fragen mehr gibt – dann ist der Vertrag vielleicht wirklich reif für eine Unterschrift.

Nr. 4: Du hast unterschrieben und bekommst plötzlich Zweifel? Durchatmen, Telefonnummer raussuchen und den Lektor anrufen. Sprich an, was dich nachdenklich macht. Ich habe als Verlegerin keinen Vertrag nachträglich ändern müssen, denn in fast allen Fällen gingen die Befürchtungen des Autors auf die Aufregung zurück. Es ist einfach verdammt spannend, ein Buchprojekt durchzuziehen, auch für Lektoren und Verleger. Sollte es Gründe geben, die sich nicht ausräumen lassen, ist es zwar nicht immer einfach, einen Vertrag nachträglich zu ändern, aber man sollte sich, wenn es gar nicht anders geht, nicht davor scheuen. Kommunikation gehört zum guten Ton und ist das A & O, wie in jeder anderen Lebenslage auch.

Nr. 5: Dein Buchprojekt wurde vor Monaten abgeschlossen, aber das Buch ist immer noch nicht erschienen? Frag deinen Lektor. Der Verlag plant die Veröffentlichungen mit einem Auge auf dem Geldbeutel, und das kann zu Verzögerungen führen. Lass dir erklären, woran es liegt, dass dein Buch nicht auf den Markt kommt. Sollte man diese Sache nicht zur beiderseitigen Zufriedenheit klären können, schau im Vertrag nach, was man in dem Fall machen könnte.

Nr. 6: Dein Buch ist erschienen, der Verkauf lief ganz gut – und dann wird es Zeit für das nächste Buchprojekt. Wie fandest du die Zusammenarbeit mit deinem Verleger? Wenn du es noch nicht getan hast, dann hol es jetzt nach und gib deinem Lektor ein kurzes Feedback, denn auch Verlage können sich nur verbessern, wenn sie wissen, wo es hakt.

Nr. 7: Und nicht vergessen – immer schön ruhig bleiben 🙂

Eine Sammlung mit Pizza: Schlimme Schreibvergangenheit einer Lektorin :-D

Wird gestrichen, weil GEHT GAR NICHT:
Ihre Worte zersetzten die adoleszente Heiterkeit in kleine Pakete, ungefähr von der gleichen Größe wie die Stücke, in die Heather oder Ava oder Norma später die fertige Pizza schneiden würden. Und: Ja, das hab ich mal geschrieben.

05.06.18, 12:01 Uhr

Wie man sich selbst ein Bein stellt: In einem Text haufenweise Süßspeisen unterbringen und ihn Jahre später lektorieren. Ich habe bin gerade auf eine Kühltheke mit Eisbechern gestoßen. Ihr findet mich in der Küche.

07.06.18, 13:43 Uhr

Achtung, böser Satz:
Dann schwenkte sein Blick zu ihrem ausdruckslosem Starren, und auch sie musste sich die Bestandsaufnahme ihrer Erscheinung gefallen lassen.
NOOOOIIIINNN … !!!
Wech damit!

07.06.18, 13.56 Uhr

Seine heiße Hand brannte ihre zarten Finger in die Tischplatte.
Das ist eine coole Metapher, oder? ODER?!
Was sagt @edankenwaelder dazu, Meisterin der wunderbaren Metaphern? @GuardNightmane?

07.06.2018, 14.06 Uhr

HAHAHAHAAA! Ein Bier ist ein Brot! Dann belegte sie die drei bis bier Sandwiches stets mit den leckersten Sachen, die (…)

07.06.18, 14:51 Uhr

Aus einem nicht mehr greifbaren Grund hat Corned Beef Eingang in meine Romanserie “Ballerina High” gefunden. Als Metapher für Enttäuschungen. WTF?

07.06.18, 15.01 Uhr

Demnächst als Print: Im Rausch. Ein Schweden-Krimi

Design: Esther Wagner

Schon bald könnt ihr die Printausgabe des Schweden-Krimis IM RAUSCH in den Reisekoffer packen! Und schaut mal, was Esther Wagner für ein wunderschönes Cover gezaubert hat!

 

Und hier erfahrt ihr, worum es in meinem zweiten Schweden-Krimi geht:

Die 15-jährige Tuva Eklund bekommt von ihren Eltern alles, was das Herz begehrt. Und der attraktive Tom versorgt sie regelmäßig mit lustigen bunten Pillen, die ihr luxuriöses Leben noch aufregender machen. Doch nach dem mysteriösen Unfalltod ihrer Tante fallen ihr Dokumente in die Hände, die belegen, dass Nova und Jorik nicht ihre leiblichen Eltern sind. Als Tuva kurz darauf nach einer Überdosis im Krankenhaus aufwacht, droht ihr ein monatelanger Drogenentzug, weit weg von den bisherigen Annehmlichkeiten.

Tuva will nur noch weg, genau wie Tom und sein Bruder, deren Drogengeschäfte aufgeflogen sind. Gemeinsam fliehen sie in Tuvas Geburtsland. Je näher sie jedoch dem rumänischen Dorf an der russischen Grenze kommen, desto mehr Verfolger heften sich an ihre Fersen, darunter der schwedische Geheimdienst. Als der Verdacht aufkommt, dass die russische Mafia etwas mit Tuvas Adoption zu tun haben könnte, ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie immer noch herausfinden will, wer sie wirklich ist …

268 Seiten, ISBN 9783740747060, 10,- €, demnächst überall erhältlich

 

Im Rausch. Ein Schweden-Krimi.

Tipps & Tricks für Autoren: Bloggen

Zuerst veröffentlicht am 06.06.2016

Das Internet ist eine riesige Spielwiese, die jeder betreten kann, der einen PC und einen Internetzugang hat. Umso schwieriger ist es, auf sich aufmerksam zu machen. Ein Blog kann helfen, sich und sein Buch ins Rampenlicht zu rücken.

Dein Buch Out: Den Blog mit sämtlichen Vorder-, Hinter- und Seitenansichten des Buches zukleistern und an allen Stellen vermerken, wie außerordentlich genial dein Buch doch ist. In: Ein Bild vom Umschlag ist schon mal nicht schlecht, 72 dpi, 300 x 150 px sollte ausreichen, dazu eine kurze Inhaltsangabe und ein Hinweis, in welchen Formaten es dein Buch wo zu kaufen gibt.

Kollegentitel Out: Kollegenhäme ist ein ganz unfeiner Zug, besonders wenn der eigene Internetauftritt nicht besonders professionell daherkommt. In: Kollegentitel vor- und evtl. eine konstruktive Rezension dazuzustellen. So finden sich leichter Multiplikatoren, denn die Freunde des Freundes der Cousine des Uronkels … suchen schon mal nach dem Produkt der Verwandtschaft.

Du schreibst Rezensionen Out: Das Buch eines anderen Autors in Grund und Boden stampfen. Kritik kann töten, böse Worte ziehen im schlimmsten Fall Gleiches nach sich. In: Wenn du gar nichts gutes an dem Buch finden, solltest du es vielleicht nicht rezensieren. Bleib andernfalls objektiv und mache dem ggf. unbekannten Autor konstruktive Vorschläge!

Jemand rezensiert dein Buch Out: Auf eine schlechte Rezension pampig reagieren. Nicht mal die Bestseller haben ungeteilten Zuspruch! Jeder darf seine Meinung vertreten. Niemals zurückmeckern! In: Auch wenn’s schwerfällt: höflich bleiben und überlegen, ob der Rezensent Recht hat. In jedem Fall solltest du deinen Verlag darauf hinweisen oder, wenn du Selbstverleger bist, die Kritikpunkte beim nächsten Projekt im Auge behalten, vielleicht die Anmerkungen zum Anlass nehmen, eine Neuauflage herauszugeben, was aber nur in Extremfällen nötig ist. Hin und wieder haben Rezensenten Recht – manchmal haben sie aber auch nur einen schlechten Tag erwischt.

Vielfalt Out: Sich immer über die gleichen Themen auslassen. In: Um das Interesse auf einem gleichbleibenden Level zu halten, solltest du 3-5 Themen regelmäßig „bebloggen“, auch wenn sie auf den ersten Blick nichts mit dem Buch zu tun haben. Mach diese Themen zu deinen Themen, diskutiere mit anderen darüber, dann bleibst du interessant und dein Buch auch.

Ganz wichtig: Locker bleiben! Out: Gestelzte Literaturessays, mit denen dein Leserkreis nichts anfangen kann, weil er nicht die richtige Zielgruppe für deine Ergüsse ist. In: Bleib auf dem Boden der Tatsachen. Wenn du keine gedrechselten Sätze hervorbringen kannst, probier es mit ganz normalem Hochdeutsch. Zwischendurch ein witziges Bild einfügen (Quelle angeben!!!), Sprüche posten, auf andere Seiten verweisen. Es tut deinen Lesern gut, die Abwechslung zu entdecken, und dir auch!

Es war einmal: Teilzeit-Autorin?

Von Bettina Unghulescu – zuerst veröffentlicht am 5. Juni 2014

Mein Alter Ego, die Verlegerin, hat mich gefragt, ob ich nicht ihre Teilzeit-Autorin werden will. Schreiben täte ich sowieso schon für sie, meinte sie, und da wäre es doch ein Leichtes, parallel über die Welt einer schreibenden Autorin zu berichten: Wie sieht die Familie es, wenn man stundenlang in der Bude vor dem PC abhängt, wie viel Zeit geht für die Recherchen drauf, wie wirkt es, wenn man mit versonnenem Blick gegen Laternen rennt? Ändert sich die Sicht auf die Arbeit, auf die Menschen, die Welt? Hat man überhaupt noch anderes im Kopf, nervt es irgendwann, „nur“ Autorin zu sein und gibt es vielleicht auch andere „Persönlichkeiten“ neben der Autorin? – Ich habe sie ein wenig scheel angeschaut. Reicht es nicht, dass ich mir mit ihr einen Körper teile? Muss ich jetzt noch mehr Persönlichkeiten aufstöbern? Und was ist mit den Romanen der anderen Autoren, die ja auch bei ihr, der Verlegerin, Texte herausbringen wollen?

„Das schaffen wir schon“, meinte sie etwas zu gönnerhaft und klopfte mir auf eine imaginäre Schulter, bevor sie zum Kaffeetrinken abschob. – Na super, das hätte ich mir ja denken können. Teilzeitautorin neben der Verlagsarbeit, wie stellt sie sich das vor?! Aber gut, sie wird schon wissen, warum sie mir das zumutet. Also, ab jetzt gibt es immer wieder Live-Erfahrungsberichte aus der „literarischen Vorhölle“ von Seiten der Schreibenden. Ob ich aufgrund meines eigenen Lektorates auch mal sauer werde, wenn ich mich zu einer anderen Formulierung überreden möchte? Werde ich mir dann ausführliche E-Mails schreiben und versuchen, mich anzurufen? Und wird die Verlegerin in mir dann einfach nicht ans Telefon gehen? Vielleicht sollte ich mich auf meinem Facebook-Account selbst loben / beschimpfen / für verrückt erklären und aus der Freundesliste streichen. Aber ich glaube, das ist der Verlegerin alles piepegal – Hauptsache, ich liefer gute Texte und mache uns beide reich und zufrieden. – Na dann! 🙂

Mehr von der Autorin unter portbunghulescu.wordpress.com

Tipps & Tricks für Autoren: Klick- und Verkaufszahlen steigern

Zuerst veröffentlicht am 29.05.2016

Ich habe ja echt viel probiert in den letzten Jahren: Rezis schreiben, Bücher von Kollegen einfach mal empfehlen, auf Messen an allen möglichen und unmöglichen Ständen meine Titel einstellen (nach Rücksprache mit dem Standbetreiter natürlich) und – und – und. Doch ich musste ein paar Jahre warten, bis das Networking und die Effizienz der Geheimdienste so weit gediehen waren, dass es sich tatsächlich lohnt, sich im Netz zu bewegen.

Wie lockt man denn jetzt Besucher an? Weil ich es weiß und nett bin – und das sicher nicht der Stein der Weisen ist, den ich damit präsentiere – verrate ich es euch:

  • Im Dezember 2013 und vor der DSGVO vom 25.05.2018 habe ich diesen Blog erstellt und alles hierher “umgezogen”, was ich bisher über den und zum Verlag geblogt habe und was mir wichtig erschien, denn es gibt neben den staatlichen Stellen anscheinend genug Privatleser, die gern in der Vergangenheit stöbern. Die Zugriffszahlen haben sich seitdem mehr als verdoppelt. (Nein, die Statistik zeigt jetzt nicht 2 statt 1 Besucher!!!).
  • Ich habe eigene Wettbewerbe ausgeschrieben (für Anthologien, Buchverlosungen, Ratespiele) und diese über eine kurze Zeitspanne (max. 1 Woche) beworben. Das war für regelmäßige Besucher etwas nervig, aber sie sind mir treu geblieben. Merci! Als Autor kannst du regelmäßig ein paar deiner Bücher verlosen.
  • Die sozialen Netzwerke habe ich natürlich auch gleich mit allem bestückt, was ich hier rauslasse. Und obwohl es mitunter ein wenig monoton war, haben sich immer mehr Besucher hier eingefunden.
  • Je seltsamer die Posttitel, desto öfter werden sie aufgerufen. Derzeit (Mai 2016) ist die “Lederhose” der Renner (nein, jetzt gibt’s ausnahmsweise mal keinen Link).

Das alles könnte man für Peanuts halten, aber das ist es dann doch nicht. Denn unabhängig von den Verkaufsphasen, die es in der Verlagsbranche gibt, haben sich auch die Verkaufszahlen mit den Blogposts, ihrer Vielfalt und dem ganzen Drumherum-Rebloggen nach oben entwickelt. (Diese Erkenntnis sollten alle Selfpublisher, die nicht wissen, worüber sie bloggen sollen, mit in die Sommerpause nehmen.) Es ist nach wie vor wichtig, Kontakt mit den Lesern zu haben (und den halte ich, wie gesagt) und ehrlich zu bleiben, auch wenn einem mal etwas nicht passt. Und vor allem sollte man mit Kritik umgehen können.

Man könnte auch fragen: Welches Buch geht besser, das über das liebe Kind oder das über die Rotzgöre, der ständig neuer Mist einfällt und deren Schabernack trotzdem immer gut ausgeht? Es wird wohl Letzteres sein.

Schönes Wochenende!

Es war einmal: Was Autoren nicht zu fragen wagen …

Zuerst veröffentlicht am 26.05.2010

… sollte sich eigentlich nur auf die privaten Verhältnisse des Verlegers beschränken. Wer einen Verleger für sein Herzensprojekt findet, darf nicht schüchtern sein!

In letzter Zeit bin ich immer wieder über die “lieben Kollegen” ausgefragt worden, weil es hin und wieder vorkommt, dass ich Manuskripte ablehnen muss (sei es, weil schon ganz viele Sachen geplant sind, sei es, weil es am Text noch einiges “nachzureifen” gibt). Wie denn der XY-Verlag als Alternative wäre, denn über den hätte man schon ein paar nicht so schöne Sachen gehört.

Zunächst einmal: Über Kollegen lästert man nicht. Und schon gar nicht, wenn man mittendrin sitzt 😉 Ich kenne zahlreiche Verleger persönlich, ich kenne ihre Bücher – aber ich kenne ihre Vorgehensweise nicht. Zudem ist mir oft nicht ganz klar, warum sich manche Autoren nicht zu fragen wagen, was sie auf dem Herzen haben, denn letztlich ist und bleibt ein Buch ein Projekt – Kulturgut oder nicht. Es sind Herzenstexte, das ist klar, aber auch in dieser Angelegenheit ist falsche Bescheidenheit hinderlich. Ich spreche nicht davon, dass man den Verleger mit Stichwaffen bedrohen sollte, wenn man etwas gegen eine Textänderung hat, aber die Positionierung der eigenen (Autoren-)Meinung ist das A und O der literarischen Zusammenarbeit. Sonst weiß der Verleger nicht, was der Autor erwartet und kann es nur falsch machen.

Fragen, die Autoren auf jeden Fall stellen sollten
zu Rahmenbedingungen:
– Was kostet mich der Spaß? (Auch Nicht-DKZV können Kosten veranschlagen)
– Wann wird mein Buch veröffentlicht?
– Wann gibt es den Vertrag, das erste Honorar / die erste Marge?
– Wie sieht die Pressearbeit aus?
– Wie sieht es aus mit dem Anschluss an den Buchhandel?

zum Eingemachten:
– Wie läuft das Lektorat ab?
– Wer führt es durch? (Ganz wichtig! Wenn es die Oma ist oder die Nachbarin mit dem Sprachendiplom, kann es große Unterschiede geben! Auch befreundete Deutschlehrer handhaben das Lektorat anders als ein Lektor mit literaturwissenschaftlichem Hintergrund!)
– Wer ist für das Layout des Buchblocks zuständig? (ganz besonders wichtig für die Lesbarkeit!)
– Wer baut das Cover? (Hier evtl. auch versteckte Kosten ansprechen)
– Wie läuft die Druckfreigabe ab?

Verlag ist nicht gleich Verlag, deshalb ist auch die Frage gestattet, warum der Autor ausgerechnet bei diesem Verlag sein Buch veröffentlichen sollte – nicht umgekehrt! Der Autor braucht keinen Verlag, aber was ist ein Verleger ohne seine Autoren? Da darf man schon ein bisschen die Besonderheiten aus dem Verleger herauskitzeln.

Im Gegenzug sollten dem Verleger auch ein paar Fragen erlaubt sein:
– Über welche grundlegenden Kenntnisse verfügt der Autor? Je größer, desto leichter ist der Text zu bearbeiten. Auch: Wie grammatikfest ist der Autor?
– Welche literarischen Erfahrungen hat der Autor bereits gesammelt?
– Gibt es Veröffentlichungen?
– Wie weit geht die Bereitschaft des Autors zur Mitarbeit? Hier höre ich schon die ersten empörten Schnauber, aber die Erfahrung zeigt – auch bei den Kollegen: Es gibt viele Autoren, die nicht wissen, was die Bewerbung eines Buches mit sich bringt bzw. sind nicht bereit, etwas beizutragen (gerne darf es hierzu böse Kommentare hageln), was über ein Interview in der Lokalzeitung und eine Lesung hinausgeht. Bei Kleinverlagen sollte jedoch gemeinsam für das Buchprojekt geworben werden – anders ist es gar nicht möglich, darauf aufmerksam zu machen.

Also, Verleger und Autoren, traut euch! Fragt, dass es nur so knistert!

 

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