Band 7: Walzerkönigin

The Breakdown has just begun

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 16.04.2015, 12:24

Also, im Kopf habe ich das Szenario bildlich vor mir, durch das ich Sandra Schmitt jetzt jage. Und trotzdem leide ich mit ihr mit. Es wäre so einfach, die letzten 20 Seiten zu löschen und ein Happy-End zu fabrizieren, aber … nein. Das wäre zu einfach. Und ich will noch ein paar offene Enden lassen, damit es auf jeden Fall Anknüpfungspunkte für eine dritte Staffel gibt! Aber es ist schon arg, was ich der Sandra und mir zumute …

Als nächstes wird Sandra Schmitt ein zweites Mal nach Berlin aufbrechen. Dort findet ein wichtiger Teil des Showdowns statt und mit dieser Reise werden „Feuertanz“ und „Walzerkönigin“ verknüpft.

Und meine Unterarme tun inzwischen sakrisch weh. Aber ich will jetzt nicht aufhören. Es ist sooo spannend …

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Noch mal alles durchkauen

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 15.04.2015, 21:45

Wohlan, es folgt das Kapitel mit dem bezeichnenden Namen „Recycling“. Ja, ich weiß, das klingt nicht besonders einfallsreich, trifft aber des Pudels Kern. Denn nach Preisverleihung und innerer Neuausrichtung der Protagonisten muss die Vergangenheit endlich abgestaubt und bewältigt werden. Ich war bis vor ein paar Minuten noch in Verhandlungen mit der Verlegerin, aber sie kennt keine Gnade: jetzt oder nie. Sie will das Thema nicht über die „Dance-Floor-Ferien“ retten, denn es gäbe auch so noch genug Cliffhanger, die das Fortsetzen der Serie ermöglichen. (Ist das eine Zusage?) Irgendwie hat sie damit aber auch Recht.

Weiterhin bin ich ins nächste „Autorenstadium“ eingetreten: Ich weiß, dass jetzt nicht mehr viel kommt und schreib trotz schmerzender Unterarme wie eine Besessene. Weil ich endlich fertig werden will. Ideen sind zwar was Feines, aber wenn man schon wieder die nächsten hat, während man noch nicht mal die alten ordentlich verwursten konnte, entsteht Kuddelmuddel im Hirn, und das frustriert. Ganz besonders ärgert es mich, wenn ich in dieser (vor-)letzten Phase des Schreibens eine Pause einlegen muss für so unwesentliche Dinge wie Essen, Schlafen, Werkstattbericht, Badezimmer, Familie. Letztere kann von Dauer-Entnervtheits-Zuständen meinerseits bereits eine ganze Oper rückwärts jodeln.

Das mit den verbliebenen 30-50 Seiten, die ich irgendwann angemeldet habe, kommt übrigens ganz gut hin. Ich sehe am Seiten-Countdown, wie die veranschlagten Seiten dahinschmelzen und freue mich. Wenn es so weitergeht, bin ich Ende der Woche fertig und die Verlegerin kann den Roman im Mai / Juni raushauen. Vorausgesetzt, es geht mit ihren Planungen konform *hüstel *

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Abgesang mit Folgen

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 15.04.2015, 14:04

So, die Verlegerin darf sich freuen. Allzu viel musste ich an der Leseprobe nicht ändern. Sogar der Klappentext kann bleiben, wie er ist 🙂 Bin stolz auf mich drauf!

Nun kommt der Abgesang mit Preisverleihung, Heimfahrt, den letzten Beschlüssen für die Zukunft und erst mal Nachtruhe – im Roman. Aber wenn Sandra Schmitt am nächsten Morgen wieder aufwacht, wird sie sich wünschen, sie wäre niemals nach Wien gekommen.

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Walzerkönigin: S. 177

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 15.04.2015, 11:20

Vorarbeiten abgeschlossen, jetzt kommt die Einarbeitung der Leseprobe. Zefix, es sind noch ein paar Punkte dazugekommen, will sagen: Die Protagonisten haben mir noch etwas offenbart, an das ich überhaupt nicht gedacht hatte. Dass z.B. auch eine Sandra Schmitt aus dem inneren Gleichgewicht geraten kann und sich plötzlich gegen etwas entscheidet, obwohl sie … Na ja, jedenfalls hat diese Entscheidung weit reichende Folgen. Was außer mir aber noch niemand weiß, denn Sandra erfährt es erst nach dem Wettbewerb.

Jedenfalls bin ich am Anfang vom Ende angekommen. Vor mir liegen noch ca. 1 ½ Kapitel, das sind elf (geplante) Abschnitte. Derzeit stehe ich auf Seite 177 (unformatiert, keine Silbentrennung) und rechne mit abschließenden 30-50 Seiten. Und habe damit wohl schon wieder die Vorgaben der Verlegerin gesprengt. Mei, no risk, no fun 🙂 Soll sie halt selbst schreiben.

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Zielgerade

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 15.04.2015, 9:46

… in diesem Fall bedeutet es auch, dass ich mich auf die Leseprobe zuarbeite, die ich in Leipzig vorgelesen habe. Anfangs dachte ich noch, dass ich sie komplett umschreiben müsste, aber die Protagonisten haben sich lustigerweise durchweg an diese Vorgabe gehalten. Ich glaube, ich beginne mit dem nächsten Roman auch erst wieder nach der Erstellung der Leseprobe 😉 Am besten zimmere ich noch den Klappentext dazu und reiche alles als Vorab-Exposé ein. Dann kann die Verlegerin echt nicht meckern: Der grobe Plot steht, es sind bereits Tendenzen zu erkennen und es bleibt trotzdem noch genug Raum, den man mit anderen Schnörkeleien füllen kann. Das nenn ich mal rationales Story Plotting!

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Löcher stopfen

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 14.04.2015, 13:02

Jajaja, die Wettbewerbsvorbereitungen! Jetzt haben sie tatsächlich den ganzen Vormittag in Anspruch genommen. Denn da waren noch Lücken zu füllen: Woher kommen die Kostüme? Wie kommen Sandra & Co. an den Ort des Geschehens? Wohin müssen sie überhaupt? Und welche Atmosphäre muss ich schaffen, damit das alles am Ende tatsächlich dorthin führt, wo ich es haben will? Die Pleite der Tanzschule Zeidler, die Tibor am Ende von „Wiener Blut“ endlich offenlegt, muss bzw. will ich in der „Walzerkönigin“ noch übertreffen (und ich denke, mit dem Input bzw. dem „Briefing“ der Verlegerin, wie sie es selbst nennt, wird das auch hinhauen).

Neinneinnein, ich leide nicht an Selbstüberschätzung 😉 Ich habe vorsichtshalber mehrere verschwiegene Personen mit der dramatischen Wende des Romans konfrontiert, und sie waren allesamt baff. Deshalb bin ich sicher, dass die Leseraugen genauso groß und rund sein werden.

Aber jetzt geht’s erst mal in die Mittagspause.

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Pretty Girls In Tiny Boxes

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 14.04.2015, 9:02

Endlich komme ich zum ersten und einzigen Wettbewerb dieses Romans. Es ist nun nicht so, dass es an Wettbewerben mangelt, an denen ich mich orientieren könnte. Aber es geht in diesem Roman nicht nur darum, das Tanzbein zu schwingen und in Spitzenschuhen herumzustolzieren.

Ich habe im letzten Jahr das Buch „Pretty girls in little boxes“ (1995 oder 1996 in den USA erschienen) gelesen, in dem es um das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter im Wettbewerbsbetrieb geht. Erschreckend und sehr lesenswert! Die Fälle darin beziehen sich zwar auf Eiskunstlauf und Leistungsturnen, die „Psychomechanik“ ist aber anscheinend ähnlich. Während der Lektüre wurde mir immer klarer, wie zerstörerisch es sich auf komplette Familien auswirken kann, wenn man sich quasi auf Gedeih und Verderb in diesen Betrieb stürzt. Da ziehen Mutter und Tochter in einen anderen Landesteil, weil dort der bessere Trainer für die Tochter ist. Komplette Wochenabläufe werden an den Bedürfnisse des „Starkindes“ ausgerichtet. Eltern nehmen einen Zusatzjob an, um die Kosten für das Training zu finanzieren etc. Sehr amerikanisch! Tatsächlich gibt es eine Dokumentation des WDR, in dem die Vorbereitung zweier Mädchen auf die Olympischen Sommerspiele gezeigt wird. Und auch hier gibt es die Familie mit drei Kindern, die wegen der Tochter, die als Olympiahoffnung gehandelt wird, ihr Haus verkauft und in eine andere Stadt zieht, damit die Tochter optimal trainieren kann. Statt des amerikanischen „Homeschooling“ geht die Tochter täglich nur drei Stunden zur Schule (sie ist auf dem Gymnasium), trainiert ab elf Uhr, nachmittags noch mal und abends sind dann die Hausaufgaben dran.

Auf den ersten Blick wirkt das Ganze weder reißerisch noch zerstörerisch, nein, man bekommt eine niederrheinische Familienidylle präsentiert. Auf Nachfrage des Reporters kommt jedoch heraus, dass der Sohn der Familie darum gebeten hat, wenigstens beim Essen das Turnen auszusparen und doch bitte endlich über andere Themen zu sprechen. Dass die Mutter die vielversprechende Tochter täglich zweimal von der Schule zum Training und zurück kutschiert, weil die Tochter das Pensum sonst nicht schafft, und deswegen ihrem Beruf nicht nachgehen kann, klingt eher nebenbei mit. (Und es kommen noch die zwei anderen Kinder dazu, der Haushalt, das „Familienmanagement“, na ja, was man als Frau eben so macht, egal ob man einen Brotberuf ausübt oder nicht.) Sooo idyllisch finde ich das dann doch nicht mehr.

Und während meine kleinen Heldinnen also aus unterschiedlichen Gründen wie besessen trainieren, spielen sich im Hintergrund die Dramen ab, die Spannungen zwischen Kindern und Eltern, die ich im Roman Walzerkönigin auflösen werde. Denn man muss nicht wie im o.g. Buch verhungern (wegen Anorexie) oder einsam in einem Krankenzimmer sterben (nach einem schweren Sportunfall), sondern man kann sich tatsächlich daraus lösen, wie es in dem bezeichneten Buch ebenfalls geschildert wird. Was natürlich dramatisch für die Familien ist, die sich einen neuen Grund suchen müssen, um als Familie weiterzuexistieren. Hochpsychologisch, das 🙂

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Hier die Videos:

Feuertanz – it goes wider!

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 13.04.2015, 14:00

Heute habe ich das Fortsetzungs-Exposé zu Nadine Muriels wunderbaren Roman „Feuertanz“ bekommen. Und schwups gibt’s ein paar Bugs im Zusammenhang mit meinem Exposé, die ich unbedingt mit ihr besprechen muss, sonst geht mein ganzer Plot flöten. Tja, so ist das, wenn man sich nicht an die Zeitrechnung hält – in diesem Fall ich – und den September mit dem November verwechselt, aber das sind wir ja gewöhnt …

Und ich musste feststellen, dass die Österreicher keine Herbstferien kennen. Also muss ich die betreffenden Stellen – blöderweise eine Woche, die ich im Roman komplett mit Ereignissen zugepflastert habe – noch mal umschreiben.

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Vergangenheitskram

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 13.04.2015, 11:37

Irgendwie habe ich es momentan nicht so mit den Werkstattberichten. Könnte daran liegen, dass ich selbst nicht so genau weiß, wohin die Reise gerade führt, weil mir plötzlich Dinge einfallen, die ich vorher noch gar nicht bedacht hatte. Was nicht heißt, dass das Exposé gravierende Löcher aufweist. Es ist so ähnlich, als ob ich am Kochtopf stehe und würze, was ich bisher fabriziert habe. Das Ganze muss natürlich zur Vorgeschichte in „Wiener Blut“ passen, ich suche also die entsprechenden Stellen zusammen, muss auch immer wieder auf den Plan von Wien und dem Wiener Umland schauen, damit ich mit den Fahrtzeiten u.dlg. nicht irgendeinen Blödsinn verzapfe. Außerdem wurde mir heute noch mal eingeschärft, nicht zu viel zu verraten. (Klasse. Und was soll ich dann „werkstattberichteln“?)

Heute geht es um die ersten Hinweise, dass die Wiener Geschichte von Anfang an nicht gut durchdacht war. Nein, stimmt nicht: Die Protagonisten haben sich wohl etwas überlegt, aber die Mittel, mit denen sie ihr Ziel, nämlich eine späte glanzvolle Karriere, erreichen wollen, sind extrem ungeeignet. Und dann ist da noch das Problem mit dem Abstimmen. Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht zu viel verrate: Sandra spricht alles, was sie für geeignet hält, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, mit Tibor ab … Wie gesagt, mehr darf ich nicht verraten.

Zur Abwechslung werde ich einen Blick auf die ehe der guten Alexandra werfen. Damit der Leser endlich weiß, warum sie so eine verquere Tante ist. Solche Stellen mag ich am liebsten 🙂

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Walzerkönigin: Bergfest!

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49_Walzerkoenigin_140Werkstattbericht, 12.04.2015, 14:51

Hälfte geschafft. Und wie immer überkommt mich an diesem Punkt das Gefühl, dass es endlich spannend werden sollte und ich auf die Tube drücken muss, sonst wird das nix mehr mit dem coolen Roman. (Ich weiß aber auch, dass ich diesen Gedanken beim Lektorat nicht mehr nachvollziehen kann. Also alles wie gehabt.)

Kurze Zusammenfassung der letzten verfassten Seiten: Adrian hat seinen Teil zu Sandras Verwirrung beigetragen, Daniel und seine Mutter müssen durch ihr ganz persönliches Mutter-Sohn-Drama gelotst werden und stellen sich entsprechend unbeholfen an. (Nein, nicht weil ich das will, sondern weil die Charaktervorgaben es so vorsehen.)

Eigentlich ist die Luft jetzt raus, aber ich werde heute vielleicht noch ein paar Seiten nachschieben, draußen, auf dem Balkon … damit der Endspurt nicht allzu lang auf sich warten lässt.

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